Eine Verkaufstheke mit Küche und ein Tisch ist da. Um diesen sollen sich bald wieder Ratshausener scharen. Der Bürgermeister sucht Freiwillige und Ideen, wie man aus den leeren Räumen einen geselligen Treffpunkt machen kann. Foto: Marschal

Trotz aller Bemühungen ist es dem Ratshausener Bürgermeister nicht gelungen, einen Betreiber für den verwaisten Dorfladen zu finden. Doch an der Idee, einen Treffpunkt in den früheren Räumen zu schaffen, hält der Schultes fest – und sucht Freiwillige.

Der Dorfladen war bis zu seiner Schließung vor gut zwei Jahren nicht nur Nahversorger in Ratshausen, sondern auch Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens. Man konnte dort nicht nur Backwaren und die nötigsten Lebensmittel kaufen, sondern man traf auch Freunde und Bekannte; die Cafétische luden zum Verweilen ein. Seit Jahresende 2022 stehen die Räume im Untergeschoss des Rathauses leer. Eine Tatsache, die viele Ratshausener schmerzt.

 

Die Wiederbelebung des Dorfladens war ein Wunsch, der schon während seiner Bürgermeisterkandidatur immer wieder an Tommy Geiger herangetragen wurde. Mit seiner Wahl macht er sich diesen Wunsch zur Aufgabe und sprach immer wieder mögliche Betreiber an: Bäcker aus der Umgebung sowie Betreiber von Selbstbedienungsläden. Doch ohne Erfolg: Durch die geringe Größe des Ortes und der Nähe zu den Vollsortimentern im benachbarten Schömberg sei die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben. „Wir müssen so ehrlich sein und uns momentan von dem Gedanken verabschieden, bald wieder ein Lebensmittelgeschäft im Ort zu haben“, resümiert Geiger.

Die Gesellschaft fehlt

Doch Aufgeben will er nicht – schließlich erfüllte der Dorfladen neben der Nahversorgung der Ratshausener noch eine zweite Funktion, nämlich eine gesellschaftliche. Seit der Schließung vermissten nämlich viele die Begegnungen, die Tasse Kaffee und das Stück Kuchen mit einem Schwätzle, weiß Geiger. Und da setzt seine Alternatividee an. „Im Raum hat es alles, was es für einen Treffpunkt mit Kaffee und Kuchen braucht, aber wir haben im Rathaus keine Verwendung dafür“, meint er. Es gibt eine Verkaufstheke, eine kleine Küche mit Kühlschrank, Tische und Stühle.

Im Amtsblatt hat Geiger einen Aufruf zur Belebung des Dorfladens gestartet und Bürger, Gruppen und Vereine angesprochen, die es sich vorstellen können, in den Räumen des ehemaligen Dorfladens nachmittags Kaffee und Kuchen anzubieten.

Regelmäßigkeit ist wichtig

Wenn es nach Bürgermeister Tommy Geiger geht, könnten an den Tischen im ehemaligen Dorfladen bald wieder Leute sitzen. Der Kuchen müsste dann halt selbst mitgebracht werden. Foto: Marschal

In der Vergangenheit habe es immer wieder Ideen in diese Richtung gegeben, doch Interessenten seien immer wieder abgesprungen. Da er sich nun an ein breiteres Publikum wendet, hofft er, dass sich Menschen zusammentun und sich gegebenenfalls in der Organisation abwechseln. „Es muss sich eine größere Gruppe drum kümmern, damit sie sich die Aufgaben teilen können“, erklärt Geiger, „dann ist es langfristig machbar“.

Bisher zehn Interessenten

Obwohl der Bürgermeister für Interessenten eine Frist bis zum 14. Februar gesetzt hat, sind bisher schon zehn Interessensbekundungen im Rathaus eingegangen.

Der nächste Schritt ist, sich mit diesen Freiwilligen an einen Tisch zu setzen und die Ideen zusammenzutragen, „mit dem Ziel, einen Fahrplan zu schaffen, den Dorfladen als Treffpunkt wieder zu beleben“, erklärt Geiger. Ob am Ende ein klassischer Kaffeeklatsch herauskommt, oder etwas ganz anderes: Geiger ist gespannt auf die Ideen und wann wieder Leben in den ehemaligen Dorfladen einkehren wird.