In der Region angeln Menschen immer wieder ohne Erlaubnis. Sie zu stellen, gestaltet sich als schwierig.
Fischwilderei ist kein Kavaliersdelikt. Wer die Bach-Forelle lieber auf dem Grill hätte, als sie im Wasser zu sehen, sollte dieser Vorstellung nicht einfach nachgehen. Denn wer ohne Angelschein einen Fisch angelt, macht sich strafbar. Zumindest theoretisch.
Jonas Schuster aus dem Vorstandsteam des Angelsportvereins (ASV) Blumberg berichtet von verdächtigen Personen, die am Blumberger Merkelweiher im Zollhausried gesichtet wurden. Es seien zudem Ruten im Gebüsch gefunden worden, die dort wohl nach getaner Wilderei achtlos hingeworfen worden waren.
Jüngst, berichtet Schuster, sei er selbst am Merkelweiher auf drei Schwarzangler getroffen, die wohl ganz ohne Schuldbewusstsein auf leckere Fische aus waren. „Die haben gar nicht gemerkt, dass ich mich genähert habe“, erzählt der 21-jährige Industriemechaniker, der bereits seit zwölf Jahren angelt. Als er dann vor ihnen stand, habe er sie zur Rede gestellt – und die Antwort gehört, die in diesen Situationen quasi Standard sei: „Das haben wir nicht gewusst.“
Schwarzfischerei am Merkelweiher
Der Merkelweiher ist ein Pachtgewässer der Blumberger Angler, sagt der Schriftführer des ASV. Zusätzlichen Fischbesatz hätten die Mitglieder nicht ausgebracht, denn der Weiher grenzt an ein Schutzgebiet. Die Schwarzfischerei, nachweislich zwei bis drei Mal im Jahr vorgekommen, sei ein großes Ärgernis. Ihr beizukommen, sei nahezu aussichtslos.
„Wir wissen ja selbst, dass die Polizei mehr zu tun hat, als zu versuchen, die Schwarzangler auf frischer Tat zu ertappen“, sagt Schuster. Und die Diebe alleine zur Rede zu stellen, könnte in der Nacht gefährlich werden.
Strafanzeige bedeutet Papierkram und Frust
Eine Strafanzeige zu stellen, hält der junge Angler dagegen für ein schier vergebliches Unterfangen: nichts als Rennerei, Papierkram und Frust. Auch Michael Birk, der Vorsitzende der Fischervereinigung Hüfingen, schlägt Alarm und berichtet von einer Problematik, die nicht nur in Hüfingen, sondern in der gesamten Region um sich greife. „Fischwilderei ist längst keine Seltenheit mehr“, erklärt Birk. „Was früher vielleicht als Kavaliersdelikt angesehen wurde, entwickelt sich mittlerweile zu einem ernsthaften Problem für unsere Gewässer und die Fischbestände.“
Die Rede ist von illegalen Fangaktionen in Fischweihern, bei denen sich die Täter gezielt über geltendes Recht hinwegsetzen. „Es sind nicht mehr nur Einzelpersonen, die mal eben eine Angel ins Wasser halten“, sagt Birk, „wir sprechen hier von organisierten Aktionen, bei denen sogar Stellnetze und Reusen zum Einsatz kommen“.
Jugendarbeit
Die Gruppe
Der Angelsportverein Blumberg macht eine engagierte Jugendarbeit. Im Jahr 2023 setzte die Jugendabteilung unter der Leitung des Jugendwarts Jonas Happle mehr als 40 Veranstaltungen um. Gut ein Dutzend Kinder und Jugendliche gehören der Jugendgruppe an. Jonas Happle ist seit Anfang dieses Jahres Vorsitzender des ASV.