Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Andreas Jung ging in Wildberg auch auf die Fragen der Gäste ein. Foto:  

CDU-Energieexperte Andreas Jung hat sich in Wildberg sowohl kontroversen Themen, als auch den Fragen der Bürger gestellt. Er sprach unter anderem über den Klimaschutz aus Sicht der Union und darüber, ob die Wärmepumpe tatsächlich der beste Weg ist – beziehungsweise warum nicht.

Ein eher kontroverses Thema stand beim Bürgerdialog der örtlichen CDU auf der Agenda. Das Thema soll die Bundespolitik noch über Jahrzehnte beschäftigen: die Zukunft der Energie- und Klimapolitik. Unter dem Titel „Heizung der Zukunft?“ waren etwa 100 Bürgerinnen und Bürger in das Gasthaus Krone in Wildberg gekommen, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU Kreis Calw.

 

Dafür konnte das Vorsitzenden-Duo Rebekka Gärtner und Sebastian Pass den vom Bodensee stammenden Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Andreas Jung gewinnen. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung gilt als Klima- und Energieexperte der Union, sitzt im Ausschuss für Klimaschutz und Energie.

Wie Union und Klimaschutz zusammenpassen Wie die Union und der Klimaschutz zusammenpassen, würde er oft gefragt. „Das ist unser Ding“, antwortete er. „Wir leben in einer wunderschönen, gottgesegneten Heimat, aber merken eben, wie sich der Klimawandel auf Wälder und Landschaft auswirkt.“

Jung sieht die Union vor allem in der Herangehensweise an den Klimaschutz im Unterschied zu anderen: „Wir sind die Partei der Nachhaltigkeit und denken Ökonomie, Ökologie und sozialen Ausgleich zusammen.“ Vor allem der soziale Ausgleich würde beim aktuell heiß diskutierten Heizungsgesetz fehlen. „Die soziale Flanke ist offen.“

Für viele – vor allem Rentner und Menschen mit geringem Einkommen – sei es nahezu unbezahlbar in der aktuellen Inflation eine neue Heizung einzubauen. Die Förderungen würden dafür bei Weitem nicht reichen. Die entscheidende Frage der aktuellen Politik sei: „Wo kommt die Energie her, die sicher, ökologisch und bezahlbar ist?“

Jung übt Kritik an der Wärmepumpe Kritik übt der Bundestagsabgeordnete auch an der Fokussierung auf die Wärmepumpe. „Die Wärmepumpe kann durchaus Sinn ergeben. Aber es gibt auch andere Technologien, die in vielen Fällen besser sind“, betont Jung. „Man kann nicht in Berlin festschreiben: Das ist jetzt die Heizung der Zukunft. Punkt.“ Die Union habe sich immer für Technologieoffenheit ausgesprochen und der Ampel bei diesem Gesetz die Hand ausgestreckt. Schließlich gehe es um ein langfristiges Thema, das noch verschiedene Regierungen beschäftigen wird. Es sei richtig, erst die Wärmeplanung der Kommunen zu machen und dann das Heizungsgesetz in Kraft zu setzen.

„Die Ampel macht das aber genau andersrum“, meint er. „SPD, Grüne und FDP haben durch dieses Gesetz und das Chaos viel Vertrauen zerstört. Es wird schwer sein, die Menschen wieder zurückzuholen, wenn sie sich einmal abgewendet haben“, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende.

Offen für andere Formen der Energiegewinnung Im anschließenden Dialog drehten sich die Fragen der Bürger rund um die Finanzierung der Energiewende, die Wärmeplanung und die Strompreise. Für Jung sei bei Letzterem wichtig, zum einen die staatlichen Abgaben zu senken und zum anderen das Energieangebot auszuweiten.

Er sei schon immer ein Befürworter der Kernenergie gewesen. Unverständnis hat er dafür, dass die Ampel-Regierung die drei letzten Kernkraftwerke abgeschaltet habe und dafür „alte, dreckige DDR-Kohlemeiler“ ans Netz geholt hat. „Und das bei einem grünen Wirtschafts- und Klimaminister und einem Regierungschef, der sich als Kanzler für Klimaschutz plakatiert hat“.

Offen sei er für Forschung im Bereich der Kernfusion. Es brauche aber auch andere Formen der Energiegewinnung. Geothermie und Bioenergie aus Abfällen seien wichtige Stützen, außerdem müssten beim Wasserstoff alle Hebel heruntergedrückt werden. Vor allem für die Zukunftsfestigkeit der Wirtschaft sei Wasserstoff entscheidend. Die Antworten dafür müssen auf EU-Ebene gelöst werden.