Das „prominente“ Windrad an der B462 bei Zimmern ist seit langem kaputt. Jetzt gibt es Neues. Foto: Otto

Das wohl prominenteste Windrad im Raum Rottweil steht an der B462. Nicht nur wegen der Lage, sondern weil es seit langem kaputt ist. Wird das Rad zur Ruine? Wir wissen mehr.

In Zeiten heftiger Windkraft-Debatten in der Region – erst jüngst fielen Bürgerentscheide in Fluorn-Winzeln und Oberndorf ablehnend aus – stehen Windräder besonders im Fokus. Erst recht dann, wenn sich ein Exemplar schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr dreht. Um das kaputte Windrad an der B462 zwischen Rottweil und Dunningen gibt es immer wieder Rätselraten.

 

Schon vor einem Jahr hatten wir nachgehakt, was es denn mit der kaputten Anlage, eine Nordex 50/800, auf sich hat. Wem gehört das Windrad eigentlich? Und wie geht es weiter? Über die Gemeinde Zimmern, auf deren Gemarkung es steht, war zu erfahren gewesen, dass das mehr als 25 Jahre alte Windrad einen Getriebeschaden hat. Informationen zu weiteren Planungen des Betreibers – den man aus Datenschutzgründen nicht nennen wollte – habe man nicht.

Jetzt ist wieder ein Jahr ins Land gegangen. Und das Windrad, in dem der ein oder andere schon eine künftige Windkraft-Ruine sieht, steht immer noch bewegungslos in der Landschaft. Wird es nun zurückgebaut? Repariert? Und gibt es da nicht vielleicht irgendwelche Fristen?

Wir gehen der Sache erneut auf den Grund. Die Gemeindeverwaltung Zimmern stellt schließlich den Kontakt zur Firma „Verum Wind“ in Stuttgart her. Auf unsere Fragen antwortet Geschäftsführer Carlo Schölkopf.

Untersuchungen laufen

Er stellt zunächst klar, dass Verum Wind nicht der Betreiber der Bestandsanlage sei. „Allerdings prüfen wir aktuell gemeinsam mit dem Betreiber ein Repowering“, erklärt er. Hierfür laufen laut Schölkopf seit einem Jahr und nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde umfassende „avifaunistische Untersuchungen“ – sprich, Untersuchungen bezüglich der Vogelarten in dem Gebiet.

Rückbau und Neubau geplant

Die Untersuchungen werden dieses Frühjahr abgeschlossen sein und alles deute darauf hin, dass diese positiv ausfallen, „sodass einem Genehmigungsverfahren noch in diesem Jahr nichts im Wege steht“, wie er sagt. Sobald die Repoweringgenehmigung vorliege, könne die Altanlage zurückgebaut und durch eine neue Anlage ersetzt werden.

Ersatzteilsuche auch im Ausland

Der Betreiber habe ursprünglich eine Reparatur angestrebt, allerdings seien keine Ersatzteile für dieses Modell mehr verfügbar, so Schölkopf. „Die Suche auf dem Gebrauchtmarkt ist auch im europäischen Ausland gelaufen, leider ohne Erfolg, so dass die Entscheidung hin zu einem Repowering gefallen ist.“ Die Verum Wind freue sich, dieses durchzuführen.

Windrad seit August 2024 kaputt

Die jetzige Windenergieanlage, die auf einem privaten Grundstück steht, habe laut Betreiber im August 2024 das letzte Mal grünen Strom produziert. Die Frist zwischen Rückbau der Altanlage und Errichtung der Neuanlage liege typischerweise zwischen zwei und drei Jahren, informiert der Geschäftsführer von Verum Wind.

Es kann also noch dauern, bis sich an dieser Stelle neben der B462 wieder ein Windrad dreht. Die weiteren Untersuchungen zum „Empowering“ sollen jedenfalls bis Ende April abgeschlossen sein. Und dann können neugierige Autofahrer – wenn alles glatt läuft – Rückbau und Wiederaufbau live mitverfolgen.