Beim Graffiti Workshop wurde mit Alex Dabs ein Logo für den Jugendraum gestaltet. Foto: Felix Biermayer

Die Jugendkulturwoche des Stadtjugendreferats orientierte sich an den Elementen des Hip-Hop. Bei den Jugendlichen kam das gut an. Eine Wiederholung ist deshalb nicht ausgeschlossen.

Rund um den Jugendraum ist tagelang einiges los gewesen. Im Rahmen der Jugendkulturwoche drehte sich dort fünf Tage lang alles um Hip-Hop. Graffiti, Rappen, Tanzen, Beatboxen – zu allem gab es Workshops und bei allem waren die Jugendlichen selbst gefragt. Aber natürlich gab es Tipps, wie das so geht. Beim Rappen half die Künstlerin Suza. Zwei Tage lang ging es darum, Texte über die eigene Lebenswelt zu schreiben. Laut Stadtjugendreferentin Madeleine Nitsche kam das gut an. „Texte schreiben ist kein Pille Palle“, stellte sie fest. Besonders, dass eine Frau den Workshop geleitet habe, habe zu einer kritischen Reflexion mit den Inhalten des Mainstream-Raps in Deutschland geführt.

Stimme trainiert

An einem anderen Tag brachte der Stuttgarter Sherif den Jugendlichen das Beatboxen bei. Dazu gab er Informationen über Technik und Herkunft dieser Kunstform, bei der mit der eigenen Stimme erzeugt wird, was sonst vom DJ kommt. Die Stimme wurde trainiert und das Rhythmusgefühl geschult.

Hip-Hop-Tanz ist seit mehr als 20 Jahren das Metier von Leo Werz. Die Tänzerin entwickelte an einem weiteren Tag mit der Gruppe Choreografien. Auch erklärte sie, wo diese Moves eigentlich herkommen. Graffiti werden in der Öffentlichkeit oft als störend oder Verschmutzung wahrgenommen. Trotzdem steck dahinter viel Kreativität. Alex Dabs aus Böblingen zeigte den Jugendlichen, wie es richtig geht – und wo man legal sprayen darf. „Ich wurde als Jugendlicher selbst erwischt“, erzählte er. Mittlerweile gebe es aber viele Flächen, die Kommunen legal freigeben. Oder - so machten sie es beim Workshop - man sprayt einfach auf seine eigene kleine portable Wand. Viele kunstvolle Buchstaben fanden so den Weg auf die Leinwände. „Die Kids hatten richtig Spaß“, resümierte Dabs. Sie seien sehr motiviert und kreativ gewesen. Weil das Wetter die Fertigstellung eines Graffitis für den Jugendraum verhinderte, kam er eine Woche später sogar nochmal, um das Werk zu vollenden.

Der achtjährige Mohamad aus Bad Liebenzell war an allen Tagen dabei. „Graffiti hat am meisten Spaß gemacht“, meinte er. Er habe das davor noch nie so richtig ausprobiert. Und nun hat er eine kleine Wand mit seinem Namen drauf.

Wiederholung ist möglich

Etwa 20 Jugendliche waren die Woche über da, manche an allen Tagen, erzählte Nitsche. Sie zog ein positives Fazit.

Die Idee sei gewesen, Jugendlichen, die sich solche Kurse sonst nicht leisten könnten, anzusprechen. Das habe funktioniert.

Es sei ein niederschwelliges Angebot und etwas, auf das die Jugendlichen Lust hätten. Und dabei habe man es sogar noch geschafft Werte wie Respekt zu vermitteln.

Eine Neuauflage sei möglich. Aber das hänge wie so oft am Budget.