Soll frei von Autos bleiben: der Rathausplatz in Lahr. Foto: Köhler

Für eine attraktivere Innenstadt fordern Händler und Besucher mehr Stellplätze. Wir haben gefragt, wie die Stadt mit diesem Wunsch umgeht und beleuchten die aktuelle Lage.

Wer mit dem Auto zum Einkaufen in die Innenstadt fährt, benötigt einen Parkplatz. Und zwar möglichst in der Nähe der Marktstraße, schließlich will niemand die vollen Shoppingtüten noch Hunderte Meter weit schleppen. Welche Möglichkeiten gibt es aktuell und wie teuer sind sie? Ein Überblick.

 

Wie viele Parkplätze gibt es in der Innenstadt?

Laut Stadt stehen in der Lahrer Innenstadt rund 1600 öffentliche Parkplätze sowie Hunderte Kundenparkplätze zur Verfügung. Ein Parkleitsystem gibt einen Überblick.

Wo gibt es Parkplätze?

In Innenstadtnähe gibt es vier öffentliche Parkhäuser: In der Alleestraße 4 (am Kino), am Marktplatz, das Parkhaus Sparkasse/Walpotenhaus in der Schillerstraße und das Parkhaus Volksbank. Kostenpflichtige Parkplätze außerhalb der Parkhäuser, die die Stadt als „oberirdische Parkplätze“ zusammenfasst, gibt es unter anderem in der Schillerstraße, der Lotzbeckstraße, der Schubertstraße, am Bürgerbüro, am Spital, am Doler Platz, in der Schützenstraße und am Rathausplatz. Dort stehen jeweils Parkautomaten. Kostenloses Parken ist in Innenstadtnähe in der Max-Planck-Straße, in der Feuerwehrstraße und am Friedrich-Ebert-Platz möglich. Auch auf dem Schotterplatz neben der Arena oder in der Hilda- und der Langsdorfstraße sind oft noch freie Plätze zu ergattern.

Wie viel kostet das Parken in Lahr?

In den vier Parkhäusern herrschen unterschiedliche Tarife. Am Kino ist das Parken bis 20 Minuten kostenlos, bis 40 Minuten ist ein Euro zu bezahlen. Ab da erhöht sich der Tarif in 20-Minuten-Schritten um 50 Cent. Ab zwei Stunden kostet jede angefangene Stunde einen Euro, maximal sind zehn Euro pro Tag zu berappen. Im Parkhaus Sparkasse/Walpotenhaus gelten die gleichen Werte, der Tageshöchstsatz liegt hier allerdings bei acht Euro. Am Marktplatz kostet jede Viertelstunde 50 Cent, ab drei Stunden Parkzeit ist pro angefangene Stunde ein Euro zu bezahlen, maximal zehn am Tag. Im Parkhaus Volksbank ist das Abstellen des Autos bis 20 Minuten kostenlos, bis 30 Minuten sind 50 Cent zu bezahlen, bis eine Stunde 1,50 Euro und ein Euro für jede weitere angefangene Stunde. Tageshöchstsatz: acht Euro.

Einheitliche Regeln über der Erde

Für alle „überirdischen Parkplätze“ wiederum gilt eine einheitlicher Regelung: Maximal darf zwei Stunden lang geparkt werden, pro halbe Stunde sind 50 Cent zu bezahlen. Das aber nur wochentags von 8 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist Parken kostenfrei. Das gilt auch, wenn der Automat außer Betrieb ist und die Innenstadtbesucher die Parkscheibe einlegen. Bei einem Rundgang unserer Redaktion an einem Montagnachmittag waren drei von acht in Augenschein genommenen Automaten defekt. Elektroautos können auf Parkplätzen mit Parkscheinautomat grundsätzlich drei Stunden lang frei parken.

Wie viel nimmt die Stadt über Parkgebühren ein?

Im vergangenen Jahr betrugen die Einnahmen aus den Parkgebühren rund 243 000 Euro, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Ist eine Erhöhung der Gebühren geplant?

Am Dienstag hat die Stadt bekanntgegeben, die Kitagebühren sowie die Kosten für Mittagessen in den Schulen erhöhen zu wollen. Beschlossen sind bereits die Erhöhung der Gewerbesteuer und der Gebühren für das Anwohnerparken. An den Kosten für öffentliche Parkplätze, wenngleich sie seit der Einführung des Euro nicht verändert wurden, will die Stadt trotz klammer Kassen nicht drehen, heißt es aus dem Rathaus.

Die Innenstadt soll gestärkt werden

Zwar entsprechen „die aktuellen Parkgebühren aus planerischer und technischer Sicht nicht dem Wert der öffentlichen Fläche in Bezug auf die Stellplatzherstellung und -unterhaltung sowie die Nutzungskonkurrenz“ und der Grundsatz, dass Parken in Parkhäusern und Tiefgaragen günstiger sein sollte „um eine Lenkungswirkung zu erzielen“ werde nicht erfüllt. Andererseits gelte es, „die Innenstadt mit allen der Stadt Lahr zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu stärken und negativen Entwicklungen im Bereich Einzelhandel entgegenzuwirken“, ist sich die Verwaltung dem Ernst der Lage bewusst. Daher schlage sie aktuell keine Erhöhung der innerstädtischen Parkgebühren vor.

Wird es Parkplätze auf dem Rathausplatz geben?

Dieser Forderung, die zuletzt Edeka-Kohler-Chef Uwe Kohler öffentlich machte, erteilt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion eine Absage. Seit der Umgestaltung des Rathausplatzes vor rund 20 Jahren werde dieser multifunktional genutzt. Im Zuge des Sanierungsgebiets Innenstadt seien weitere Maßnahmen, etwa eine Begrünung oder Wasserelemente, geplant, heißt es.

Die Stadt verweist auf bestehende Parkplätze in fußläufiger Entfernung und betont: „Der Parksuchverkehr ist schon jetzt eine Belastung für die Anwohner, Beschäftigten und Besucher der Stadt.“ Zusätzliche Parkplätze würden eine „Verkehrszunahme in diesem sensiblen Bereich und damit eine qualitative Schwächung des Umfelds bedeuten“.

Zahlen per App

An allen oberirdischen gebührenpflichtigen Parkplätzen können in Lahr Parkscheine auch über die „Parkster“-App per Handy gelöst werden. Laut Stadt wurden im vergangenen Jahr rund zwölf Prozent der Einnahmen über den digitalen Parkschein erzielt.