Freude über das Angebot (von links): Jasmin Lehmann (Ordnungsamt), Patrick Halir (Gebäudemanagement), Mathias Kunz (Ordnungsamt), Ulrike Haeusler (Diakonisches Werk), Darius Selzer (Gebäudemanagement, Hausmeister), Lucia Vogt (Leiterin Ordnungsamt) und Ingrid Oswald (Landratsamt Ortenaukreis) Foto: Stadt

Im ehemaligen Buswartehäuschen in der Martin-Luther-Straße steht ab kommender Woche wieder der Kälte- und Erfrierungsschutz zur Verfügung.

Der Kälteschutz ist täglich von 15 Uhr bis 9 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen durchgehend geöffnet, wie die Stadt berichtet. Für Frauen steht ein separater Raum zur Verfügung. Geschlossen wird der Kälteschutz im Frühjahr.

 

Neu ist die Anmeldung: „Menschen, die den Kälteschutz in Anspruch nehmen möchten, melden sich persönlich im Café Löffel an. Das ist montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr möglich“, erklärt Ulrike Häusler vom Diakonischen Werk. Durch die abgestimmten Öffnungszeiten sei ein direkter Wechsel zwischen dem Kälteschutz und dem Café Löffel möglich. Dieses bietet wohnungslosen Menschen tagsüber warme Getränke, ein warmes Mittagessen sowie die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen.

Nach Schätzungen leben in Deutschland zwischen 37 500 und 50 000 Menschen auf der Straße. Ein Teil von ihnen hat sich bewusst für ein Leben ohne Wohnung und Obdach entschieden, wie die Stadt mitteilt. Mit Beginn der kalten Jahreszeit steigen die Gefahren für diese Menschen. Zwar gebe es die Möglichkeit der Unterbringung in städtischen Notunterkünften, doch werde das in Einzelfällen aus unterschiedlichen Gründen nicht angenommen. Der Kälteschutz biete diesem Personenkreis die Möglichkeit, geschützt und warm zu übernachten.

„Auch in diesem Jahr kann diese Einrichtung für obdachlose Menschen aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, dem Landratsamt Ortenaukreis und dem Diakonischen Werk angeboten werden“, sagt Lucia Vogt, Leiterin des Lahrer Ordnungsamts. Die Stadt stellt die Räume für den Kälteschutz kostenfrei zur Verfügung, das Landratsamt leistet den Zuschuss an das Diakonische Werk, das die soziale Betreuung übernimmt, wie die Stadt mitteilt. Die Mitarbeiter des Diakonischen Werks kümmern sich demnach um die Menschen im Erfrierungsschutz und stellen den Bezug zum Café Löffel her.

Die Stadt stellt die Räume kostenlos zur Verfügung

„Ich freue mich, dass auch in diesem Winter der Kälteschutz in Lahr, Kehl und Offenburg zusammen mit den drei Standortkommunen der Tagesstätten wieder angeboten werden kann“, so Ingrid Oswald, Sozialamtsleiterin im Landratsamt. Im Ortenaukreis erhalten Menschen, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind, an den Tagesstätten in Kehl, Lahr und Offenburg Hilfe. In Lahr übernimmt das Diakonische Werk die vom Kreis übertragenen Aufgaben im Bereich des Erfrierungsschutzes und der Wohnungslosenhilfe.

Die Tagesstätte Café Löffel ist seit mehr als 20 Jahren Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen, wie die Stadt mitteilt. Das Diakonische Werk leiste zudem schnelle und unbürokratische Hilfe zur Alltagsbewältigung. Außerdem berate und unterstütze die ambulante Fachberatungsstelle des AGJ-Fachverbands in den Räumen des Café Löffels bei der Beschaffung von Wohnraum. „Für mich ist es ein schönes Beispiel dafür, wie durch das Zusammenwirken von verschiedenen Akteuren ein flächendeckendes Angebot für die Menschen geschaffen wird“, so Oswald.

Notunterkünfte

Über den Kälteschutz hinaus stellt die Stadt ganzjährig Notunterkünfte für Menschen ohne Obdach bereit. Lahrer Obdachlose können sich bei der städtischen Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ in der Schillerstraße 16, Telefon 0782/19 10 03 76 melden und kommunal untergebracht werden.