Peter Rosenberger auf dem Gäubahn-Gipfel in Horb. Dahinter: Sein Amtsvorgänger Michael Theurer als Bundesbeauftragter für den Schienenverkehr. Theurer holte die Hochbrücke. Schafft Rosenberger den S-Bahn-Anschluss Foto: Jürgen Lück

Darum könnte Peter Rosenberger einen historischen Verkehrs-Durchbruch für Horb schaffen. S-Bahn-Anschluss so wahrscheinlich wie nie. Das nächste große Ding nach der Hochbrücke? Eine Analyse.

Die zweite historische Jahrhundertchance nach der Hochbrücke ist zum Greifen nahe. Wird Horbs OB Peter Rosenberger (CDU) in die Geschichtsbücher eingehen?

 

Das Jahrhundertangebot des Landes Fakt ist: Das Landesverkehrsministerium serviert den beiden großen Städten im Landkreis ein Jahrhundertangebot. Freudenstadt soll über Eutingen im Halb-Stunden-Takt mit einem Metropolexpress halbstündig nach Stuttgart angebunden werden. Das Verkehrsministerium ist auch mit Hochdruck dabei, bis Dezember die rechtlichen Voraussetzungen der S-Bahn bis Horb auf dem Tisch zu haben. Thomas S. Bopp, Verbandsdirektor Region Stuttgart und die Landeshauptstadt unterstützen diese S-Bahn Lösung.

So startet Rosenberger bei der IG Gäubahn Als Peter Rosenberger Ende 2021 zum Vize-Vorstand der Interessensgemeinschaft Gäubahn gewählt wurde, war das noch nicht abzusehen. Rosenberger – ein kommunaler Vertreter der Gäubahn-Anrainer. Gut auch für Horb als wichtigen Bahnknotenpunkt nach Singen, Tübingen und Stuttgart.

Als OB ein Herz für die Bahn In seiner Amtszeit als OB von Horb hatte Rosenberger die Chance ergriffen, das Güterverkehrsterminal, welches Eutingen abgelehnt hatte, nach Horb zu holen. Ein Herzensprojekt von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, „Ich bin Hochbrücken-Fan“). Schaffte es, die Bedenken vor Ort – auch im Schulterschluss mit Hermann – erfolgreich zu umschiffen.

Peter Rosenberger als Vize-Vorstand der IG Gäubahn. Er argumentiert sachlich und hat die Chance, den S-Bahn Takt nach Horb zu holen Foto: Jürgen Lück

So agiert Rosenberger als IG Gäubahn-Vorstand Im Frühjahr vor einem Jahr ließ Rosenberger mit den OB-Kollegen geschickt die Muskeln gegenüber der Landeshauptstadt Stuttgart spielen. Ein Rechtsgutachten, das nachweist, dass alle Oberbürgermeister es erreichen könnten, dass die Gäubahn weiter bis zum Hauptbahnhof fahren könnte. Rosenberger betonte auch: „Wir wollen keinen Konflikt mit Stuttgart!“

Als dann sein Amtsvorgänger Michael Theurer vorschlug, die Gäubahn über Tübingen umzuleiten, wurde Rosenberger deutlich: „Es darf kein einziger Gäubahn-Zug über Tübingen fahren. Das ist den Horber Bürgern, die in Sindelfingen oder der Landeshauptstadt arbeiten, nicht zuzumuten. Im Nahverkehrstakt Richtung Böblingen und Stuttgart darf es keine Ausdünnung geben.“

Bei spontanen Gäubahn-Gipfeln mit Verkehrsminister Hermann – bei der Hochbrücke Eröffnung Nummer zwei – zeigte sich Rosenberger respektvoll, sachkompetent und eher zurückhaltend.

Die Vorstände der IG Gäubahn. Guido Wolf lobt Rosenberger als „sehr konstruktiv.“ Foto: Jürgen Lück

Erster Erfolg für Rosenberger im November 2022 Im November vor einem Jahr der erste Faktencheck. Ergebnis: Die S-Bahn-Verlängerung bis Horb geht. Im Audimax jetzt das Sahnehäubchen von Gutachter SMA: Die S-Bahn-Lösung ist im Nahverkehr sogar besser als der Umstieg in Vaihingen.

IG Gäubahn-Vorstand Guido Wolf lobt Rosenberger: „Er spielt eine extrem konstruktive Rolle. Durch seine enge Kommunikation mit den Bürgermeistern trägt er entscheidend dazu bei, dass es eine gemeinsame Gäubahn-Lösung geben kann.“

Ein glückliches Händchen Rosenberger weiß, dass er auch Fortune hat: „Nach dem ersten Faktencheck hätte ich nicht gedacht, dass das Gutachter-Votum so positiv für eine S-Bahn-Verlängerung ausfallen würde!“ Die nächste „Amtshandlung“ von Rosenberger: Persönlich tritt er am 4. Oktober im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart auf. Um für die S-Bahn-Verlängerung nach Horb zu werben.

Peter Rosenberger. Bisher hat seine Entscheidung, in den Vorstand der IG Gäubahn zu gehen, zu einer einmaligen historischen Chance für Horb und die ganze Region geführt. Klar: Ist der S-Bahn-Takt bis Horb erst etabliert und erfolgreich, wird er auch nach der Fertigstellung der Flughafenverbindung schlecht wieder abzuschaffen sein.

Theurer hat die Hochbrücke für Horb auch deshalb durchsetzen können, weil er ein breites Brückenbündnis geschaffen hat. Der Gemeinderat sollte in der nächsten nichtöffentlichen Sitzung überlegen, wie er Rosenberger in seiner schwierigen Mission unterstützen kann.