Bei der Gewalt gegen Einsatzkräfte wird ein neuer Höchststand verzeichnet: 402 Polizeibeamte sowie 17 Einsatzkräfte der Rettungsdienste werden in Ausübung ihres Berufes angegriffen. Foto: studio v-zwoelf - stock.adobe.com

Das Polizeipräsidium Konstanz verzeichnet – auch im Kreis Rottweil – einen Anstieg der Straftaten gegen das Leben und eine steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte.

Bei den Straftaten werden im Jahr 2025 insgesamt 28 328 Delikte erfasst – im Vorjahr waren es noch 31 491 Fälle. Dabei sind in allen vier Landkreisen rückläufige Zahlen zu beobachten. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl – die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner – zeigt eine positive Entwicklung: Für das Polizeipräsidium Konstanz liegt sie deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

 

Statistisch betrachtet kann das Leben im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums weiterhin als vergleichsweise sicher bezeichnet werden.

Tote durch Messergewalt

Die Straftaten gegen das Leben steigen deutlich an. Mit 28 Fällen liegen die Taten über dem Fünf-Jahres-Mittelwert von 23 Fällen. Acht Menschen verlieren ihr Leben. Ein positiver Trend zeigt sich jedoch bei den Körperverletzungsdelikten. 2025 werden insgesamt 3366 Fälle registriert, rund 370 weniger als im Vorjahr.

Bei der Gewalt gegen Einsatzkräfte wird ein neuer Höchststand verzeichnet: 402 Polizeibeamte sowie 17 Einsatzkräfte der Rettungsdienste werden in Ausübung ihres Berufes angegriffen – so viele wie noch nie zuvor. Auch Straftaten unter Einsatz von Messern bleiben nach wie vor ein Thema. Im Jahr 2025 werden 186 Fälle registriert. Zwar stellt dies ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, dennoch kommen vier Personen durch Messergewalt ums Leben und 15 weitere werden schwer verletzt.

Weiterhin häusliche Gewalt

Trotz rückläufiger Fallzahlen in der Allgemeinkriminalität zeigen auch die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung einen leichten Anstieg auf 1071 Fälle. Hierbei handelt es sich überwiegend um die Verbreitung pornografischer Inhalte. Die Anzahl der registrierten Opfer sinkt um 17,5 Prozent.

Die Fallzahlen im Bereich der häuslichen Gewalt, welche in Baden-Württemberg als Partnergewalt definiert ist, bleiben auf Vorjahresniveau. Insgesamt werden 981 Fälle verzeichnet, acht Menschen werden schwer verletzt, Todesopfer sind glücklicherweise nicht zu verzeichnen.

Es gibt härtere Drogen

Bei Wohnungseinbrüchen hat sich der Trend steigender Fallzahlen nach den Corona-Jahren, welche mit historischen Tiefstwerten einhergingen, weiter fortgesetzt. 2025 werden 274 Fälle registriert, eine Zunahme von 23 Fällen im Vergleich zum Vorjahr. Vergleicht man die Fallzahlen jedoch mit dem Jahr 2015, als noch 642 Fälle registriert wurden, haben sich diese mehr als halbiert.

Auch die Rauschgiftkriminalität zeigt weiterhin rückläufige Zahlen: Mit einem Rückgang um 46,4 Prozent werden in 2025 819 Fälle mit 719 Tatverdächtigen registriert. Diese Entwicklung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es parallel einen Trend zu härteren und gefährlicheren Betäubungsmitteln gibt.

Schockanrufe und Anlagebetrug

Letztlich zeigt auch der Bereich Cybercrime in 2025 weniger erfasste Straftaten. So gehen die registrierten Fälle von 645 auf 590 zurück. Den größten Anteil machen hierbei Fälle des Computerbetrugs im Zusammenhang mit unbaren Zahlungsmitteln aus.

Leider haben skrupellose und dreiste Tätergruppen mit Schockanrufen und Anlagebetrügereien nach wie vor immer noch Erfolg und fügen damit den Opfern große materielle Schäden und psychische Verletzungen zu.

Fokus auf Partnergewalt

Auch wenn die Gesamtzahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz rückläufig ist, stellt Polizeipräsident Jürgen von Massenbach-Bardt klar: „Hinter jeder Straftat stehen Menschen, die Belastungen, Vermögensverluste oder gar Verletzungen erleiden und in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt sind.“

Und versichert: „Das nehmen wir sehr ernst und werden dies im Rahmen der Fortführung der Kontrollen der Messerverbote aufgreifen. Ergänzt wird dies durch Präventionsarbeit in Bereichen wie digitale Kriminalitätsformen und Rauschgiftkonsum. Weitere Schwerpunkte sind das frühzeitige Erkennen von gefährlichen Entwicklungen der Partnergewalt.“