Sandra Probst, Sibylle Zeiser und Hubert Tita beraten Einzelpersonen, Paare und Familien in verschiedenen Konflikt- und Krisensituationen. Foto: Christoph Schennen

Paare durchleben nicht selten tiefgreifende Konflikte. Manchmal braucht es Hilfe von außen, um Lösungen zu finden.

Die Psychologische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) weist auf ein neues Angebot hin. Sie bietet erstmals ein Beziehungstraining für Paare an. Es trägt den Titel „In Verbindung bleiben – Hold me tight“.

 

„Es richtet sich an Paare, die sich in einer Belastungssituation von geringer bis mittlerer Intensität befinden“, sagt Sandra Probst, die den Workshop mit Jutta Steiner zusammen leitet. Beide sind systemische DGSF-Therapeutinnen. DGSF steht für die „Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie“. Probst hat zwei „Hold me Tight“-Kurse wissenschaftlich begleitet und eine Weiterbildung in emotionsfokussierter Paartherapie gemacht, auf der der Workshop basiert. Für Paare mit zu stark ausgeprägten Konflikten eignet sich das Coaching nicht, für sie empfiehlt Probst eine individuelle Therapie.

Training auf fünf Paare beschränkt

Das Coaching ist am 18. und 19. Oktober (Samstag und Sonntag) jeweils von 9 bis 18 Uhr in den Räumen der EFL (Schwarzwaldstraße 1). Das Training ist auf fünf Paare beschränkt. Es vereint kurze Vorträge, gemeinsame Reflexion in der Gruppe und geschützte Zwiegespräche der Paare.

Diese führen mit einer der Therapeutinnen und später auch miteinander in geschützter Atmosphäre ein Gespräch. Danach besteht wieder im Plenum die Möglichkeit, Feedback über die Gespräche mitzuteilen.

„Menschen suchen in einer bedeutsamen Partnerschaft eine sichere Bindung, geht dieses Sicherheitsgefühl verloren, treten oft Angst, Rückzug oder Wut auf“, heißt es in der Beschreibung zum Workshop. Und weiter: „Im Training lernen die Paare zu verstehen, welche Bedürfnisse und Gefühle hinter dem Verhalten stehen. Schritt für Schritt wächst so wieder Nähe, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis.“ Im Programm hat die EFL außerdem einen Workshop, bei dem Tango getanzt wird. Hubert Tita, Mario de Camillis und die Ärztin Astrid Walukiewicz leiten das Seminar am 8. November im Gemeindesaal St. Fridolin in Stetten. Tango muss man nicht können, die Grundschritte bekomme man beigebracht, sagt Hubert Tita. In einem Paartanz wie dem Tango seien Aspekte präsent, die für eine Paarbeziehung wichtig seien – zum Beispiel, dass man in einer Achse steht.

Wege zur eigenen Kraft

Annette Kurz und Sibylle Zeiser leiten dann den Workshop „Ich tue mir GUT-ES – Wege zur eigenen Kraft“, in dem es um Ressourcen und Resilienz geht. Maximal acht Personen treffen sich am 19. und 26. November, jeweils von 18.30 bis 20 Uhr, in der Psychologischen Beratungsstelle. Die Kosten betragen 20 bis 35 Euro. Zu den drei Workshops kann man sich anmelden unter Tel. 07621/3087 oder per E-Mail an beratung@efl-loerrach.de. Der Service der ELF ist eigenen Aussagen zufolge weiter stark nachgefragt. „Wir haben im letzten Jahr 1250 Einzelpersonen beraten und 452 Paare“, sagt Sibylle Zeiser, Leiterin der Beratungsstelle. Sie gibt die Leitung der Beratungsstelle am Ende dieses Jahres ab, um in die zweite Reihe zu rücken. Sie und ihre Mitarbeiter beraten – meist in mehreren Sitzungen – Einzelpersonen in Krisensituationen, Familien, die ihre Konflikte nicht mehr allein lösen können und Paare mit oder ohne Kinder, die sich auseinander gelebt haben und sich entschieden haben, sich zu trennen oder kurz davor sind. „Wir beraten und begleiten sie, rechtlich beraten wir sie aber nicht“, sagt sie.

Verbindung auf den Prüfstand stellen

Nicht nur Paare, die sich streiten, bitten um Rat, so Sandra Probst. Es seien auch schon junge Leute kurz vor der Familienplanung vorbei gekommen, um checken zu lassen, ob die Verbindung so dauerhaft und innig ist, dass einer Familiengründung nichts im Wege steht. Auch eine anonyme, telefonische Beratung ist möglich.

Bei einer Beratung bitten die EFL-Mitarbeiter immer um eine Kostenbeteiligung. Denn finanziert wird die Beratungseinrichtung von der katholischen Kirche und dem Landkreis Lörrach. Sibylle Zeisetr betont: „Uns ist wichtig, offen für alle zu sein. Und für Menschen, die es schwer haben.“