Am 23. Dezember wurde eine Online-Petition für den Erhalt der Siebentäler Therme gestartet. Es wird darum gebeten, sich für den Erhalt der Einrichtung einzusetzen. Etliche Personen haben schon unterschrieben.
Im Oktober vorigen Jahres wurde die Change.org-Petition „Gegen die Erhöhung der Kindergarten-Gebühren“ in Bad Herrenalb gestartet. Thomas Gebauer aus Bad Herrenalb, Vater von Lina, Clara und Vinzent, wollte wachrütteln. Letztendlich hat sich ein Arbeitskreis auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen können. Mittlerweile gibt es eine weiter Online-Petition: „Rettet die Therme Bad Herrenalb“. Startdatum 23. Dezember 2024 – gestartet von „A.A.“. Am Freitagnachmittag wurden mehr als 1650 Unterschriften angezeigt.
Wichtiger Treffpunkt
Unterstützung Unter „Warum ist diese Petition wichtig?“ ist zu lesen: Es bestehe die Möglichkeit, dass die Therme und das Freibad geschlossen werden, wenn der Gemeinderat am 22. Januar final gegen den Umbau der Therme stimme. „Wir brauchen eure Unterstützung, um beide Einrichtungen zu retten. Das Thermalbad spielt eine wichtige Rolle für den Tourismus, (Hotelbetriebe, Restaurants) und die Patienten in den Kliniken. Außerdem finden in der Therme Schwimmkurse für unsere Kinder statt, sowie das Schulschwimmen der Falkensteinschule“, heißt es des Weiteren.
Der Verlust dieser Dienstleistungen würde sich nicht nur auf den Tourismus auswirken, „sondern auch unserer Gemeinde Räume vorenthalten, die Gesundheit, Wohlbefinden und Verbundenheit fördern – insbesondere das Schwimmbad, das im Sommer ein so wichtiger Treffpunkt für Familien und Kinder ist“.
Positive Meinung
Echter Unterschied Abschießend steht in der Petition: „Wir möchten euch bitten, an der bevorstehenden Gemeinderatssitzung teilzunehmen und für den Erhalt der Therme einzusetzen. Eure Anwesenheit und positive Meinung können einen echten Unterschied machen. Gemeinsam können wir der Stadt zeigen, wie viel diese Einrichtungen für Bad Herrenalb bedeuten - für unsere Familien, unsere Wirtschaft und unsere Zukunft.“
Ein- und Ausgaben
Offene Frage klären Spekulation Am Ende der letzten Gemeinderatssitzung im Jahr 2024 informierte Bürgermeister Klaus Hoffmann die Stadträte: Am 22. Januar werde es eine außerordentliche Sitzung im Kurhaus geben.
Die Sanierung und der Umbau der Siebentäler Therme sorgen permanent für Gesprächsstoff in der chronisch klammen Kurstadt. Sprach sich doch der Gemeinderat im Juni 2021 bei sieben Ja- und fünf Neinstimmen dafür aus, dass die Siebentäler Therme für 13,4 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden soll. Seitdem wird viel darüber spekuliert, wie viel die Revitalisierung letztendlich kosten wird.
Offene Fragen sollen jetzt beantwortet werden. Das sei ja auch der Wunsch von Stadträten, stellte der Bürgermeister fest. Man werde sich auf die öffentliche Sitzung vorbereiten. Es werde über den aktuellen Stand berichtet, über Besucherzahlen sowie Ein- und Ausgaben. Genauso über: Was passiert, wenn die Siebentäler Therme geschlossen und nicht weitergebaut werde. Was wäre, wenn? Man könne die Entscheidung auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinausschieben. Am schlimmsten sei es, keine Entscheidung zu treffen, so der Rathauschef.
Interne Beratung Wie üblich, sollen die Unterlagen eine Woche vor der Sitzung bereitstehen. So können die Fraktionen im Vorfeld intern beraten. Man versuche, die bestmögliche Basis für eine Entscheidung zu liefern. Das Stadtoberhaupt meinte unter anderem, er habe keine Lust mehr, sich als Lügner bezeichnen zu lassen.
Es herrsche Einstimmigkeit beim Aufsichtsrat, das Ganze nicht länger zu dulden. So, wie über das Projekt gesprochen werde, schade das der Stadt, der Therme und den Stadtwerken.
Obergrenze: 500 000 Euro
Bürgermeister Hoffmann meinte zudem, jeder Zweite auf der Straße wolle wissen,was der Beschluss vom Oktober genau bedeute. Zehn Gremiumsmitglieder stimmten seinerzeit für folgenden Antrag, neun dagegen und zwei enthielten sich: „Der Gemeinderat möge beschließen, dass die Höhe des von der Stadt Bad Herrenalb jährlichen zu zahlenden Verlustes für den Betriebszweig Thermalbad an die Stadtwerke GmbH nach Wiedereröffnung des Thermalbades, spätestens für das Rechnungsjahr 2026, auf die Obergrenze von 500 000 Euro festgesetzt wird. Diese Zahl ist als Leitplanke gemäß Paragraf 104, Absatz 1, Satz 3, Gemeindeordnung Baden-Württemberg an die Vertreter der Stadt Bad Herrenalb in der Stadtwerke GmbH zu verstehen. Alle Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Therme mit betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf den Verlust des Thermalbades haben sich an dieser Zahl zu orientieren.“
Nicht belastbar
Nur Schätzgrößen Im November 2024 meinte das Stadtoberhaupt, das Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH ist, im Gespräch mit unserer Redaktion: Wie viele Millionen die Revitalisierung insgesamt kosten wird, könne „Stand jetzt“ nicht belastbar beantwortet werden. Die Kostenberechnung des Architekten für die jetzigen Baumaßnahmen liege bekanntlich bei knapp 15 Millionen Euro. Welche Kosten für einen späteren Bauabschnitt, in fünf oder sieben Jahren, anfallen werden, könne man noch nicht sagen. Aktuell gehe man von sechs bis sieben Millionen Euro aus, das seien bislang aber nur Schätzgrößen. Jetzt „definitive Zahlen“ zu nennen „ist nicht seriös, zumal man auch noch nicht sagen kann, in welcher Höhe der zweite Bauabschnitt gefördert werden wird“.
Sanierungsstopp? Wie der Rathauschef auf Nachfrage unserer Redaktion einen Tag nach der Gemeinderatssitzung deutlich machte, wird es am 22. Januar eine Abstimmung geben. Alles werde aufgearbeitet und der Gemeinderat müsse sich entscheiden: ob es mit der begonnenen Sanierung mit aller Kraft weitergeht, oder ob es einen Sanierungsstopp gibt – die Therme also geschlossen wird. Mit der Ausschreibung der Erd- und Rohbauarbeiten wird übrigens gewartet, bis die Stadträte abgestimmt haben.