In der Stadthalle im Backsteinbau geht am Mittwoch der Impfstützpunkt des Kreises an den Start. Foto: Hauser

Alle Vorbereitungen sind getroffen, und der Impfstützpunkt des Kreises geht am Mittwoch, 22. Dezember, im Sulzer Backsteinbau an den Start. Geimpft wird diese und nächste Woche mittwochs, ab Januar dann dienstags und mittwochs, jeweils von 11 bis 15 Uhr.

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Sulz - Die Booster-Kampagne ist in vollem Gange, und die Impfangebote sind wieder begehrt. Die einen lassen sich bei ihrem Hausarzt auf die Warteliste setzen, die anderen gehen zu Sonder-Impfaktionen, die dritten greifen auf das Angebot der Impfstützpunkte zurück.

Neben Rottweil und Schramberg öffnet am Mittwoch nun auch ein Impfstützpunkt im Sulzer Backsteinbau seine Pforten. Die Stadt Sulz stellt die Halle und die ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung.

Drei Impfkabinen und ein Labor

Der Aufbau ist mittlerweile abgeschlossen. Drei Impfkabinen und ein Labor seien eingerichtet, auch die Warteräume seien startklar, berichtet Sven Hauser, der für die Impfstützpunkte im Landkreis zuständig ist. Vor der Registrierung stehen laut Hauser rund 60 Plätze im Wartebereich zur Verfügung. Nach der Impfung finden 30 Personen im entsprechenden Bereich der Halle Platz.

Auch die digitale Infrastruktur steht. Vier Rechner hat das Impf-Team am Donnerstag für den Standort Sulz bekommen. Am Freitag wurde alles aufgebaut, die Updates installiert.

Hier gibt es in der Region Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen

Ehrenamtliche und Security am Eingang

In den Impfkabinen werden laut Hauser Ärzte aus der Region tätig sein, die bereits im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Rottweiler Stadthalle aktiv waren. Beim Zuordnen, Nummern ausrufen, Zuweisen und Beobachten wird das Team von drei ehrenamtlichen Helfern von der Stadt Sulz unterstützt, berichtet Hauser. Beim Einlass sind außerdem Security-Mitarbeiter aktiv.

Voraussichtlich, so Hausers Prognose, können 300 Impfungen am Tag gemacht werden. "Wenn wir sehen, dass der Impfstoff und die Nachfrage noch da sind, werden wir eventuell nicht pünktlich um 15 Uhr schließen", sagt er.

Ist aber genug Impfstoff da? "Wir sind noch recht entspannt. Wir haben einen relativ großen Vorrat an Moderna und bekommen auch Biontech geliefert", beruhigt Hauser. Mit Letzterem werden gemäß Stiko-Empfehlungen unter 30-Jährige und Schwangere geimpft, für andere Gruppen kommt in erster Linie Moderna zum Einsatz.

Kapazitäten im Wartebereich

Der Impfstützpunkt in Sulz soll zum zentralen Standort für den nördlichen Teil des Landkreises werden. Das heißt, angesprochen können sich die Bürger aus allen umliegenden Gemeinden fühlen.

Organisatorisch werden die Abläufe im Impfstützpunkt nach dem Rottweiler Vorbild geregelt. "Das hat sich bewährt", betont Hauser. So bekommen die Impfwilligen Bons mit Nummern und können so ungefähr einschätzen, wann sie an der Reihe sind. "Dann kann man vielleicht noch nach Hause oder im Auto warten und muss nicht in der Kälte stehen", erklärt Hauser. Ganz genau könne man das natürlich nicht sagen, räumt er ein. "Es hängt davon ab, wie viel Aufklärungsbedarf da ist."

Mit dem großzügigen Foyer bietet die Sulzer Stadthalle im Backsteinbau aber auch genug Kapazitäten im Wartebereich, sodass relativ viele Personen auch drinnen auf ihre Registrierung warten können.

QR-Code gleich nach der Impfung

Apropos Registrierung: Hier bittet das Team, die Unterlagen nicht vorab auszudrucken, sondern diese erst vor Ort auszufüllen und zu unterschreiben. Der Grund: Die Unterlagen ändern sich, und mittlerweile gibt es im Internet unterschiedliche Fassungen. So kann das Team nicht sicher sein, ob es sich um die aktuellste Version handelt, erklärt Hauser. Was dagegen nicht fehlen darf, ist der Personalausweis, im Idealfall noch das Impfbuch und die Krankenversichertenkarte.

Den QR-Code bekommen die Geimpften nach der Impfung gleich im Wartebereich ausgehändigt. Pikse gibt es in Sulz für alle ab dem zwölften Lebensjahr; Impfwillige zwischen zwölf und 16 müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten kommen.

Booster-Impfungen machen Großteil aus

Kinderimpfungen werden dagegen nicht angeboten. "Das überlassen wir den Kinderärzten, weil in diesem Bereich mehr Zeit für Aufklärung notwendig ist", erläutert Hauser. "Unser Ziel ist jetzt, möglich viele durchzuimpfen, vor allem auch vulnerable Gruppen."

Hausers Einschätzung ist, dass die Booster-Impfungen derzeit die absolute Mehrheit ausmachen. "Ungefähr ein Drittel sind Erst- und Zweitimpfungen", weiß er.

"Die Menschen sind dankbar"

Nun freuen sich das Impfteam und die Ehrenamtlichen auf den ersten Tag im neu eingerichteten Impfstützpunkt in Sulz. "Wir haben ein gutes Gefühl", sagt Hauser. Am Montag wurden alle Abläufe vor Ort nochmals durchgespielt, damit man "bestens vorbereitet" ist. "Der erste Tag ist immer spannend", sagt Hauser.

In Rottweil habe man bislang nur positive Erfahrungen gemacht. "Die Menschen sind überaus dankbar und froh, dass das Angebot da ist", sagt Hauser. Probleme habe es keine gegeben – auch keine Proteste oder Aktionen der Impfgegner, berichtet er. Stattdessen ab und zu ein "Schokolädle" oder einen Nikolaus als kleines Dankeschön. Wie es in Sulz aussehen wird, zeigt sich nun ab Mittwoch.