Der Angeklagte räumt die Taten ein. (Symbolfoto) Foto: nito – stock.adobe.com

An zwei unterschiedlichen Zeitpunkten hat ein junger Balinger einem anderen ins Gesicht geschlagen beziehungsweise auf ihn eingetreten. Seine Erklärung, er sei provoziert worden, lässt Richterin Koch nicht gelten. Schlussendlich verurteilt sie ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Balingen - Direkt zu Beginn der Verhandlung am Balinger Amtsgericht gibt es ein Problem. Alle Prozessbeteiligten sind anwesend, doch der Angeklagte fehlt. "Wissen Sie, wo er stecken könnte", fragt Richterin Koch den Verteidiger. Er wisse es nicht und habe bereits mehrfach telefonisch versucht ihn zu erreichen.

Es ist bereits die zweite Verhandlung, bei der der 25-Jährige nicht erscheint. Wenig später wird er von zwei Beamten in den Gerichtssaal gebracht. Sie haben ihn zu Hause abgeholt.

Schläge bei Kneipe und Imbissbude

Ihm wird vorgeworfen, dass er in zwei Situationen anderen ins Gesicht geschlagen haben soll. Das erste Mal in einer Kneipe, das zweite Mal vor einer Imbissbude. Beide Vorfälle geschahen mitten in der Nacht.

Direkt zu Beginn räumt der Angeklagte sämtliche Tatvorwürfe ein. "Warum haben sie das gemacht?", fragt die Richterin. "Ich habe mich angegriffen gefühlt. Die haben mich beleidigt, und das lasse ich nicht auf mir sitzen", entgegnet der Angeklagte.

Die Aussage, dass die Geschädigten den Angeklagten vor der körperlichen Auseinandersetzung beleidigt und provoziert haben sollen, bestreiten die Geschädigten, die vor Gericht als Zeugen auftreten. Es soll ihren Angaben nach genau andersherum gewesen sein: Der Angeklagte wollte "Probleme" machen und hätte sie unabhängig voneinander beleidigt. Anschließend habe er zugeschlagen.

Die Aussagen der Geschädigten hält Koch für glaubwürdig. Sie hält dem Angeklagten zu Gute, dass er geständig ist und sich während der Verhandlung auch bei den Geschädigten entschuldigt hat. Dennoch meint Sie: "Meiner Meinung nach haben Sie ein Aggressionsproblem. Ich denke aber, dass Sie sich von der Strafe beeindrucken lassen und sich in Zukunft drei Mal überlegen, ob sie wieder zuschlagen."

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