Manchmal entscheidet die Akustik darüber, ob ein Theaterabend rundum gelingt. Im Theater am Ring gibt es dafür eine kostenlose Hörunterstützung – was wiederum viele nicht wissen.
Lustig war’s, das Theaterstück, das da eben auf der Bühne im Theater am Ring gezeigt wurde, unterhaltsam und das Publikum hatte seinen Spaß, wovon so mancher Lacher zeugte. Allerdings: Nicht alle in den Zuschauerreihen haben wirklich jeden Gag ganz genau mitbekommen. Der Grund: Sie haben es akustisch nicht immer verstanden, was die Schauspieler sich da an Dialogen hin und her zuriefen.
Wer kein hundertprozentiges Hörvermögen mehr hat – was ja auf viele zutrifft, zumal beim gesetzteren Theaterpublikum, das in der Regel eben keine 20 mehr ist – kann in dem Theatersaal schonmal so seine Probleme bekommen, dem Geschehen komplett zu folgen.
Wer das nicht glaubt, dem sei der Besuch einer Vorstellung an einem Samstagabend in der Komödienreihe empfohlen. Die Gespräche nach der Vorstellung beginnen oft mit der einen Frage: „Habt Ihr alles verstanden?“, die ebenso oft meist einhellig mit einem schulterzuckenden Nein beantwortet wird. Schade drum, lautet in solchen Fällen oft die Devise – und dass es ein noch viel schönerer Abend gewesen wäre, wenn man wirklich alles hätte verstehen können.
Ausleihen für alle
Aber halt, da gibt es doch tatsächlich ein Gegenmittel! Das kennen manche, aber eben längst nicht alle Theaterbesucher. Es heißt Funk-Kopfhörer – und diese praktischen Geräte muss man nicht mal selber mitbringen. Die Hörhilfen kann man nämlich im Theater am Ring – und das kostenlos – für die jeweilige Vorstellung ausleihen.
Schon seit circa acht Jahren gibt es das Angebot im Theater am Ring. 18 Geräte stehen für jede Vorstellung im Großen Saal zur Verfügung. Noch lieber, so berichtet die städtische Pressesprecherin Madlen Falke auf Nachfrage, wäre den Verantwortlichen, wenn sie eine Induktionsanlage zur Verfügung hätten („diese wäre wünschenswert“). Ein System, auf das die Hörgeräte direkt gingen, wäre besser. Das gibt es aber nicht, dafür die Funkhörer. „Bei uns ist das Problem, dass auch die Nebengeräusche wie Husten, Türe, Außengeräusche ebenfalls laut übermittelt werden“, erwähnt die Sprecherin dieses Manko.
Im Abo schon gerne genutzt
Und dennoch können diese Hörer fürs bessere Verständnis durchaus gut helfen. Konkret sind sie für Menschen mit Hörgerät, CI-Träger oder eben einfach ältere Besucher gedacht, grundsätzlich für alle Besucher, „die dies als Hörhilfe – hauptsächlich im Sprechtheater- nutzen möchten“, erläutert die Sprecherin weiter.
Vor allem in den Sprechtheaterreihen im Abo I, Abo III und im Abo IV – dem Komödienabo – würden die Geräte auch schon regelmäßig von einigen Besuchern genutzt.
So funktioniert’s
Und so funktioniert die Ausleihe konkret: Besucher melden sich an der Abendkasse (oder eventuell bei Bedarf auch in der Pause bei der Abenddienstleitung), und bekommen dort die Hörhilfe ausgehändigt. Eine Vorab-Reservierung ist nicht möglich. Bei der Herausgabe wird die Funktion, falls noch nicht bekannt, kurz geklärt.
Und wer sich um die Hygiene sorgt, dem kann Sprecherin Falke sagen: „Die benutzen Hörhilfen werden nach der Veranstaltung in einer Kiste an der Abendkasse gesammelt und vom Kulturamt nach jeder Nutzung hygienisch gereinigt und desinfiziert.“
So wird darauf aufmerksam gemacht
Aufsteller und Hinweis
Informiert werden die Besucher übrigens über das Angebot jeweils vor Ort, denn hier ist ein DIN-A4-Aufsteller an der Abendkasse angebracht. Im Spielzeitheft 2025/26 gibt es außerdem einen kleinen Hinweis.
Soll bekannter werden
Ob das ausreichend sichtbar ist oder es dafür Optimierungsbedarf gibt? Die Stadtverwaltung meint hierzu: „Im Spielzeitheft könnte es größere Aufmerksam bekommen. Des Weiteren könnten wir hier auch eine Seite auf den Monitoren im Theater einspielen. Eine Optimierung zur stärkeren Bekanntheit wird angestrebt.“