Der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler hat den Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. Es wird deutlich: Die Gemeinde hat viele Baustellen zu bewältigen.
Traditionell verabschiedete der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler in seiner Dezembersitzung den Haushaltsplan mit Haushaltssatzung für das kommende Jahr.
Beschlossen wurden auch die Wirtschaftspläne 2026 für die Eigenbetriebe Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Freizeitbad. Die Beschlüsse zu allen Zahlenwerken wurden einstimmig gefasst.
Vor der Abstimmung äußerte Bürgermeister Dieter Bischoff seine Sorge, da in den nächsten Jahren Defizite in den Haushaltsplänen nicht auszugleichen seien. Grund hierfür seien Kostensteigerungen bei der Kreisumlage, aber auch höhere Personalkosten durch Ganztagsbetreuung und durch Tarifsteigerungen.
Einnahmen zu erhöhen ist nicht die Lösung
Es müsse sorgfältig abgewogen werden, was finanzierbar sei und wo eingespart werden könne, ohne die Infrastruktur zu gefährden, so die Haltung des Rathauschefs zum Spagat bei den Haushaltsplanungen.
Und weiter: Investitionen müssten nachhaltiges Wachstum ermöglichen – der Fokus auf Bildungsangebote gerichtet, aber auch die Erträge stabilisiert werden.
Aufgabenstränge seien kritisch zu bündeln, die Effizienz der Verwaltung mittels Ressourcenmanagement und optimaler Beschaffungsprozesse zu steigern und Kosten durch Prüfung von Sparpotenzialen zu senken.
Dazu reiche es aber nicht, nur die Einnahmen zu erhöhen, betonte Bischoff. Dies bedeute auch eine Gebührenpolitik mit Augenmaß und fairen Beiträgen zu etablieren, ohne die Bürger zu überfordern.
Über Sondervermögen wird noch beraten
Auch bezüglich des von Bundesseite zur Verfügung stehenden Sondervermögens – mit rund 4,6 Millionen Euro für Pfalzgrafenweiler, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren einmalig oder auf die Jahre verteilt abrufbar seien und zwingend für Investitionen einzusetzen sind – werden seitens Gemeinde im Frühjahr Überlegungen anstehen.
Kämmerer Robin Lutz nannte die Kennzahlen des Haushalts 2026, der mit 25,8 Millionen laufenden Ausgaben, 6,1 Millionen Investitionen im Finanzhaushalt und somit einem Gesamtvolumen von 31,9 Millionen Euro plane.
Die großen Blöcke im Ausgabenbereich sind die Kreisumlage mit 24 Prozent und Personalausgaben mit 23 Prozent. War die Kreisumlage stets unter vier Millionen, stieg sie 2025 auf fünf und in 2026 sogar auf 6,2 Millionen an.
Als wichtigste Erträge nannte der Kämmerer die Gewerbesteuer (21 Prozent der Einnahmen) sowie dem Anteil an der Einkommensteuer (27 Prozent).
Rücklagen der Gemeinde sind aufgebraucht
57,4 Prozent der Investitionen entfallen auf Baumaßnahmen. Die wichtigsten sind die Ortskernsanierung mit Schul- und Bellingstraße (1,171 Millionen), Im Höfle (166 250 Euro) und der Ausbau des Kindergartens Sonnenschein (250 250 Euro), Maßnahmen zum Breitbandausbau (mehr als 700 000 Euro), oder die Sanierung des Rathauses Kälberbronn (Restabrechnung: 750 00 Euro).
Die Liquidität der Gemeinde Pfalzgrafenweiler (10 Millionen Euro am 1. Januar) werde bis 2030 aufgebraucht. Die Höhe der Pro-Kopf-Verschuldung liege mit 7256 Einwohnern (Stand Juni 2025) bei 548,06 Euro.
Der Kämmerer rechnet in den Jahren 2027 bis 2029 auch mit negativen ordentlichen Ergebnissen, da die Rücklagen bis zur Mindestreserve komplett aufgezehrt und bereits ab 2027 Darlehen im Kernhaushalt benötigt werden.