Das Bild zeigt Gerhard Gebauer und seine Frau Liselotte (Archivbild). Foto: Streck

Zur Forderung, das Engagement des ehemaligen Oberbürgermeisters Dr. Gerhard Gebauer zu würdigen, schreibt Leserin Renate Späth-Bächle.

Lange bevor die Landes- und Bundespolitik nach und nach für mehr Familienfreundlichkeit und für entsprechende Gesetze gesorgt hat, ermöglichte Dr. Gebauer eine Fülle an grundlegenden Reformen zugunsten aller VS-Einrichtungen. Durch seine Funktion im Deutschen Städtetag war er stets bundesweit orientiert und hatte den Gesamtüberblick über die aktuellen kommunalpolitischen Themen. Jeder Fortschritt für Pädagogik und Personal musste jedoch Mehrheiten im Gemeinderat finden.

 

Jahrzehntelange anstrengende und kräfteraubende Überzeugungsarbeit war gefragt und stets der einzige Weg, aus den früheren Kinderbewahranstalten allmählich pädagogisch wertvolle Begegnungs- und Bildungsorte für Kinder aller Altersstufen und deren Familien zu schaffen. Es bedurfte nicht nur besserer räumlicher und personeller Rahmenbedingungen sowie einer zeitgemäßen Personalentwicklung, sondern ein Vielfaches an Haushalts-Geldern für Fortbildungsmittel zur Einleitung auch grundlegender organisatorischer Veränderungen.

Was später für alle Träger selbstverständlich wurde, fußt in großen Teilen auf Gemeinderats-Beschlüssen, die Dr. Gebauer in seiner Ära als guter Stratege im Kinder- und Jugendbereich nach und nach herbei geführt oder für später langfristig vorbereitet hatte, sehr oft auch mit äußerst knappen Mehrheiten.

Kein Anderer hat das erreicht

Sehr früh hat er den längst erwiesenen Zusammenhang erkannt zwischen einer gesunden und chancengleichen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter sowie deren langfristigen Auswirkung auf die VS-Familien und eine insgesamt funktionierende Gesellschaft. Bereits als OB von Schwenningen hat er den Kinder- und Jugendbereich gestärkt und dies nach der Städtefusion auf die Gesamtstadt übertragen.

Er war für den gesamten Sozialbereich ein sehr weitsichtiger OB und ein sehr fairer und friedliebender Mensch, auch gegenüber seinen politischen Gegnern. Politiker von seinem Bildungsformat und seiner Integrationsfähigkeit sowie mit seinen Umgangsformen wären auch heute wieder dringend von Nöten.

Die Zeit ist überreif für eine Würdigung dieses hochverdienten langjährigen Stadtoberhauptes in VS, denn kein anderer OB hat später eine ähnliche Fülle an grundlegenden Kita-Reformen ermöglicht und so große Fortschritten im Sozialbereich von VS bewirkt wie Dr. Gerhard Gebauer. Ab 1977 bis zu seinem Ruhestand 1994 konnte ich sein Wirken aus allernächster Nähe miterleben. Der Vorschlag der Herren Schurr und Schmidt, der neuen Kita in Schwenningen nun seinen Namen zu geben, betrachte ich nur als folgerichtig und sehr begrüßenswert.

Renate Späth-Bächle, Villingen-Schwenningen

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