Enola Springer (Zweite von links) mit ihrer Gastfamilie Roller im Kuhstall in Ettmannsweiler. Foto: Stadler

Ferien einmal anders – Landleben-live, so bezeichnet das Evangelische Bauernwerk das Angebot für Schüler, Aktivferien auf einem Bauernhof zu verbringen. Zum Beispiel in Ettmannsweiler.

Simmersfeld-Ettmansweiler - Als Familienmitglied auf Zeit leben Jugendliche ab 14 Jahren dabei zwei bis sechs Wochen auf dem Landwirtschaftsbetrieb und helfen in der Familie und auf dem Hof mit.

Die 15-jährge Realschülerin Enola Springer aus Heilbronn war in den ersten beiden Wochen der Sommerferien auf dem Milchviehbetrieb von Friedrich und Annika Roller in Ettmannsweiler und hat viel erlebt.

"Ich mag Tiere sehr"

Durch einen Zeitungsbericht hat Enola Springer von den Aktivferienaufenthalten für Jugendliche auf Bauernhöfen erfahren, dass sie hiermit in die Landwirtschaft reinschnuppern und sich auch bezüglich ihrer Berufswahl orientieren kann. Sie entschied sich für einen zweiwöchigen Aufenthalt im Teilort von Simmersfeld, auf dem Hof von Familie Roller in Ettmannsweiler, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr erste Erfahrungen auf einem Reiterhof in Bönnigheim gesammelt hat. "Ich mag Tiere sehr und mich um sie zu kümmern macht mir viel Spaß", so ihre Worte gegen Ende ihrer zwei Wochen Landleben-live im Schwarzwald.

In dieser Zeit lebte sie zusammen mit dem Milchviehwirt und seiner Familie, die auch Raps und verschiedene Getreidesorten anbauen, unter einem Dach. "Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt und wurde von Anfang an gut angenommen", sagt sie voller Zufriedenheit über ihr landwirtschaftliches Erlebnis, das sich auch auf Hauswirtschaft erstreckte. In den 14 Tagen in Ettmannsweiler hat sie beim Füttern der Kälbchen mitgeholfen und zusammen mit Annika Roller die Mutterkühe zum Melken geholt.

Geburt von Kälbchen erlebt

Ein ganz besonderes und spannendes Naturerlebnis war für die Realschülerin, die nach den Sommerferien in die 10. Klasse kommt, eine Kälbchengeburt. Dass die Kuh dabei gleich Zwillingen das Leben schenkte, faszinierte die im städtischen Umfeld lebende Schülerin ganz besonders. "Das war toll", erzählte sie voller Begeisterung. Sie hat eine Mähdrescherfahrt genossen und im Haushalt von Familie Roller mitangepackt. Sie half beim Einkaufen, Kochen und beim Wäsche waschen mit und übernahm die Betreuung der drei Kinder und spielte mit ihnen.

Und sie ist sich jetzt schon sicher, dass sie im nächsten Jahr wieder nach Ettmannsweiler kommen wird. Die gute Luft im Schwarzwald hat ihr gutgetan und gemeinsam mit ihrer Gastfamilie hat sie auch schöne Ausflüge erlebt. Unter anderem führte ein Familienausflug nach Bad Wildbad und dort auf den Sommerberg. Von hier aus wanderten alle gemeinsam zur sechs Kilometer entfernten Grünhütte zum Mittagessen.

Lobende Worte für Enola

Milchviehwirt Friedrich Roller hatte zum Ausklang des zweiwöchigen Aufenthaltes von Enola Springer ausschließlich lobende Worte für das "Familienmitglied auf Zeit". Sie kann gut mit Tieren umgehen, hat alles mitgemacht und überall tatkräftig angepackt, sagte er voller Überzeugung. Die Eltern von Friedrich Roller haben solche Aufenthalte bereits schon etwa zehnmal ermöglicht. Nachdem er den Hof nach dem Tod seines Vaters übernommen hat, war es für ihn und seine Familie nun ein Wiedereinstieg. Seine Frau Annika hatte die Idee, sich an dem Angebot des Evangelischen Bauernwerks zu beteiligen und jungen Menschen dieses wichtige Berufsfeld rund um die Herstellung von Lebensmitteln näherzubringen. Die land- und hauswirtschaftliche Berufsorientierung steht dabei ebenfalls im Vordergrund.

Für Enola Springer ist das Berufsziel bislang jedoch noch offen. Nach dem Realschulabschluss will sie zunächst ein Gymnasium mit wirtschaftlicher und sozialer Ausrichtung besuchen. Eventuell strebt sie nach dem Abitur einen Beruf in der Landwirtschaft an – aber bis dahin sind noch ein paar Jahre Zeit und vorher wird sie erneut der Familie Roller bei ihren Arbeiten auf dem Hof und im Haushalt unter die Arme greifen.