Die Tierschutzorganisation Peta wendet sich mit diesem Bild des Hofs an die Öffentlichkeit. Foto: Peta

Mitten in die Aufregung um eine Rinderhaltung im Kreis Rottweil platzt die nächste Nachricht: Ein anderer Betrieb wurde laut Tierschutzorganisation „Peta“ jetzt angezeigt.

Wie es in einer Pressemitteilung der größten Tierrechtsorganisation Deutschlands heißt, habe man Anfang Mai eine „Whistleblower-Meldung“ zu einem Rinderbetrieb erhalten. Auf den Bildern, die bei Peta eingingen, sind stark kotverdreckte Rinder in einem beengten Auslauf zu sehen.

 

„Die Tiere rutschen beim Essen immer wieder auf dem Kotschlamm aus. Die Fenster des marode wirkenden Stalls sind mit Strohballen verschlossen“, berichtet Peta. Was die Zuständigkeit des Veterinäramts angeht, gibt es angesichts der Informationen von Peta allerdings zunächst Verwirrung, was an der Lage des betreffenden Hofs an der Grenze zwischen dem Kreis Rottweil und dem Kreis Freudenstadt liegt.

Peta berichtet, man habe die hat die Meldung „dem zuständigen Veterinäramt im Kreis Freudenstadt“ weitergeleitet, korrigiert aber später: Der Hof liege geografisch im Kreis Rottweil, das Veterinäramt Rottweil sei das zuständige. Man habe dort um eine Kontrolle vor Ort gebeten, „die umgehend erfolgte“. Das Amt habe zurückgemeldet, es habe „Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorgaben“ feststellen können.

Rottweiler Veterinäramt bestätigt Verstöße

Auf Nachfrage beim Landratsamt zu dem Fall sagt Sprecherin Andrea Schmider: „Ja, wir können bestätigen, dass eine Anzeige vorliegt und auch, dass entsprechende Verstöße vorliegen.“ Man habe den Betrieb sofort nach der Anzeige von Peta kontrolliert und auch bereits eine Nachkontrolle durchgeführt. Den konkreten Betrieb an der Kreisgrenze – Informationen unserer Redaktion zufolge im Bereich Sulz – könne man aus Datenschutzgründen nicht nennen.

Tiere als Wirtschaftsgüter

Julia Weibel, Fachreferentin bei Peta, sagt: „Die Zustände in dieser Rinderhaltung sind wieder einmal ein anschauliches Beispiel dafür, dass auch beim ‚Landwirt von nebenan‘ alltäglich Tierschutzverstöße vorzufinden sind. Tiere werden als reine Wirtschaftsgüter betrachtet und nicht als die empfindsamen Lebewesen, die sie sind.“

Sie appelliert außerdem an die Verbraucher und sagt: „Nur eine tierfreie Landwirtschaft kann die Tiere nachhaltig vor Ausbeutung und Leid schützen. Wer dieses grausame System nicht weiter unterstützen will, lebt vegan.“

Im Kreis Rottweil sorgt derweil der Fall von Landwirt Manfred Haas in Flözlingen weiter für Aufsehen. Das Veterinäramt drohte ihm an, ihm wegen Verstößen gegen das Tierwohl seine Rinderhaltung zu verbieten. Der Landwirt wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. Eine Entscheidung steht noch aus.