Angeln boomt – auch in Horb und anderen Orten ist der Trend längst angekommen. Wer mit der Rute an den Neckar will, braucht einen staatlichen Schein und gute Vorbereitung.
In Horb ist Angeln längst mehr als ein Nischenhobby. Spätestens seit den Corona-Lockdowns erlebt der Fischereiverein Horb einen regelrechten Boom. Die Zahl der aktiven Mitglieder ist gestiegen, vor allem auch unter Jugendlichen.
Immer mehr Menschen entdecken die Ruhe am Wasser und das Naturerlebnis für sich – doch wer in Baden-Württemberg angeln möchte, braucht dafür eine fundierte Ausbildung. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg gibt dazu auf seiner Homepage ausführlich Auskunft.
Ohne Ausbildung keine Angel in der Hand
Voraussetzung für das Angeln ist laut Landesfischereiverband Baden-Württemberg die staatliche Fischerprüfung. Diese darf nur abgelegt werden, wenn zuvor ein mindestens 32-stündiger Vorbereitungskurs besucht wurde. Die Schulung umfasst alle zentralen Themen, die ein verantwortungsvoller Angler beherrschen muss – von der Fisch- und Gerätekunde über gesetzliche Grundlagen bis hin zur Gewässerpflege.
Die Vorbereitung auf die Prüfung kann klassisch in Präsenz oder auch flexibel per Online-Kurs erfolgen. Beim digitalen Weg ist zusätzlich ein verpflichtender Praxistag vorgesehen, bei dem das Gelernte unter Anleitung angewendet wird.
So viel kostet der Weg zum Fischereischein
Die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs kostet laut Landesfischereiverband Baden-Württemberg für Erwachsene 260 Euro, Jugendliche zahlen 210 Euro. Hinzu kommt eine Prüfungsgebühr von 40 Euro. Wer den Online-Kurs wählt, muss für den Praxistag weitere 150 Euro einplanen. Die nächste staatliche Fischerprüfung findet am 15. November 2025 statt. Ab 2026 wird es im Land drei feste Prüfungstermine pro Jahr geben – jeweils im April, Juli und November.
Lebenslanges Angeln mit offizieller Genehmigung
Nach bestandener Prüfung kann bei der Wohnsitzgemeinde ein Fischereischein auf Lebenszeit beantragt werden. Zusätzlich zur jährlichen Fischereiabgabe in Höhe von zwölf Euro fällt eine Verwaltungsgebühr an, die je nach Gemeinde unterschiedlich hoch ist.
Doch der Fischereischein allein reicht nicht. Wer an einem konkreten Gewässer fischen möchte, benötigt auch einen Erlaubnisschein oder eine Tageskarte. Diese werden vom jeweiligen Gewässerpächter oder dem zuständigen Fischereiverein ausgestellt – in Horb übernimmt das der örtliche Fischereiverein.
Auch Kinder dürfen mitmachen
Bereits Kinder zwischen sieben und 16 Jahren dürfen in Begleitung eines erwachsenen Fischereischeininhabers angeln. Dafür benötigen sie einen Jugendfischereischein, den es ebenfalls bei der Gemeinde gibt. Viele Vereine bieten spezielle Jugendprogramme oder Ferienfreizeiten an – in Horb ist das Interesse so groß, dass der Fischereiverein in diesem Jahr gleich zwei Jugendlager durchführt.
Einstieg mit Verein und Gemeinschaft
Baden-Württemberg zählt über 900 Fischereivereine. Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Interessierte und bieten neben Ausbildung und Prüfung auch gemeinschaftliches Angeln, Erfahrungsaustausch und aktive Naturschutzarbeit.