Die Besucher nehmen die Angebote in Augenschein. Foto: Thiercy

Zu einem Nachmittag für die ganze Familie wurde der verkaufsoffene Sonntag in Balingen. Die meisten Geschäfte in der Innenstadt und im Gewerbegebiet Auf Gehrn hatten geöffnet.

Balingen - Kauflustige kamen in Massen, und das nicht nur aus Balingen und den umliegenden Ortschaften. Auch Rottweiler und Tübinger waren unter den Flaneuren.

Baustellen, geschlossene Parkhäuser, gesperrte Parkplätze – für viele stand vor dem gemütlichen Bummel durch die Fußgängerzone aber erst einmal die Frage: "Wo stelle ich mein Auto ab?" Wenn die Parkplatzsuche sich derzeit schon an Wochentagen als schwierig erweist, wurde sie am Sonntag für so manchen Autofahrer zur Geduldsprobe. Das ärgerte auch die Händler, deren Kunden ihrem Frust Luft verschafften. Glück hatte das Ehepaar Kerstin und Roland Kern aus Streichen. Sie fanden auf Anhieb einen Platz für ihren Wagen und spazierten gut gelaunt durch die City.

Vor der Kirche hatten die Besucher an einigen wenigen Ständen – reduziert wegen Corona – die Möglichkeit, sich zu stärken. Der Renner bei den Erwachsenen war das Stockbrot, die Kinder zog es magisch zur kunterbunten Zuckerwatte hin – und zum kleinen Karussell, das zum verkaufsoffenen Sonntag gehört wie der Ritter Ulrich zum Stadtbrunnen.

Letztes Eis der Saison

Besseres Wetter hätte sich der HGV unter der Ägide von Bernd Flohr für das Kundenevent nicht wünschen können. Viele gönnten sich das womöglich letzte Eis dieser Saison, andere entspannten in der Außengastro.

Und wieder einmal zeigte es sich, wie kreativ die Balinger Geschäftsleute sind. Es gab zahlreiche Bonusaktionen, viele Schaufenster waren eigens für den verkaufsoffenen Sonntag liebevoll dekoriert worden.

Balingen als Einkaufsstadt: dazu gehört auch ein Serviceangebot wie der Bus-Shuttle zwischen Stadt und Gewerbegebiet. Der aber konnte das Parkplatzproblem auch nicht entzerren. Einen ganz anderen Service hingegen nutzten ganze Familien. Wann schon kann man gemeinsam etwas unternehmen, sich ausführlich und in aller Ruhe in den Fachgeschäften beraten lassen und danach noch einen Aperol (für die Eltern) und eine Limo (für die Kids) trinken, umgeben von einer Schar gut gelaunter Menschen? Eben: am verkaufsoffenen Sonntag.

In diesem Sinne haben die zahlreichen Besucher auch dazu beigetragen, dass der Wunsch von Bernd Flohr erfüllt wurde: regional und vor Ort einzukaufen. Das sei der persönliche Beitrag zum Erhalt der eigenen Lebenswelt. Am Sonntag wurden viele Beiträge geleistet.