Die Nagoldtalsperre soll bald eine Aussichtsplattform bekommen. Gefördert wird sie in großen Summen vom Land. (Archivfoto) Foto: Helga Michel

Nachträglich ist die Gemeinde Seewald in das Leader-Förderprogramm gerutscht. Einer Plattform an der Nagoldtalsperre steht nun nichts mehr im Weg.

Das Warten hat ein Ende: Mit einer Enthaltung hat der Gemeinderat in Seewald beschlossen, eine Förderung des Landes Baden-Württemberg für den Bau einer Besucherplattform an der Nagoldtalsperre anzunehmen.

 

Die sogenannte Leader-Förderung (Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale) der EU, auf Deutsch etwa die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft, soll genau das machen: den ländlichen Raum stärken.

Die Gemeinde will eine freitragende Plattform mit Blick auf die Nagoldtalsperre errichten. Freitragend deshalb, weil diese Bauweise das offene und freie Naturgefühl des Schwarzwalds widerspiegeln würde, so die Verwaltung. Die Plattform kommt dabei ohne Stützpfeiler oder Säulen aus.

Konstruktion soll so lang wie möglich halten

„Die Plattform soll künftig als zusätzlicher Aufenthalts- und Begegnungsort dienen und den Tourismus in der Gemeinde Seewald um eine weitere Attraktion ergänzen“, heißt es weiter. Die Plattform könne auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden.

Die Planung werde gemeinsam mit örtlichen Fachleuten und Zimmerleuten abgestimmt. Gebaut werden soll sie mit langlebigen Materialien – die Verwaltung rechnet mit acht bis zehn Jahren. Die Unterkonstruktion soll deutlich länger halten, so die Verwaltung abschließend.

Kommt jetzt die Lärmbelästigung?

Im Gremium kam der Antrag ausschließlich positiv an. Maximilian Stein (VS) äußerte jedoch einige Bedenken zum Thema Ruhestörung. Einige Bürger seien auf ihn zugekommen, mit der Befürchtung, die Plattform könnte zum Hotspot für Partys werden. Security-Mitarbeiter zu engagieren sei zu kostspielig.

Bürgermeister Dominic Damrath äußerte Verständnis für den Einwand, dass es zu gar keinem Vorfall kommen werde, könne niemand garantieren. Dann dürfe man nie etwas anbieten. Sobald man das Angebot habe, könnten Probleme auftreten. „Man kann auch auf der grünen Wiese einen Rave veranstalten“, sagte er, „das kann keiner verhindern.“

80 Prozent der Kosten gefördert

Die Verwaltung geht von Gesamtkosten in Höhe von knapp 24.000 Euro aus. Die Leader-Förderung liegt derweil bei 80 Prozent. Der Eigenanteil der Gemeinde beläuft sich daher auf knapp 7600 Euro. Seewald ist mit der Plattform erst nachträglich in das Förderprogramm aufgenommen worden.

Vorangegangen waren Gespräche im Gemeinderat über die Sanierung der Schutzhütte am Stausee. Hannah Winz, Leiterin der Touristik Seewald, sehe viel Potenzial in der Aussichtsplattform. Als Veranstaltungen kämen etwa Yoga-Kurse, Konzerte oder Lesungen in Frage. Die Plattform soll gebaut werden, sobald die Schutzhütte neu errichtet wurde.