Bürgermeister im Gespräch
Im August 2025 endet für Anton Müller die zweite Amtszeit als Bürgermeister von Dormettingen. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun aber auch Projekte, auf die der Schultes zurückblickt.
„Es ist verrückt, wie die Zeit wegläuft“, sagt Dormettingens Bürgermeister Anton Müller im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 2009 ist Müller Bürgermeister der 1150-Einwohner-Gemeinde, und schon damals stand für ihn fest, dass nach zwei Amtsperioden Schluss ist. Müllers Zeit im Rathaus geht im August 2025 zu Ende, die letzten Monate laufen. „Es ist dann Zeit, dass jemand Neues kommt“, sagt der 65-Jährige.
Aktuelle Projekte
In den vergangenen Monaten beschäftigte die Gemeinde vor allem die Breitbanderschließung. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, bis zum Jahresende sollen 90 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden. Die Kosten von 2,1 Millionen werden zwar mit 80 Prozent gefördert, „doch für uns als kleine Gemeinde war das eine riesige Vorfinanzierung, die einen gewissen Liquiditätsengpass mit sich gebracht hat“, erklärt der Bürgermeister.
Themen, die Müller und den Gemeinderat in den vergangenen Jahren immer wieder begleitet haben, waren die Innenentwicklung des Dorfs und das Schaffen von Wohnraum. Auf dem Kaffeebühl hat die Gemeinde den Weg dafür bereitet, dass dort, wo zuvor nur eine einzige Person wohnte, in Zusammenarbeit mit einem Investor 16 Wohnungen entstanden sind. „Starterwohnungen“, wie Müller sie nennt, damit junge Menschen die Möglichkeit haben, sich im Ort niederzulassen. Auch der Endausbau des Baugebiets Bruck läuft derzeit und soll noch dieses Jahr zum Abschluss kommen.
Derweil sind die Bauarbeiten zur Neugestaltung des Dreschhallen-Areals in vollem Gange. Zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Unglücklich sei, dass die Bauarbeiter auf teerhaltiges Material gestoßen ist, dessen Entsorgung Mehrkosten in Höhe von 137 135 Euro nach sich zieht. Mit Gesamtkosten von um die 1,1 Millionen Euro ist das Projekt trotz Zuschüssen von insgesamt 517 650 Euro ohnehin nicht ganz billig.
Künftige Projekte
Mittelfristig soll dort, wo einst die Dreschhalle stand, in Kombination mit dem Rössle-Areal eine neue Ortsmitte mit Wohnraum entstehen. „Das könnte die schönste Ecke Dormettingens werden“, sinniert Müller. Doch zunächst muss das ehemalige Gasthaus abgerissen werden und ein Bebauungsplan für das rund 1060 Quadratmeter große Rössle-Areal aufgestellt werden. Auf den beiden zusammenhängenden Flächen könnten um die 15 Wohnungen entstehen.
Doch Müller möchte nichts überstürzen. „Wir schauen, was gebaut wird, wenn beide Areale startklar sind“, erklärt er. Dabei sollen auch die Wünsche der Anwohner im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Im Idealfall soll ein Investor für beide Gebiete gefunden werden.
Ein Projekt, das vor allem Müllers Nachfolger beschäftigen wird, ist das geplante Gewerbe- und Mischgebiet „Schwaderäcker“, das am Ortseingang Richtung Dotternhausen auf einer Fläche von 4,5 Hektar entlang der Zufahrtsstraße zum Schiefererlebnis entstehen soll. Der Bebauungsplan werde derzeit aufgestellt, die Erschließung ist für die Jahre 2025 und 2026 geplant.
Müller sieht, dass es über kurz oder lang schwierig sei, eine Umgehungsstraße für Dormettingen zu verwirklichen. Deswegen laufe entlang der Ortsdurchfahrt ein „Verkehrsversuch“: Begrenzt auf ein Jahr gilt dort Tempo 30. Müller hofft, „dass aus dem Versuch Dauerhaftigkeit wird.“
Bürgermeisterwahl 2025
„Ich habe jeden Tag Freude an meiner Arbeit“, sagt Müller, der zuvor als Förster gearbeitet hat und seit 1989 als Gemeinderat in Rosenfeld und 15 Jahre lang als Ortsvorsteher von Leidringen viel Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt hat. Müller geht davon aus, dass sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin im kommenden Frühjahr gewählt wird. Der genaue Termin der Bürgermeisterwahl soll im November festgelegt werden, Müller geht davon aus, dass sie an einem Sonntag im Mai vollzogen wird.
„Ich bin positiv gestimmt, dass es gute Bewerber geben wird“, meint Müller. „Wir haben eine gute Außenwirkung und ein solides Dorfleben mit vielen Vereinen, ruhig und harmonisch“, findet er. Schon jetzt bereitet er das ein oder andere vor, um seinem Nachfolger einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.
Die Brücke nach Dormettingen möchte der Leidringer im Ruhestand nicht abreißen lassen, doch betont auch, dass er sich zunächst zurückziehen wird und seinen Nachfolger „machen lassen“ will.