Der Wechsel von Daniels Ontuzans nach Bad Bellingen ist überraschend geplatzt. Nun melden sich die Vereine sowie Ontuzans selbst zu Wort.
Es war ein echter Statement-Transfer, den Fußball-Landesligist FC Bad Bellingen vor rund vier Wochen vermeldete. Mit Daniels Ontuzans sollte im Sommer ein Angreifer vom FC Auggen ins Rheinstadion wechseln, der bereits im DFB-Pokal für den FC Bayern München aktiv war und reichlich Drittliga-Erfahrung mitbringt. Nun hat sich der 26-Jährige doch gegen den Wechsel entschieden.
Sportliche Aussicht war der Schlüssel zum Verbleib
„Wir sind froh, dass Daniels seine Entscheidung rückgängig gemacht hat“, bestätigt Auggens Sportchef Björn Giesel den Verbleib des ehemaligen lettischen Nationalspielers. Ontuzans habe sich vorschnell entschieden und sei später zu dem Schluss gekommen, dass er sich sportlich nicht verschlechtern wolle, so Giesel. Während der FC Auggen in der Verbandsliga Südbaden aktuell auf Rang drei steht, kämpft der FC Bad Bellingen eine Etage tiefer um den Klassenerhalt (Platz 13).
Dass Giesel seinen Akteur in Schutz nimmt, ist für ihn selbstverständlich: „Damals hatte das Gespräch mit unserem künftigen Trainer Amin Jungkeit noch nicht stattgefunden.“ Inzwischen haben sich Trainer und Spieler ausgetauscht und den Deutsch-Letten vom Verbleib in Auggen überzeugt.
Daniels Ontuzans selbst äußert sich wie folgt zu den Vorkommnissen: „Die letzten Tage waren etwas spektakulär. Ich habe meine Entscheidung zu früh getroffen und würde sehr gerne noch etwas mit dem FC Auggen in der Verbandsliga erreichen. Zudem hat mir die aktuelle sportliche Situation in Bad Bellingen nicht gefallen. Dennoch möchte ich betonen, dass mir die Entscheidung gegen den FC Bad Bellingen keineswegs leicht gefallen ist.“
Darüber hinaus nennt der 26-Jährige, wie auch Sportchef Björn Giesel, das Gespräch mit dem angehenden Cheftrainer Amin Jungkeit als Wendepunkt. Auch die Verbundenheit zum Team sei ein weiterer Faktor. „Ich kenne die Mannschaft und den Verein. Als ich Auggen über meinen Wechsel informiert habe, waren alle verständnisvoll. Wir hätten uns, selbst wenn es in Bad Bellingen geklappt hätte, definitiv im Guten getrennt“, so Ontuzans.
Beim FC Bad Bellingen stößt der plötzliche Rückzieher des Top-Transfers hingegen auf Unverständnis. „Am vergangenen Freitag erhielten wir einen Anruf des Auggener Akteurs, in dem er uns mitteilte, dass er seine Zusage für den Sommer zurückziehen wird“, bedauert FCBB-Sportchef Kai Schillinger. Gründe für die Absage sind laut dem FC Bad Bellingen finanzielle Anpassungen seines neuen Vertrags sowie mögliche berufliche Konsequenzen, die dem Angreifer im Falle eines Wechsels in Aussicht gestellt wurden.
Finanzielle Anpassungen haben stattgefunden
Die finanziellen Anpassungen dementiert FCA-Sportchef Björn Giesel nicht. „Es gab diesbezüglich Gespräche, bei denen wir zu einer Übereinkunft gekommen sind.“ Dennoch betont er, dass die Entscheidung des 26-Jährigen sportlich begründet sei: „Dass wir uns finanziell noch einmal geeinigt haben, steht auf einem anderen Blatt.“
In Bad Bellingen reißt der Rückzieher nicht nur im Aktivbereich ein Loch in die Zukunftsplanung. Besonders schwer wiegt die Absage im Jugendbereich. Ontuzans war nicht nur als Spieler eingeplant, sondern sollte auch eine Trainerfunktion übernehmen. Im Zuge der neu gegründeten Spielgemeinschaft in der C- und B-Jugend hatte der Verein große Hoffnungen in ihn gesetzt. Die Verpflichtung war intern wie extern bereits mit großer Euphorie kommuniziert worden, heißt es seitens des FC Bad Bellingen.
Trotz der Enttäuschung betont Schillinger die Grundhaltung des Vereins: „Wir bedauern diese Entwicklung sehr, vor allem im Hinblick auf unsere Jugendkonzepte. Gleichzeitig ist es die Philosophie vom FC Bad Bellingen, nur mit Spielern und Verantwortlichen zusammenzuarbeiten, die ihre Zusage unbelastet und aus voller Überzeugung geben können.“