Nach dem dramatischen Vorfall an einer – oft defekten – Schranke der Bahn in Aistaig steht nun fest: Der Lkw-Fahrer hat blitzschnell reagiert und Schlimmeres verhindert.
Nicht auszudenken, was am Bahnübergang in Oberndorf-Aistaig hätte passieren können: Ein Lkw steckte am Donnerstagmittag zwischen den abgesenkten Schranken auf den Schienen, die Polizei wurde alarmiert, um den herannahenden IC der Deutschen Bahn zu stoppen. Der Sattelzug-Fahrer durchbrach schließlich die Schranke – der Zug konnte angehalten werden.
Jetzt teilt die Polizei mit, wie sich der Vorfall zugetragen hat. Und klar wird: Der Lkw-Fahrer hat nicht die Nerven verloren, sondern schnell und umsichtig gehandelt. Demnach passierte der 37-jährige Fahrer des mehr als als zwölf Meter langen Sattelzugs gegen 12 Uhr den Bahnübergang in der Schulstraße.
Fahrer durchbricht Schranke
Während der Lkw den Übergang durchfuhr, senkte sich die Bahnschranke zwischen Fahrerhaus und Auflieger ab, so dass der Lastwagen stecken blieb. Der 37-jährige Fahrer befürchtete, von einem Zug erfasst zu werden, und trat daher aufs Gaspedal, um die Schranke zu durchbrechen. Durch sein schnelles Handeln konnte er sich und seinen Lastwagen aus der gefährlichen Situation befreien, berichtet die Polizei.
Fahrer sichert Bahnübergang
Anschließend stellte der Fahrer außerdem sicher, dass bis zum Eintreffen der Polizei niemand versehentlich auf den nicht mehr gesicherten Bahnübergang geriet. Die Schranke lag nämlich am Boden.
Dass der Bahnübergang ungesichert ist, kam aber in letzter Zeit öfter vor, wie Bürger berichteten. Die Schranke schloss immer wieder nicht richtig. Dabei wurde die ganze Anlage von der Deutschen Bahn nach längeren Bauarbeiten erst im September 2023 offiziell in Betrieb genommen.
Gefährliche Situationen
Weil die Schranke aber immer wieder Defekte aufwies, kam es zu gefährlichen Situationen. Züge fuhren trotz geöffneter Schrankenanlage durch – weil die Lokführer selbst die Gefahr erkannten, drosselten sie laut verschiedener Zeugenaussagen ihr Tempo und hupten zur Warnung.
Deutsche Bahn schweigt bislang
Inwieweit der Vorfall nun mit einem möglichen Defekt zusammenhängt, darauf hat die Pressestelle der Bahn bislang noch nicht geantwortet.
Der an der Bahnschranke entstandene Sachschaden beläuft sich laut Polizeiangaben auf etwa 12 000 Euro. Die Bahnschranke sei durch Mitarbeiter der Deutschen Bahn umgehend instandgesetzt worden.
Verletzt wurde glücklicherweise niemand – und es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für den Zugverkehr bestanden, so die Polizei. Der IC 485, der von Sulz nach Oberndorf unterwegs war, konnte vor dem Bahnübergang angehalten werden, es kam zu Verzögerungen von rund einer halben Stunde.
Schweres Zugunglück mit 33 Verletzten
Mit Schrecken erinnern sich viele angesichts des Szenarios vom Donnerstag an das schlimme Zugunglück 2014 in Epfendorf, nur wenige Kilometer entfernt. Beim Frontalzusammenstoß eines Regionalzugs mit einem Lastwagen am Bahnübergang waren 33 Menschen verletzt worden, vier davon schwer. Der Sattelzug war auf den Gleisen aufgesessen.