Die Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Schule Horb heißt bald wohl anders. (Archivfoto) Foto: Hopp

Die Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Schule Horb will einen neuen Namen. Die Chancen stehen gut, dass sie den dieses Mal auch bekommt.

Der Antrag auf Umbenennung der Schule kam von dieser selbst und er wurde im Technischen Ausschuss des Kreistages auch einstimmig – wenn auch nicht ganz ohne Kommentierung – unterstützt.

 

Das letzte Wort hat der Kreistag am 15. Dezember. Gibt es da ebenfalls ein positives Votum, heißt die Schule künftig nur noch „Berufliche Schule Horb“. Begründet hatte die Schule den bereits im August gestellten Antrag unter anderem mit der Länge des aktuellen Namens, den auch Sachbearbeiterin Maike Haug von der Verwaltung als „etwas sperrig“ und „wenig modern“ bezeichnete.

Zudem habe die Schülerschaft Kritik am bisherigen Namen geäußert, heißt es in der Begründung. Man gehe nicht gerne in eine Schule, die schon in ihrem Namen den Eindruck von „Dreck, Metallspänen, häuslichem Putzen und Kochen“ erwecke, was demotivierend sei – so die Argumentation der Schüler.

Auch ein bildungspolitisches Statement

Für das Kollegium selbst sei der neue Name auch ein bildungspolitisches Statement, weil das berufliche Schulwesen eine wichtige Alternative zum allgemeinen Schulwesen darstelle, schreibt Schulleiter Jochen Lindner, der den Tagesordnungspunkt als Zuhörer verfolgte.

Ein erster Versuch der Namensänderung im Jahr 2018 war damals an der Schulkonferenz gescheitert, weil diese auf einen Personennamen insistierte, den man aufgrund der Gefahr, dass sich die Person im Nachhinein als „unwürdig“ herausstellen sollte, aber nicht weiter verfolgen wollte. Eben dies war beispielsweise bei der heutigen Eichenäcker-Schule in Dornstetten, früher Wilhelm-Hofmann-Schule, passiert. Die beruflichen Schulen in Freudenstadt wurden dennoch und ausnahmslos nach Personen benannt.

Kosten für Umbenennung gering

Die Kosten für die Umbenennung seien schon deshalb gering, weil das vorhandene Büromaterial mit altem Namen aufgebraucht werde und auch die Homepage teilweise selbst geändert werden könne. Im Zuge der barrierefrei zu gestaltenden Homepage laufe die Änderung einfach mit, so Haug. Etwaige Kosten würden aus dem Schulbudget finanziert. Bei positivem Kreistagsvotum werde der neue Name dem Regierungspräsidium zur Genehmigung vorgelegt.

Landrat Andreas Junt zeigte sich erleichtert über die Entscheidung der Schule, auf einen Personennamen zu verzichten. „Ein solcher führt nämlich oft zu punktuellen Folgeproblemen.“ Die Namenswahl halte er für sehr gut.

Geringschätzung des Handwerks?

Kreisrat Michael Fischer (Grüne) sah es genauso, er kritisierte aber die Art und Weise, wie insbesondere die Schüler dabei argumentiert hatten. Ihn habe schon erstaunt, wie geringschätzig dabei über Hauswirtschaft und Metallspäne, also Handwerk, gesprochen werde. Das habe ihn schon irritiert.

Junt gab ihm da grundsätzlich recht. Viele Berufe seien wichtig, und wer mit schmutzigen Händen nach Hause komme, habe manchmal auch eindeutig mehr geschafft als derjenige in sauberer Hose, so Junt. Lindner bedankte sich im Namen der Schule für das einstimmige Votum.