Auch wenn die Stadt sich bereits um Sensibilisierung bemüht: Es fällt bei größeren Veranstaltungen doch immer wieder ordentlich viel Müll an. Deshalb wird der Wunsch nach einem einheitlichen Pfandsystem laut. Foto: © wachiwit – stock.adobe.com

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat plädiert für ein Mehrwegsystem für Großveranstaltungen und Weihnachtsmärkte in Villingen-Schwenningen. Die Verwaltung soll das jetzt prüfen.

Erst war da ein Vorstoß der Grünen-Fraktion im VS-Gemeinderat, jetzt setzen die Sozialdemokraten von Villingen-Schwenningen nach: Sie initiierten einen Arbeitsauftrag an die Stadtverwaltung, ein Mehrwegsystem für Großveranstaltungen und Weihnachtsmärkte in Villingen-Schwenningen einzuführen.

 

Dem vorausgegangen war zunächst ein Antrag der Grünen, ein einheitliches Mehrweg-Pfandsystem mit sogenannten Recups und Rebowls einzuführen.

Die Stadtverwaltung solle die teilnehmenden Gastronomiebetriebe bei der Einführung oder Weiterführung dessen organisatorisch und finanziell unterstützen. Zusätzlich regten die Grünen an, die Becher mit dem Stadtlogo zu versehen,

Gegen die Einwegbecher

Nachdem all das im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats nicht gerade auf Begeisterung stieß – hier wurde vor allem auf den großen „Verwaltungskram“ (Ulrike Heggen, FWV) und bereits bestehende Systeme (Michael Steiger, FDP) hingewiesen– , meinte Armin Schott (Grüne) für den Antragsteller: Abfall in der Stadt sei ein großes Thema und die Stadt habe schon viele Maßnahmen ergriffen.

Allerdings erwarte man auch, „dass wir in diesem Bereich ein bisschen weitergehen”. Seine Fraktion sei aber bereit, den eigenen Antrag zugunsten des Vorschlags der SPD zurückzuziehen. Die Grünen selbst hatten zuvor schließlich bereits auch schon angeregt, bei Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt und der Schwenninger Kulturnacht organisatorische Unterstützung für Mehrweggeschirr bereitzustellen.

Für die nun den neuen Antrag stellende SPD erklärte Nicola Schurr, dass man sich zur Müllvermeidung bei Großveranstaltungen und Weihnachtsmärkten ein Mehrwegbecher- und Mehrwegtassensystem wünsche, wie es anderswo schon längst praktiziert werde.

Fußabdruck im Fokus

„Die zunehmende Umweltbelastung durch Einwegplastik und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf unsere Natur und Gesellschaft sind nicht mehr zu ignorieren“, so Schurr. Um einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und die Abfallmenge bei Großveranstaltungen und Weihnachtsmärkten in Villingen-Schwenningen zu reduzieren, beantrage man die Prüfung zur Einführung eines Mehrwegsystems. Jährlich fielen bei den Veranstaltungen Tausende von Einwegbechern an, die oft nur einmal verwendet würden. Durch die Einführung eines Mehrwegsystems könne man den ökologischen Fußabdruck der Stadt verringern.

Die Implementierung eines solchen Systems fördere zudem das Bewusstsein für nachhaltige Praktiken und Umweltschutz in der Bevölkerung. Es zeige, dass Villingen-Schwenningen Verantwortung übernehme und innovative Lösungen zur Reduzierung von Abfall fördere.

Viele Städte in Deutschland und Europa hätten bereits erfolgreich solche Systeme eingeführt. Sie hätten sich als effektiv erwiesen und könnten als Vorbild dienen. Langfristig könne ein Mehrwegbechersystem auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Die Einsparungen bei der Entsorgung von Abfall und die Möglichkeit, durch Pfandbeträge Einnahmen zu generieren, sollen die Kosten für die Stadt und die Veranstalter senken können.

Vorschlag zur Umsetzung

Die Stadt solle lokale Unternehmen und Veranstalter einbeziehen, um ein einheitliches und ansprechendes Design für die Mehrwegbecher zu entwickeln. Eingeführt werden soll ein Pfandsystem, bei dem Besucher beim Kauf eines Getränks einen kleinen Betrag für den Becher oder die Tasse zahlen, der bei Rückgabe erstattet wird. Begleitend solle es Informationskampagnen geben, um die Bürger über die Vorteile des Mehrwegbechersystems aufzuklären und sie zur aktiven Teilnahme zu motivieren.

Verpackungssteuer wird noch mal Thema

Im Verwaltungsausschuss hatte sich übrigens auch Flynn Stein für den Jugendgemeinderat zu Wort gemeldet: „Wie würden es begrüßen, wenn es ein konkretes Konzept geben würde”, sagte er .

Er brachte ergänzend auch nochmal das Thema Verpackungssteuer ins Gespräch. Darüber werden man in einer der nächsten Sitzungen sprechen, meinte Oberbürgermeister Roth.