Mit seinem neuen Buch „Aus Liebe zum Wasser“ im Gepäck spricht Andreas Fath in Dauchingen. Foto: Thorsten Fitzon

Der als „schwimmender Professor“ bekannte Chemiker Andreas Fath sprach im Bürgerzentrum in Dauchingen über seine große Leidenschaft für das Wasser.

Der als „schwimmender Professor“ bekannte Wissenschaftler und Aktivist Andreas Fath wurde von Thorsten Fitzon, Vorsitzender des Ortsvereins, vorgestellt.

 

Fath erzählte vor vollem Haus über seinen ganz persönlichen Weg zum und mit dem wichtigsten Element des Lebens. Schon als junger Entwicklungsingenieur hat er sich um technische Lösungen zur Verbesserung der industriellen Abwasserqualität verdient gemacht und für einen schonenden Umgang mit der wertvollen Ressource geworben.

Seine Leidenschaft für eine verantwortungsvolle Wissenschaft, die Menschen anspricht und auf Probleme aufmerksam macht, hat er an die Hochschule Furtwangen mitgebracht.

Wasserverschmutzung ein globales Problem

In seinem bilderreichen Vortrag zeigte er, wie seine Flussdurchschwimmungen jene öffentliche Aufmerksamkeit geschaffen haben, die es braucht, um das Thema Wasserverschmutzung auch als globales Problem auf die Agenda zu setzen.

Ein Schwerpunkt bildet dabei der zunehmende Eintrag von Kunststoffen in die Gewässer, die, wenn sie erst einmal zu Mikroplastikteilchen zerrieben sind, sich in Flüssen, Gletscherseen und den Weltmeeren in zunehmend nachweisen und nicht mehr zurückholen lassen.

Schnell kamen Fragen nach der Vermeidung von Kunststoffabfällen auf und was jeder Einzelne tun kann. Vielversprechend sind Ansätze, Kunststoffpolymere dort, wo sie sich bereits in der Umwelt befinden, zurückzuholen und chemisch zu Adsorbern zu verändern und sie wieder für die Reinhaltung von Gewässern einzusetzen.

Junges Start-Up

So erwirbt das junge Start-Up PolymerActive, das aus der Forschung an der Hochschule Furtwangen hervorgegangen ist, aus den Meeren eingesammelte Treibnetze aus einem bestimmten Kunststoff, um daraus neue Filtermaterialien herzustellen.

In der lebhaften Diskussion wurde abschließend klar, dass neben der Reduktion von Verpackungen aus Kunststoff und einer verbesserten Umweltbildung auch systemische Fragen eine Rolle spielen. So lässt sich den Interessen der Erdölindustrie und der Schwemme von zum Teil bizarr unnötigen Plastikprodukten nur schwer durch individuelle Verhaltensänderungen begegnen.