Nachdem der Zimmerner Gemeinderat in jüngster Sitzung die Nutzungsänderung abgelehnt hat, ist die Zukunft der Kleinbrauerei ungewiss. Wir haben bei Philipp Schumpp nachgefragt.
Philipp Schumpp ist Braumeister aus und mit Leidenschaft. In seinem Keller in der Albstraße hat er vor mehr als sieben Jahren seine kleine Hobbybrauerei eingerichtet.
Riesige Braukessel, überdimensionale Lagertanks und Abfüllanlagen sucht man hier aber vergeblich. Denn hauptberuflich ist Schumpp im Vertrieb tätig – meist die komplette Woche „on tour“, wie er im Gespräch erzählt. Sein erster größerer Brauauftrag sei das Bier fürs Stadtfest vor sechs Jahren gewesen. Rob Hak hatte ihn angesprochen, ob er nicht ein besonderes Bier dafür brauen wolle. Und er wollte. 300 Liter Pale Ale braute er. Und die gingen weg wie nix, und fortan stieg bei ihm die Nachfrage stetig an.
Gewerbe seit 2020
„Geplant war eigentlich, nur für Kumpels zu brauen und gar nicht für den Verkauf“, sagt er. Aber aufgrund der steigenden Nachfrage meldete er dann im Jahr 2020 sein Gewerbe an. Dass er dafür eine Nutzungsänderung für sein Wohnhaus benötige, das sei ihm nicht bewusst gewesen, gibt der gelernte Braumeister zu. „Es hat auch sonst niemand etwas gesagt. Bürgermeisterin Carmen Merz und Wirtschaftsförderer Heiko Gutekunst waren sogar schon bei mir zu Besuch“, sagt er.
Aufgrund einer Beschwerde aus der Nachbarschaft sei das Thema im vergangenen Herbst auf den Tisch gekommen, schildert er. Er habe dann eine Nutzungsänderung beantragen wollen, doch die nachträgliche Genehmigung hat der Gemeinderat jetzt abgelehnt. Nach Ansicht des Gremiums soll die Kleinbrauerei den bisherigen Standort verlassen. Man will den Betrieb jedoch für eine Übergangszeit dulden.
Hoffnung besteht
Die finale Entscheidung trifft jedoch das Baurechtsamt des Landratsamtes. Dass die positiv ausfällt, darauf hofft Schumpp. „Sonst muss ich zumachen. Eine andere Lösung gibt es im Moment nicht“, bedauert Schumpp, den die Entscheidung des Gemeinderates emotional sehr mitgenommen hat, wie ihm deutlich anzumerken ist.
Auch seine Fan-Gemeinde in den Sozialen Medien und Co. reagiert mit Unverständnis. „Es waren alle sprachlos“, sagt Schumpp. Dennoch gibt er die Hoffnung nicht auf, dass sich eine Lösung auftut. Wenn er für seine Kleinbrauerei extra Räume pachten müsse, sei der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr möglich.
Aufgeben möchte er aber noch nicht. „Irgendwie geht es immer weiter“, ist sich Schumpp sicher. „Ich blicke jedenfalls optimistisch in die Zukunft“, sagt er abschließend.