Hope-Eden-Schüler in ihrer Schulkleidung im Hof vor ihren Schulgebäuden mit Arkaden – nach dem Vorbild des Freudenstädter Marktplatzes. Foto: Annegret Kumbur

Die in Dietersweiler geborene Annegret Kumbur und ihr Mann Shiekar helfen mit „Hope Eden“ seit fast 30 Jahren Kindern in Nigeria.

Unerschütterliche Hoffnung, Gottvertrauen und Tatkraft durch Annegret Kumbur und Ehemann Shiekar Kumbur als Gründer von „Hope Eden“ schenken Hilfe zur Selbsthilfe mitten im Busch in der Nähe der Hauptstadt Abuja von Nigeria. Ihr Ziel war es vor fast 30 Jahren, der nigerianischen Landbevölkerung zu helfen.

 

Um den immer größeren Herausforderungen mit der Farm, Schulen und Häusern, gerecht zu werden, wurde in Deutschland vor 20 Jahren der gemeinnützige Verein „Hope Eden “ gegründet. Er sieht seine Aufgabe darin, Hope Eden materiell, finanziell und ideell zu unterstützen.

Dieses Jubiläum feierten Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins „Hope Eden“ mit Annegret Kumbur, geborene Mönch, in Dietersweiler, ihrem Geburtsort. Nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche folgte im Gemeindehaus Dietersweiler das gemeinsame Fest. Große Freude und Dankbarkeit spiegelten die Lieder und Berichte der Vereinstätigkeit und vor allem der Rückblick durch Annegret Kumbur wider.

Der Anfang war schwer

Am Anfang lebte das Ehepaar Annegret und Shiekar Kumbur mitten im Busch nur in ihrem Zelt – umgeben von Schlangen. Auf dem mühsam gerodeten Ackerland bauten sie Gemüse und Früchte an, da die Familie durch zahlreich angenommene Waisenkinder schnell wuchs und versorgt werden musste.

Der Vorstand des Vereins Hope Eden Deutschland (von rechts): Thomas Moll, Vorsitzender, Thalita Nüssle, zweite Vorsitzende, und Elmar Kammerer, Schatzmeister. Vorne Annegret Kumbur, Director Hope Eden NGO, Nigeria Foto: Bärbel Kalmbach

Der Anfang auf der kleinen Farm war sehr schwer. Durch den Verkauf von selbst angebauten Grundnahrungsmitteln und Eiern mussten sie ihren Lebensunterhalt sichern. Mit selbstgebrannten Backsteinen bauten sie ihr Häusle. Bevor es in Hope Eden eine Schule gab, wurden die Kinder und Jugendlichen der Farm von Annegrets Freunden unterstützt, um die Schulgelder zu zahlen.

Mit der Vision, eine Schule zu bauen, wurde dann auch der Verein gegründet. So konnten Annegret und Shiekar Kumbur mit weiteren Unterstützern – auch aus Deutschland – ab 2006 nach und nach Schulen sowie Mitarbeiter- und Lehrerhäuser bauen. Auf Annegrets Wunsch rundum mit Arkaden, wie der heimatliche Freudenstädter Marktplatz. Alle erforderlichen Backsteine brennen sie selbst. Wenn Stämme benötigt werden, fällen sie nachhaltig nur dafür Bäume und pflanzen selbstgezogene neue Bäume nach. So konnten sie für Kinder aus den umliegenden Dörfern eine Spielgruppe gründen. Dort lernen sie Englisch – der Grundstein für ihre spätere Schullaufbahn.

220 Schüler

In die Hope Eden Gemeinschaftsschule gehen nun 220 Schüler in drei Kindergarten-, Vorschul- und sechs Grundschulklassen. Den Kindern vom Land, denen gute Schulen oft verwehrt bleiben, gewährt Hope Eden eine kostenlose qualitative gute Schulausbildung.

Der Name der Farm ist auch Programm: „Hope Eden“ steht für die Hoffnung, die durch Verkündigung der frohen Botschaft von Jesus Christus und Verbesserung der jetzigen Lebensbedingungen in den Menschen entfacht werden konnte. Die Farm sichert durch den Anbau und den Verkauf von Grundlebensmitteln den Lebensunterhalt für die Bewohner auf Hope Eden. Mittellose Jugendliche, alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern und Mitarbeitern finden hier eine Heimat. In der Schule sind 55 Mitarbeiter einschließlich Lehrer beschäftigt.

„Mädle, sitz au a mol na!“

Ohne tatkräftige Mitarbeit von vielen Unterstützern und dem Verein Hope Eden wäre diese Hilfe zur Selbsthilfe im Vertrauen auf Gott nicht so erfolgreich geworden. Annegret Kumbur darf inzwischen dankbar an ihre nigerianischen Mitarbeiter Aufgaben abgeben. Ihr Mann Shiekar kann sie seit 2008 nach einem schweren Autounfall nur noch begrenzt unterstützen. „Mädle, sitz au a mol na!“ mahnte sie deshalb eine besorgte Freundin beim Besuch in Nigeria.

Info: www.hope-eden.org