Besonders am Vormittag war die Messe gut besucht. Foto: Lupfer

Junge Menschen informierten sich auf der Berufsmesse in Wolfach über mögliche Karrierewege in der Region. Aber nicht alles lief zufriedenstellend.

Mehr als 1500 Besucher werden es am Ende gewesen sein, war Pascal Schiefer, Gewerbeverein-Chef und einer der Hauptorganisatoren, am Donnerstag im Endspurt der zweiten Wolfacher Zukunftsmesse sicher. „Noch mal eine Steigerung zum letzten Jahr.“ Trotz positivem Echo: Insbesondere seitens der Hausacher Schulen hätten sich Organisatoren wie Aussteller mehr Beteiligung gewünscht.

 

Der Erfolg der Co-Produktion von Gewerbeverein, Wolfacher Schulen und Stadtverwaltung überwog für Schiefer aber deutlich: Insbesondere am Vormittag sei der Andrang enorm gewesen. „Wenn ein Unternehmen zwei, drei gute Gespräche führt, dann hat sich der Aufwand für sie schon gelohnt.“

Das Besondere an der Wolfacher Messe, was auch die Aussteller schätzten: „Dass auch die kleinen Unternehmen eine Chance haben, sich zu präsentieren.“ Die Plätze werden ausgelost, alle Stände sind gleich groß. „Wir lassen kein Las Vegas zu“, sagte Schiefer mit Blick auf größere Messen wie die Offenburger Berufsinfomesse, wo mit immer aufwendigeren Ständen um Aufmerksamkeit geheischt werde.

Mehr Resonanz gewünscht

„Es war richtig viel los“, bestätigten Adrian Müller, technischer Produktdesigner, und Auszubildender Jan Schmieder am Stand von Hartstahl Echle. Vormittags sei die Gesprächsbereitschaft höher gewesen als nachmittags. Doch sei das Interesse insgesamt groß gewesen, rund 20 Besucher hätten auch sehr konkrete Gespräche über die Ausbildungsmöglichkeiten geführt.

Am Stand der AOK habe es 40 bis 50 interessierte Gespräche gegeben, erklärte Norbert Limberger. Er hätte sich aber noch mehr Resonanz älterer Schüler gewünscht: „Die Hausacher Schulen haben gefehlt.“

Bauunternehmen bestätigt den Erfolg der Messe

„Ich fand’s eine gute Sache“, bilanzierte Silvia Echle vom Bauunternehmen Echle. Es sei ein erfolgreicher Tag. Die Messe zeige, dass es auch im Kinzigtal etliche spannende Jobs gebe. Echle Bau ist das Vorzeigebeispiel, dass die Idee der Macher funktioniert: Einer der jungen Gesprächspartner der Zukunftsmesse 2025 ist jetzt Auszubildender im Betrieb.

„Das Interesse war ziemlich gut“, bilanzierte Markus Kiefer, Azubi-Ansprechpartner von Geiger Raumkonzepte. Bei älteren Besuchern sei die Resonanz „eher schwach“ ausgefallen. Vor allem die Altersgruppe, die vor einer Ausbildung stehe, sei aber stark vertreten gewesen. Und die hätten auch sehr konkrete Fragen zum Job und zur Branche gehabt.

Vor allem den Vormittag und die Mittagszeit werteten auch Carina Störr vom Johannes-Brenz-Heim, Marco Sum von der Fassondreherei Blum in Gutach und Maximilian Cercov von Sachtleben Bergbau stark. Am Nachmittag sei der Besuch abgeflacht. „Am Nachmittag war’s ruhiger, aber interessierter“, sagte Marco Piechotta vom Personalmarketing der Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal. Sein Eindruck von der Messe: Am Nachmittag seien mehr freiwillige Besucher in die Halle gekommen, die sich gezielt informierten und nachfragten. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit Leuten, die sich vorstellen könnten, etwas bei uns zu machen.“

Ablehnung aus Hausach?

Direkt zu Schuljahresbeginn habe man die Hausacher Schulen zur Zukunftsmesse eingeladen, sagte Pascal Schiefer. Der offizielle Besuch sei erneut abgelehnt worden. Formell aus Zeitgründen. Aus dem Schulumfeld verlaute aber, es gebe „eine klare Ansage von oben“, die Wolfacher Messe nicht zu unterstützen.