Bei der Stadt Ettenheim arbeiten insgesamt 262 Menschen, darunter 177 Frauen. Foto: Bildstein

Zum Weltfrauentag wirft die LZ einen Blick auf die Quote in verschiedenen Berufsfeldern in Ettenheim. Während der Anteil bei der Feuerwehr nur 3,9 Prozent beträgt, sind im medizinischen Bereich und der Gastronomie deutlich mehr Mitarbeiter weiblich.

Weltweit wird zum heutigen Weltfrauentag auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht.

 

Noch immer gibt es viele Bereiche, in denen Frauen gegenüber Männern benachteiligt sind. Zum Beispiel bekommen Frauen oft weniger Geld für die gleiche Arbeit oder sie haben schlechtere Karrierechancen.

Unsere Redaktion hat den Frauentag zum Anlass genommen und sich einmal angesehen, wie viele Frauen in verschiedenen Bereichen in Ettenheim arbeiten. Einige Beispiele.

Die Polizei

Von insgesamt elf Menschen, die beim Ettenheimer Polizeiposten arbeiten, sind vier weiblich (Frauenquote: 36,4 Prozent), erklärt das Polizeipräsidium Offenburg auf Nachfrage. In den vergangenen Jahren sei feststellbar, dass sich immer mehr Frauen für den Polizeiberuf entscheiden würden, heißt es. Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter spiele das Geschlecht keine Rolle. „Laut Chancengleichheitsgesetz hat die Dienststelle unter Wahrung des Vorrangs von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, Frauen bei der Besetzung von Stellen, vorrangig zu berücksichtigen“, erklärt die Polizei. „Unterrepräsentanz“ bedeute dabei alles unter 50 Prozent. „Da beim Polizeipräsidium Offenburg jedoch in nahezu keinen Bereichen eine Unterrepräsentanz von Frauen zu verzeichnen ist, spielt das Geschlecht tatsächlich keine Rolle.“

Die Feuerwehr

Unter den insgesamt rund 130 Ehrenamtlichen (mit Ettenheim, Ettenheimweiler, Münchweier, Wallburg und Altdorf) sind nur fünf Frauen, erklärt Kommandant Christian Mösch auf Nachfrage (Frauenquote: 3,9 Prozent). „In der Jugendfeuerwehr sind aktuell 20 Mädchen bei uns gelistet“, so Mösch. Der Anteil der Frauen sei seit Jahren stabil. Es habe Eintritte, dann aber auch wieder Austritte gegeben. Das Geschlecht spiele bei der Aufnahme neuer Feuerwehrleute keine Rolle.

Die Stadt

Bei der Stadt Ettenheim arbeiten laut Personalamt aktuell 262 Beschäftigte. Davon sind 177 Frauen und 85 Männer (Frauenquote: 67,6 Prozent). „Also etwa zwei Drittel Frauen, ein Drittel Männer“, so die Stadt.

Die Schule

An der St. Landolin-Schule arbeiten aktuell 242 Menschen. Wie viele Frauen darunter genau sind, verrät die Schule auf Nachfrage nicht, es seien jedoch „etwas mehr Frauen als Männer“. „Wir freuen uns, im vergangenen Jahr für zwei Positionen im Schulleitungsteam weibliche Kolleginnen gewonnen zu haben und auch die Koordination unserer Verwaltung wieder mit einer Frau besetzt zu haben, so dass wir in unserer Leitungsrunde in einem nahezu ausgeglichenen Verhältnis von vier Frauen und sechs Männern zusammensitzen“, heißt es.

Die Ärzte

Im Praxiszentrum Friedrichstraße (Allgemeinmedizin, Innere Medizin und hausärztliche Versorgung) arbeiten insgesamt 40 Menschen, 37 davon sind Frauen (Frauenquote: 92,5 Prozent). Verändert habe sich der Anteil in den vergangenen Jahren nicht, heißt es auf Nachfrage. Im Ettenheimer Zentrum für Gesundheit arbeiten insgesamt 25 Mitarbeiter, davon sind 19 Frauen (Frauenquote: 76 Prozent). Die Frage, ob das Geschlecht bei Neueinstellungen eine Rolle spiele, beantwortet das MVZ auf Nachfrage mit „nein“.

Die Sparkasse

In der Geschäftsstelle in Ettenheim arbeiten derzeit 16 Personen, davon elf Frauen (Frauenquote: 68,8 Prozent). „Der Anteil an weiblichen Mitarbeitenden hat sich in den letzten Jahren kaum verändert“, heißt es auf Nachfrage. Auch bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern spiele das Geschlecht keine Rolle.

Die Gastronomie

Im Restaurant Weber arbeiten derzeit 13 Personen, davon acht Frauen (Frauenquote: 61,5 Prozent). „Der Frauenanteil schwankt hin und wieder, das Geschlecht spielt bei Neueinstellungen aber keine Rolle“, heißt es. Auch in Löffler’s Parkrestaurant arbeiten „deutlich mehr Frauen als Männer“, erklärt der Inhaber im Gespräch. In der Küche und im Service arbeiteten dort jeweils nur eine männliche Person.

Das Handwerk

Bei der Zimmerei Hug in Münchweier sind 14 Männer beschäftigt und eine Frau (6,7 Prozent).

Der Frauentag

Deutschland gehört laut Landeszentrale für politische Bildung zum kleinen Kreis der Länder, in denen der Internationale Frauentag bereits in den ersten Jahren nach seiner Einführung 1911 begangen wurde. Eine entscheidende Rolle für die Ausrufung des ersten Frauentages spielten die deutschen Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die damals mit verantwortlich dafür waren, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.