Nur wenige Menschen besuchen am Freitag den Andreasmarkt, der mit 2G-Regel in Schiltach stattfindet. Foto: Sum

Trotz des "perfekten Wetters", wie es ein Marktbeschicker ausdrückt, zählen die Betreiber am Freitag meist nur wenige Kunden an ihren Ständen. Viele sind "enttäuscht", was ihr Geschäft auf dem Andreasmarkt angeht.

Schiltach - Sehr durchwachsen fällt die Bilanz der Marktbeschicker des Andreasmarkts aus – nur wenig Kundschaft ist demnach am Freitag auf dem Krämermarkt in der Schramberger Straße unterwegs.

Kunden geben Trinkgeld

"Sie sehen ja selbst, was los ist", verweist ein Standbetreiber auf die fast leere Straße, an der die Beschicker rechts und links ihre Waren präsentieren. Darunter Kleidung, Haushaltswaren und weitere Textilien. Er komme seit vielen Jahren nach Schiltach – so wenig los gewesen wie am Freitag sei noch nie. Wirklich überrascht hat ihn das indes nicht. Die 2G-Regel halte sicherlich einige Kunden ab und Corona-Themen wie die neue Virusvariante sorge dafür, dass auch geimpfte Menschen lieber zuhause bleiben, vermutet er. Immerhin, die paar Kunden, die kommen, "sind äußerst dankbar, dass wir da sind", erzählt er. Und noch dazu spendabel: So rundeten sie teils großzügig auf. "Sie wissen, wie es uns Marktbeschickern seit Corona geht."

Frühes zusammenpacken

"Enttäuschend", braucht eine weitere Marktbeschickerin nur ein Wort, um ihren Tag zu beschreiben. "Wenn die Leute selbst bei dem guten Wetter nicht kommen", meint sie resigniert. Die äußeren Bedingungen am Freitag sind für den Wintermarkt gut. Es ist trocken-kalt und gelegentlich zeigt sich sogar die Sonne. Sie werde wohl etwas früher zusammenpacken als sonst.

Treue Stammkundschaft

Auf viele treue Stammkunden kann ein weiterer Marktbeschicker zählen. Er ist mit dem Betrieb an seinem Stand daher zufrieden. Aber auch er erkennt, dass seinen Kollegen Laufkundschaft fehlt.

Der Verkauf von Speisen und Getränken ist wegen Corona nicht erlaubt. "Ich wollte eigentlich schnell eine Marktwurst essen. Aber jetzt geh’ ich halt wieder heim", zieht eine Besucherin unverrichteter Dinge von dannen. Dass sie keinen Kaffee und Kuchen anbieten können, bedauert auch Erika Gaiser am Stand der Bolivienhilfe. "Dabei sind immer schöne Gespräche entstanden", schildert sie. Der Verein ist ebenfalls schon seit vielen Jahren auf dem Andreasmarkt mit dabei. Dort läuft das "Geschäft" gut: Mehr als 20 Linzertorten hatte die Bolivienhilfe dabei – sie sind bereits am frühen Nachmittag ausverkauft. Auch die selbst gemachten Marmeladen und Gelees finden dankbare Abnehmer. "Manche kamen auch einfach vorbei, um so etwas zu spenden", freut sich Gaiser, Geld für die Projekte des Vereins zu sammeln.

Kontrolle der G-Nachweise klappt

Keine Probleme scheint es soweit mit der Kontrolle der Impf- und Genesenennachweise zu geben. Dafür sind die Marktbeschicker selbst zuständig. "Die meisten sind schon vorbereitet und zücken direkt das Handy oder ihre Zettel", sagen die Betreiber. Sie berichten aber auch von ganz vereinzelten Kunden, die den 2G-Status nicht erfüllt hätten und wieder weggeschickt werden müssen. "Das ist dann keine schöne Situation", erklärt ein Beschicker. Zumal auch die Kunden verärgert reagierten.