Die „Dixielarious City Stompers“ unterhielten die Besucher des Seniorenforums bestens. Foto: Birkle

Mehr als 150 Besucher kamen im Ettenheimer Bürgersaal zusammen. Sie hörten einen Vortrag zum Thema „Richtig vererben“, informierten sich über die Arbeit des Seniorenrats und lauschten begeistert den „Dixielarious City Stompers“.

Schon längst vor dem Beginn um 18 Uhr war der Bürgersaal prall gefüllt, alle vorhandenen Stühle waren herbeigeholt – und trotzdem mussten noch viele Zuhörer an den Fensterseiten stehen, um am Seniorenforum des Seniorenrats teilzunehmen. Zur Überbrückung bis zum Beginn spielte die Band viel beklatschte Dixies zur Unterhaltung. Vorsitzender Karl Stiegeler hieß alle herzlich willkommen, erfreut, auch dieses Jahr „ein volles Haus“ und damit großes Interesse an der Arbeit des Seniorenrats und dem Thema des Seniorenforums zu haben.

 

Verschiedene Bewegungsangebote halten die Senioren fit: Stiegeler berichtete über die aktuellen Angebote des Seniorenrates für die ältere Generation, die sehr guten Anklang fänden und auch von vielen Mitbürgern genutzt würden. Bewegung und vielseitige Kommunikation durch persönliche Kontaktpflege seien wichtige Faktoren für die Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens, so Stiegeler. Das erfolgreiche Ergebnis aller Aktivitäten zur Bewegung sei, dass die Muskulatur verbessert und gleichzeitig die Sturzgefahr, das Risiko vor Erkrankungen durch körperliche Bewegung reduziert werden. Zudem werde die Lebensqualität gesteigert.

Karl Stiegeler berichtete über die Arbeit des Seniorenrats. Foto: Birkle

Erst vor Kurzem wurde zum 375. Mal die Aktion „3.000 Schritte“ organisiert, bei der regelmäßig mehr als 30 Senioren am Mittwochnachmittag gemeinsam aktiv unterwegs sind. Vierzehntägig geht es montags mit dem Rad und E-Bike unter dem Motto „Aktiv auf dem Rad“ in geführtem Ausflug rund 30 Kilometer auf die Tour durch die Region. Ganz individuell dagegen, so Stiegeler, ist der Fahr-Fitness-Check der zusammen mit dem ADAC durchgeführt wird und an dem bereits mehr als 100 Senioren erfolgreich teilgenommen haben. Seit Jahren beteiligt sich der Seniorenrat am Stadtradeln und wurde dieses Jahr mit der Bronzemedaille gewürdigt.

Neue Ausflüge sind in Planung: Vielseitig waren auch die weiteren Angebote an die Senioren, die 2024 stark genutzt wurden. Sei es der Infovortrag der Polizei im Städtle-Treff mit Tipps, um möglichst lange mobil zu bleiben, die Teilnahme am Tagesausflug ins Haus der Natur, einer geführten Radtour an den Kaiserstuhl oder auch die Fünf-Tage-Reise nach Altenmarkt und Salzburg. Auch für 2025 werde schon kräftig geplant: Es stehen ein Tagesausflug in die Region Kaiserstuhl mit dem Bus an. Es soll die Heimat mit dem E-Bike erkundet werden und im August wird eine mehrtägige Fahrt nach Regensburg und zum Oberpfälzer Wald angeboten.

Hans-Jörg Seibert (im Vordergrund rechts) mit zahlreichen Büchern, in denen es ums Vererben geht. Foto: Birkle

„Richtig vererben“ ist schwerer als man denkt: Mit Spannung erwartet, der Vortrag von Rechts- und Fachanwalt Hans-Jörg Seibert zum Thema Vererben. Der Berg von Fachbüchern, der beim Rednerpult aufgebaut wurde, zeigte dabei eindrücklich, wie wichtig, richtige Formulierungen, klare Festlegungen und auch Überlegungen „Vom Anfang ans Ende“ des jeweiligen Erbfalls sein müssen. Zumal sich von der Abfassung des Testaments bis zum endgültigen Erbfall unerwartete Veränderungen in den Personen der Erben und deren Umfeld ergeben könnten, so dass nur klare Festlegungen schlussendlich verhinderten, dass um das Erbe gestritten wird.

Seiberts Vortrag war voller Hinweise auf vielfältige Fehlermöglichkeiten, dabei wurde allen bewusst wurde, wie schwierig die richtige Abfassung eines Testaments sei. Einen breiten Raum nahm das „Berliner Testament“ ein, bei dem immer wieder deutlich wurde, dass der gemeinsame Wille der Ehepartner über den Tod des Erstverstorbenen hinaus unverändert gelte, auch wenn sich Lebensumstände zwischenzeitlich wesentlich geändert haben. Deshalb, so Hans-Jörg Seibert, solle auch ein „Berliner Testament“ über eine Öffnungsklausel verfügen, die es dem überlebenden Ehepartner ermögliche, noch Änderungen vorzunehmen. Da es unmöglich ist, alle Details des Vortrags im Kopf festzuhalten, war für die Besucher das Manuskript in schriftlicher Form ausgelegt. Dieses kann auch jetzt jederzeit im Internet bei der Stadt Ettenheim „seniorenrat ettenheim“ eingesehen und auch heruntergeladen werden. Ein ganz besonderer Dank galt am Ende Rechtsanwalt Seibert für seinen hochinteressanten Informationsvortrag und den „Dixielarious City Stompers“. Sie b wurden auch gleich wieder für das Seniorenforum nächstes Jahr „verpflichtet“. Anschließend wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, bei Gebäck und Ettenheimer Wein das Gehörte miteinander auszutauschen und den Abend ausklingen zu lassen.

Vorfreude auf Heim-Ett

Mit großer Freude kündigte Karl Stiegeler an, dass im oberen Stockwerk in der ehemaligen Volksbank in gemeinsamer Initiative von Altenwerk, Nachbarschaftshilfe und Seniorenrat ein Begegnungszentrum geschaffen wird. Dieses wird von außen mit dem Aufzug erreichbar sein und den Namen „Heim-Ett“ erhalten. Es soll generationenübergreifend, interkulturell und inklusiv neue Möglichkeiten mitten in der Stadt bieten, auch für weitere Gruppen. Dort, gut erreichbar mitten in der Stadt, sollen neue Ansprechmöglichkeiten gegeben sein. Heim-Ett soll Treffpunkt sein, zudem sollen dort gebündelt Hilfe, Beratung und Unterstützung zur Verfügung stehen.