Der Sprengsatz, der den General und seinen Adjutanten tötete, soll in einem E-Roller versteckt gewesen sein. Foto: dpa/Uncredited

Der ukrainische Geheimdienst tötet einen russischen General per Bombenanschlag in Moskau. Bevor der Ukraine-Krieg endet, wird er wohl noch unbarmherziger werden, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.

Noch sind nicht alle Fakten bekannt. Gesichert scheint derzeit lediglich Folgendes: In Moskau explodierte am Dienstagmorgen eine Bombe und tötete den russischen General Igor Kirillow und seinen Adjutanten. Der Sprengsatz war in einem E-Roller versteckt und detonierte, als der Militär sein Wohnhaus verließ. Der ukrainische Geheimdienst hat die Verantwortung für die Tat übernommen. „Kirillow war ein Kriegsverbrecher und ein absolut legitimes Ziel, weil er den Einsatz chemischer Waffen gegen ukrainische Soldaten befohlen hat“, so zitieren ukrainische Medien eine Geheimdienstquelle.

 

Der Krieg in der Ukraine tobt nach der vollumfänglichen russischen Invasion schon mehr als zwei Jahre. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Hoffnung geäußert, dass die Kämpfe 2025 enden. Doch angesichts solcher Taten wie des Anschlags von Moskau muss man annehmen: Bevor der Krieg vorbei ist, wird er wohl noch unbarmherziger werden.

Das zeigt sich auch in der Person des nun getöteten Kirillow. Er war für die Abwehr chemischer Kampfstoffe zuständig, soll aber auch für deren Einsatz gegen ukrainische Truppen verantwortlich gewesen sein. Im November bestätigte die unabhängige internationale „Organisation für das Verbot Chemischer Waffen“, dass Russland verbotenes Gas im Kampf genutzt hat.

In den vergangenen Wochen nahmen zudem die Luftschläge der Russen zu. Ganze Schwärme von Drohnen und Raketen werden in Richtung ukrainischer Städte geschickt. Sie treffen nicht in erster Linie militärische Ziele, sondern Kraftwerke, Trafostationen, Wohnhäuser, Supermärkte und Krankenhäuser.

Man muss immer wieder daran erinnern, wer für das Sterben verantwortlich ist: Wladimir Putin. Er könnte den Krieg von heute auf morgen beenden. Doch er tut es nicht. Und je länger der Krieg dauert, desto grausamer scheint er zu werden. Das Schlimmste steht womöglich noch bevor.