Stromsparhelferin Angela Hoffmann (links) und Projektkoordinatorin Michaela Schneevoigt werben für den Stromsparcheck für einkommensschwache Haushalte. Foto: Müller

Bei steigenden Stromkosten wird Energiesparen wichtiger – vor allem für die, bei denen es am Monatsende eh knapp wird. Die Caritas bietet daher im Zollernalbkreis den Stromspar-Check an.

Albstadt - Die ausgebildeten Stromsparhelfer der Caritas gehen auf Anfrage in Haushalte und suchen Energieeinsparpotenzial: Oft kann man Geräte mit kleinen Helfern optimieren – das spart manchmal viel Geld.

Michaela Schneevoigt, die das Projekt Stromspar-Check bei der Caritas im Büro in der Ebinger Bühlstraße 8 betreut, rechnet vor, dass Haushalte bei Beherzigung der Stromsparhelfer-Tipps bis zu 300 Euro jährlich sparen können – und das vor dem immensen Preissprung, den nahezu alle Energieträger kürzlich vollzogen haben. Demnach ist das Einsparpotenzial mittlerweile noch größer – aber auch die Stromrechnung.

Die Zahl der Anfragen steigt

"Wir haben im vergangenen halben Jahr mehr Anfragen als sonst bekommen", so Schneevoigt. Doch die Sache hat einen Haken. Der kostenlose Check richtet sich an Haushalte, die als einkommensschwach gelten und das Angebot – ähnlich wie die Albstädter Tafel – in Anspruch nehmen dürfen. "Daher müssen wir derzeit einige Anfragen ablehnen", bedauert sie. Dabei steigt die Zahl derer, für die das Angebot gilt, ständig: Die Einkommenspfändungsgrenze wurde zum 1. Juli erhöht, die hohe Inflation bringt zusätzlich Haushalte in Schieflage. "Von den Berechtigten melden sich leider nur wenige", sagt Schneevoigt. Daher sind die drei Stromsparhelfer aktuell nicht ausgelastet.

Die Hemmschwelle bei manchen ist hoch

"Ich glaube die Leute haben auch eine Hemmschwelle", vermutet Schneevoigt. An mangelnder Werbung mag es nicht liegen – schließlich versenden die Albstadtwerke die Broschüre zum Stromspar-Check mit jeder Mahnung. "Es kann auch gut sein, dass sich die Zielgruppe wenig mit dem Thema auseinandersetzt", vermutet sie. Das sei schließlich ganz leicht – bis der Schock dann mit der Strom- und Heizkostenabrechnung ins Haus kommt.

Bewohner erhalten konkrete Tipps

Den Check in Anspruch zu nehmen, ist laut Schneevoigt nicht schwer. Nachdem Bedarf bei der Caritas gemeldet wurde, kommen zwei Stromsparhelfer ins Haus und machen gemeinsam mit den Bewohnern mit Hilfe von Messgeräten eine Bestandsaufnahme von Elektrogeräten, Wasser und Heizung. Im Gespräch erhalten Bewohner Tipps, welche Verhaltensänderungen beim Sparen helfen. Danach werden die Untersuchungen ausgewertet und beim zweiten Termin besprochen. Bewohner erhalten ein Soforthilfepaket – kostenfrei wie der Stromspar-Check selbst. Das Paket enthält LED-Birnen, einen Durchflussregler für den Wasserhahn, Mehrfachsteckdosen, einen wassersparenden Duschkopf und ein Thermometer für den Kühlschrank. Zudem gibt es praktische Tipps für alle Alltagsbereiche: für richtiges Heizen und Lüften, energiesparendes Waschen und Beleuchten. Für jene, die aus südlichen Ländern stammen, sei Heizen bisher unter Umständen kein Thema gewesen.

Die Berechtigung muss nachgewiesen werden

Vor dem Check wird geprüft, ob man finanziell dazu berechtigt ist. "Das ist an sich der einzige Haken", so Schneevoigt. "Vor allem für einkommensschwache Haushalte ist die Preissteigerung im Energiesektor eine immense Belastung", weiß sie.

Angela Hoffmann ist Stromsparhelferinnen und erzählt, wie groß die Not oft ist. Manche hätten nicht mal Möbel. Sie verweise sie an andere Einrichtungen der Caritas, etwa das Sozialkaufhaus Domiziel in Frommern.

Der Stromsparcheck ist ein bundesweites Projekt an 180 Standorten, oft in Trägerschaft der Caritas. Insgesamt gibt es Plätze für sechs Stromsparhelfer im Zollernalbkreis. Sie schickt das Jobcenter im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit, genauso wie zur Albstädter Tafel auf der gegenüberliegenden Straßenseite. In der Regel bleiben diese auf zwei Jahre und werden von einem Trainer ausgebildet.

Weitere Informationen gibt es hier.