Die Mitarbeiter der Lahrer Tafel haben derzeit alle Hände voll zu tun. Immer mehr neue Kunden kommen in die Einrichtung der Diakonie – unter anderem auch Flüchtlinge aus der Ukraine und Rentner. Foto: Blessing

Großer Andrang bei der Lahrer Tafel: Nahezu täglich kommen neue Menschen auf den Hof der Einrichtung und wollen eine Kundenkarte beantragen. Unter ihnen sind nicht nur Flüchtlinge aus der Ukraine, sondern auch viele Rentner.

Lahr - Die gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten sind auch bei der Lahrer Tafel zu spüren. Der Trend der vergangenen Wochen setzt sich ungebrochen fort. Jeden Tag kommen zahlreiche Menschen aus Lahr und Umland um Hilfe zu suchen. Sie alle wollen eine Kundenkarte beantragen, erzählt Ingrid Schatz, die Leiterin der diakonischen Einrichtung.

"Es ist eine außergewöhnliche Zeit für uns alle ", sagt Schatz im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Die normalen Bürozeiten würden nicht mehr ausreichen, um die ganzen Anträge abzuwickeln. Immer wieder kommen vor allem Flüchtlinge aus der Ukraine und wollen sich bei der Tafel registrieren lassen, so die Tafel-Leiterin. Es seien aber nicht nur Flüchtlinge, sondern auch sehr viele Rentner unter den neuen Kunden. "Vor allem Rentnern reicht ihr Geld nicht mehr aus, um bei den gestiegenen Preisen über die Runden zu kommen", so Schatz.

Die Lahrer Tafel hat derzeit rund 800 Kundenkarten, über die etwa 2.000 Menschen, darunter etwa 730 Kinder, versorgt werden. Im März wurden 83 neue Kundenkarten beantragt – in diesem Jahr sind es bisher schon 170 neue Karten. Allein in diesem Monat seien bis zum 6. April 43 neue Karten ausgegeben worden. Wie außergewöhnlich die Situation aktuell ist, verdeutlicht Schatz: "Normalerweise haben wir über das ganze Jahr etwa 200 neue Anträge, also etwa 15 pro Monat." Die Zahl der Neuanträge steige ungebrochen.

"Derzeit verteilen wir weniger Ware an immer mehr Kunden", zeigt Schatz die angespannte Lage auf. Man sei deshalb im stetigen Austausch mit anderen Tafeln aus der Region, um sich gegenseitig zu helfen.

Lahrer Bevölkerung unterstützt

Die Situation der Flüchtlinge aus der Ukraine sei nicht einfach. Oft hätten sie kein Bargeld oder könnten nicht auf ihre Konten zugreifen, berichtet Schatz. Die Tafel könne mit Einkaufsgutscheinen weiterhelfen, sodass sie schnell und unkompliziert an Lebensmittel kommen. Gerade beim Umgang mit den Flüchtlingen aus der Ukraine sei es von Vorteil, dass einige Mitarbeiter Russisch sprechen. Zwar könnten viele Neuankömmlinge relativ gut Englisch, aber auch da komme man manchmal an Grenzen, so Schatz.

Zusätzlich zu Lebensmitteln sei auch die Versorgung der Ukrainer mit Kleidung sehr wichtig. Hier arbeite die Tafel mit der Neuen Arbeit Lahr (NAL) zusammen. Gemeinsam mit der NAL wird die Lahrer Tafel in den Osterferien Schulmaterial an ukrainische Kinder verteilen, die nach den Osterferien die örtlichen Schulen besuchen sollen, führt Schatz aus.

Besonders erfreut ist Schatz über die Unterstützung der Lahrer Bevölkerung: "Oft kommen Lahrer Bürger und bringen uns eine Palette mit Konserven oder anderen Lebensmitteln vorbei".

Wer die Arbeit der Tafel ebenfalls unterstützen möchte, könne dies mit Geld- und Lebensmittelspenden tun.. Schatz würde sich ebenfalls über neue Mitarbeiter freuen, um ihr Team aus etwa 80 ehrenamtlichen Helfern zu verstärken, da die Personaldecke in den vergangenen Monaten etwas ausgedünnt wurde. "Am wichtigsten sind derzeit neue Fahrer, um die Versorgung sicherzustellen", erklärt die Leiterin der Tafel.

Lahrer Tafel

In der Lahrer Tafel in der Schwarzwaldstraße 6 können bedürftige Menschen Lebensmittel zu symbolischen Preisen einkaufen. Voraussetzung hierfür ist eine Kundenkarte. Diese kann dienstags und mittwochs von 12 bis 15 Uhr im Büro der Tafel beantragt werden. Warenspenden können täglich von 9 bis 15 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr abgegeben werden. Infos gibt es unter Telefon 07821/92 10 55 oder per E-Mail an tafel.lahr@diakonie-ortenau.de.