Nach den Sommerferien startet der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen. In Mötzingen sieht man sich gut vorbereitet .
Einstimmig legte der Mötzinger Gemeinderat fest, am bestehenden Betreuungsmodell festhalten zu wollen. Damit ist eine Betreuung zwischen sieben und 17 Uhr abgedeckt. Nur in den Ferienwochen muss man noch nachschärfen. „Das sind zwei Stunden mehr als der Rechtsanspruch“, erklärte Bürgermeister Benjamin Finis, dass man mit der Verlässlichen Grundschule schon heute mehr mache, als der Gesetzgeber künftig fordert.
Der mit den Ganztagesförderungsgesetz bundesweit geschaffene Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder wird ab dem kommenden Schuljahr stufenweise eingeführt – zunächst gilt er für die Erstklässler. Die Kommunen als Schulträger sind dabei verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot vorzuhalten und die dafür notwendigen räumlichen und personellen Ressourcen sicherzustellen.
Der Anspruch auf Ganztagesbetreuung umfasst unter anderem einen täglichen Betreuungsumfang von mindestens acht Stunden inklusive Unterrichtszeit an fünf Betreuungstagen pro Woche. Der Anspruch gilt grundsätzlich auch in den Schulferien.
Eltern scheinen zufrieden zu sein
Im Vorfeld der jetzigen Entscheidung wurden auch weitere Umsetzungsmöglichkeiten geprüft, wie die Einführung einer Ganztagsgrundschule sowie die Einrichtung eines kommunalen oder freien Horts. Doch offenbar sind die Mötzinger Eltern mit der momentanen Betreuungsform der Verlässlichen Grundschule zufrieden. „Wir hatten uns auf eine Bürgerbeteiligung mit Infoabend verständigt, aber das Interesse war eher mäßig“, rief Bürgermeister Benajmin Finis in Erinnerung.
An einer Umfrage unter den Eltern hatten sich 111 Personen beteiligt. Wie der Rathauschef in diesem Zusammenhang betonte, „bestehen nur wenige Ambitionen, am bestehenden System etwas zu ändern“. Und so ist Finis überzeugt, dass man mit der geplanten Umsetzung die bestehenden Bedürfnisse abdeckt. Mit dem bestehenden Team werde man die Einführung ohnehin problemlos umsetzen können.
Egon Stoll (MLi) geht davon aus, dass im Lauf der kommenden Jahre immer mehr Kinder die Betreuung in Anspruch nehmen werden. Vor diesem Hintergrund müsse man sich „schon Gedanken machen, wie wir Flächen schaffen können“. Auch Bürgermeister Finis ist überzeugt, „dass wir uns mit der Raumfrage beschäftigen müssen“.
„Das Gebäude ist absolut geeignet“
Für SPD-Rätin Regina Brenner bietet sich vor allem das alte Mötzinger Schulgebäude an. „Da gibt es in den nächsten Jahren Potenzial, das Gebäude ist absolut geeignet für die Betreuung“, machte sie deutlich. Wichtig sei es aber ebenfalls, eine gute und verlässliche Grundschulbetreuung auch in den Ferienzeiten anzubieten.
In den Augen von Alexander Röckl (MLi) bestätigen die Ergebnisse der Umfrage die bisher schon gute Arbeit der Grundschulbetreuung. Für Alfons Aigner (MLi) bilden die Rückmeldungen der Eltern eine gute Datenbasis. Er plädierte dafür, das Verfahren zu evaluieren, wenn auch die vierten Klassen einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben.