Am Fish on Tour-Anhänger des Landesfischereiverbandes BW wird den Gästen gezeigt, was in und um die Donau lebt. Hauptattraktion sind zwei Signalkrebse im Aquarium, eine invasive Art, die sich mittlerweile stark in der Donau ausbreitet und von den Fischern mit Reusen gefangen wird. Foto: Lutz Hugel

Die Anglergesellschaft Villingen feiert das 100-jährige Pachtjubiläum mit der Gemeinde Neudingen.

Bei bestem Festwetter – zumindest bis zum späten Nachmittag – feierte die Anglergesellschaft Villingen laut einer Mitteilung das 100-jährige Pachtjubiläum mit der Gemeinde Neudingen. Geladene Gäste aus Politik, Naturschutz und den örtlichen Vereinen nahmen laut einer Mitteilung am offiziellen Teil der Feier teil, bevor ein bunter Familiennachmittag mit zahlreichen Besuchern das Jubiläum abrundete.

 

Angler sind auch Naturschützer

Die Festansprache hielt der Vorsitzende der Anglergesellschaft, Christian Haas. In seiner Rede ging er nicht nur auf die langjährige Partnerschaft mit der Gemeinde Neudingen ein, sondern hob auch die aktuellen Herausforderungen der Fischerei hervor, die sich im Zeichen des Klimawandels entwickelt haben.

Seit genau 100 Jahren betreut der Verein die Donau und die angrenzenden Gewässer bei Neudingen und übernimmt dabei Aufgaben, die weit über das eigentliche Angeln hinausgehen: Gewässerhege, Artenmonitoring und strukturverbessernde Maßnahmen gehören ebenso dazu wie Umweltbildung und ehrenamtliches Engagement.

Auch wenn der Verein seinen Sitz in Villingen hat, ist er seit einem Jahrhundert fest in Neudingen verwurzelt und versteht sich als Verein der Pachtgemeinden – mit seinem besonderen Juwel, der Fischerhütte an der Donau auf Neudinger Gemarkung, wie Christian Haas betonte.

Jochen Preiss (links) und Bernd Matt (rechts) übergeben ein Präsent der Neudinger Vereine an Christian Haas. Foto: Lutz Hugel

Jochen Preis, Ortsvorsteher von Neudingen, überbrachte in seiner Rede die Glückwünsche der Gemeinde Neudingen und der Stadt Donaueschingen. Er würdigte das langjährige und vertrauensvolle Verhältnis zwischen Gemeinde und Verein und lobte das Engagement der Anglergesellschaft für Natur, Umwelt und das örtliche Vereinsleben. Als Zeichen der Verbundenheit übergab er im Namen der Gemeinde und der Neudinger Vereine ein gemeinschaftliches Geschenk.

Gratulationen kamen auch aus der dasselbe Hobby betreibenden Nachbarschaft. Werner Mattes, Vorsitzender der Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren, stellte das erfolgreiche, gemeinsame Wirken der Angelvereine in der Region vor.

Bunter Nachmittag für die ganze Familie

Besonders würdigte er das Engagement von Christian Haas in der Interessensgruppe der Angelvereine entlang von Brigach, Breg und oberer Donau, die ins Leben gerufen wurde, um sich besser zu vernetzen und gemeinsame Anliegen mit vereinter Stimme zu vertreten.

Ludwig Dufner, dienstältestes Mitglied der Anglergesellschaft und Ehrenvorsitzender, brachte die Festgesellschaft mit einigen amüsanten Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten zum Schmunzeln.

Im Anschluss an den offiziellen Festakt lud der Verein zum öffentlichen Familiennachmittag rund um die Fischerhütte ein. Höhepunkt für große und kleine Besucher war der „Fish on Tour“-Anhänger des Landesfischereiverbandes, der anschaulich über das Leben in und an der Donau informierte. Trotz eines kräftigen Gewitterschauers am Nachmittag fanden sich zahlreiche Gäste unter dem schützenden Zeltdach ein und genossen das vielfältige kulinarische Angebot mit Kaffee, Kuchen und Grillwürsten.

Für musikalische Unterhaltung sorgte die Musikkapelle Neudingen, die das Jubiläum festlich umrahmte. Die Anglergesellschaft Villingen zeigte sich rundum zufrieden mit dem gelungenen Fest – und freut sich auf die kommenden Jahre gelebter Partnerschaft mit der Gemeinde Neudingen.

Der überregionale Blick

Naturschutz
Im Rahmen der Festveranstaltung in Neudingen warf Gerhard Bronner, Vorsitzender des Naturschutzverbandes Baden-Württemberg, einen überregionalen Blick auf die ökologische Situation. In seiner Rede stellte er die aktuelle politische Entwicklung im Bereich des Naturschutzes dar. Und die fällt überaus bedenklich aus. In vielen Bereichen, so Gerhard Bronner, werde der Schutz der natürlichen Lebensräume zugunsten anderer Interessen zunehmend zurückgedrängt – eine dramatische Entwicklung angesichts der ohnehin angespannten Situation der Gewässer unter den Folgen der Klimakrise. Besonders betroffen sei davon auch die Donau und ihre typischen Fischarten wie etwa die Äsche, die regional allerdings kaum noch vorkommt.