Das Thema „Nachbarschaftshilfe“ lockt um die 50 Wolterdinger und Hubertshofener in das Vereinshaus. Foto: Anita Reichart

Die zweite Infoveranstaltung zur Nachbarschaftshilfe in Wolterdingen war gut besucht. Einen eigenen Verein wird es aber nicht geben.

Nach der Informationsveranstaltung im vergangenen Dezember, die schon recht gut besucht war, und anschließender reiflichen Überlegungen, hat der Ortschaftsrat in einer nicht öffentlichen Sitzung beschlossen: Wolterdingen wird keinen eigenen Nachbarschaftshilfe-Verein gründen.

 

Stattdessen hat das Gremium eine alternative Lösung gefunden. Der Ort soll sich der bereits existierenden Nachbarschaftshilfe Aasen-Heidenhofen anschließen. Dies gab Ortsvorsteherin Angela Giesin nun beim jüngsten Treffen bekannt.

Und diese zweite Zusammenkunft, an der im Vergleich zur Wolterdinger Einwohnerzahl recht viele Hubertshofener Bürger inklusive der Ortsvorsteher-Stellvertreterin Katharina Pfarrherr teilnahmen – denn dort entschied man sich auch für den Anschluss und gegen eine eigene Vereinsgründung – entpuppte sich als eine Sternstunde bürgerschaftlicher Beteiligung, denn an die 50 Interessiert trafen sich im Vereinshaus.

Sigrid Hall, Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins Aasen/Heidenhofen, links, und Landratsamt-Mitarbeiterin Susanne Maier informieren die Anwesenden. Foto: Anita Reichart

Susanne Maier vom Landratsamt ist zuständig für die Netzwerke Alten- und Nachbarschaftshilfe. Der demografische Wandel führe dazu, dass Familie der größte Pflegedienst der Nation sei (86 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt). Sie informierte die Anwesenden auch nochmals aus erster Hand über die unterschiedlichen Arten von Nachbarschaftshilfe, die professionellen Dienste, die jetzt an ihre Grenzen kommen würden, bis hin zu bürgerlicher Nachbarschaftshilfe, „die all das tut, was ein guter Nachbar auch tun würde“.

Pflege der Zukunft sehe so aus: wohnortnah, gemeinschaftlich und vernetzt. Für die ehrenamtlichen Helfer ist dies eine sinnvolle Aufgabe“, fügte sie an. Es gibt mittlerweile 17 bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Es braucht engagierte Bürger, Unterstützung der Kommunen und die Gemeinschaft muss die Ideen leben und tragen.

Verein mit 256 Mitglieder

Auch die Vorsitzende des im Jahr 2021 gegründeten Nachbarschaftsvereins Aasen/Heidenhofen, Sigrid Hall, war zugegen und wusste Interessantes über ihre Tätigkeit im Verein zu berichten. Dem Verein gehören 256 Mitglieder an, darunter 51 Helfer, die jüngste ist 21 Jahre alt, die älteste 82 Jahre, würden sich um die mittlerweile 78 Klienten – auch aus anderen Ortsteilen – kümmern.

Sie informierte auch darüber, welche Zuschüsse man erhalten kann, welche Kosten ein Klient tragen muss und welche Aufwandsentschädigung ein Helfer üblicherweise bekommt. Die Nachbarschaftshilfe beinhaltet aber keine krankenpflegerischen Arbeiten und Hausputz. Tätigkeitsbereiche sind unter anderem Einkäufe und Besorgungen, Fahrten zum Arzt, zur Behörde, zur Kirche. Ebenso zählen Spaziergänge, Vorlesen, Gespräche und auch Hilfestellungen beim Umgang mit digitalen Medien sowie Hilfe in wirtschaftlichen Notlagen, im rechtlichen Rahmen, zum Angebot.

Aber auch die Helfer würden sich regelmäßig zum Austausch und zur Kameradschaftspflege treffen, erklärte sie. Als dann zum Schluss die Liste für die potenziellen Helfer umging, zeigte sich Ortsvorsteherin Angela Giesin sehr erfreut, denn stolze 33 Unterschriften konnte sie verbuchen.

So geht es weiter

Landfrauenbewegung
Weitere Mitmacher sind willkommen. Diese können sich bei den beiden Ortsverwaltungen noch melden. Nach den Sommerferien wird für die potenziellen Helferinnen und Helfer ein erforderlicher Schulungskurs von der katholischen Landfrauenbewegung organisiert werden. Eventuell gibt es dann einen Block in Wolterdingen und einen in Hubertshofen. Man will noch sondieren, welche Wochentage am besten passen.