Der 40-jährige Sven Ketterer wird am 4. Februar im Gemeinderat als neuer Triberger Bürgermeister vereidigt. Mit unserer Redaktion sprach er über seine Vorhaben.
Der Familienvater, der jüngst erst seine Elternzeit beendete, mag zwar für einen Generationswechsel stehen, dass er im Triberger Rathaus aber alles auf den Kopf stellen wird, steht nicht zu befürchten. Mit ihm haben sich die Triberger einen Bürgermeister gewählt, der ein Eigengewächs des Schwarzwald-Baar-Kreises ist. Ketterer ist in Triberg aufgewachsen und zur Schule gegangen, aktives und passives Mitglied zahlreicher Vereine.
Der Bautechniker und Bachelor in Architektur war in den vergangenen Jahren Leiter des Triberger Bauamtes – die Baustellen seiner Heimatstadt kennt also wohl keiner besser als er. Auf sein Amt als Stadtchef hat er sich akribisch genau vorbereitet, an der Verwaltungshochschule in Kehl als Trainee ein Programm absolviert.
Das digitale Ratssystem und die Bürger-App sollen kommen
Den Jour-Fix der Amtsleiter will er beibehalten, der Austausch der Rathausverantwortlichen hat sich aus seiner Sicht bewährt, auch die Sitzungen des Ältestenrates des Gemeinderates hält er für unverzichtbar, damit Stadtväter- und mütter gut vorbereitet in die Sitzungen gehen.
Trotzdem will der 40-Jährige einige neue Projekte angehen. Ganz oben auf seiner Liste steht nun die Digitalisierung der Verwaltung.
Sven Ketterer möchte alsbald ein digitales Ratssystem für seinen Gemeinderat einführen und hofft auch, dass spätestens im kommenden Jahr eine Bürgerapp an den Start gehen kann. Die soll Stadtverwaltung und Gemeinderat für den Bürger noch transparenter gestalten.
Fachräume des Gymnasiums müssen saniert werden
Um das noch zu untermauern, stellt sich der neue Bürgermeister auch regelmäßige Sprechstunden im Rathaus und in den Ortsteilen Gremmelsbach und Nußbach vor, in denen die Triberger mit Wünschen, Kritik und Anregungen vorstellig werden können. „Wir schulden den Bürgern größtmögliche Transparenz“, sagt er. Entscheidungen und ihre Umsetzung müssten immer nachvollziehbar sein.
Wenn es um die Ausgaben der Stadt Triberg geht, ist sich Ketterer bewusst: Die großen Brocken sind schon gesetzt. Da ist zum einen das Gymnasium der Wasserfallstadt. Es sei zwar das kleinste im Regierungsbezirk Freiburg, für die Stadt als Schulstandort aber enorm wichtig. Im Gymnasium steht die Sanierung der Fachräume an, die, so Ketterer, mit mindestens einer Million Euro zu Buche schlagen wird.
Ein anderer großer Brocken in den kommenden Haushalten wird der Neubau des Feuerwehrgerätehauses sein. Sechs Millionen Euro sind dafür veranschlagt und Ketterer hofft, dass die Stadt Triberg dafür die Bundesfördermittel für Strukturmaßnahmen einsetzen kann, um die Ausgabe besser stemmen zu können. Eine enge Zusammenarbeit soll es auch mit den Nachbargemeinden Schönwald und Schonach geben. Seine künftigen Bürgermeisterkollegen haben ihn bereits zum Vorsitzenden des Gemeindeverwaltungsverbandes gemacht.
Die Stelle eines neuen Bauamtsleiters für Triberg ist derweil schon ausgeschrieben gewesen und es liefen auch schon erste Bewerbungsgespräche, verrät Ketterer. Das Bauamt soll nicht lange ohne neuen Chef sein.
Keine Hallengebühren für die Vereine
Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt will Ketterer weiter fördern. Geht es nach ihm, so soll auch künftig von den Vereinen keine Gebühr für die Benutzung der Sporthalle erhoben werden. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir das für die Vereine weiterhin durchhalten können“, sagt er.
Sein Wunsch ist, dass Triberg und seine beiden Ortsteile weiter zusammenwachsen. Die Kooperationen der Feuerwehren und auch die der Fußballclubs seien da schon ein leuchtendes Beispiel und ein Grund zur Freude, betont er.
Einen langen Atem für die Projekte und Neuerungen, die in Triberg nun anstehen, bringt Sven Ketterer als ehemaliger Tubaspieler der Stadtkapelle wohl schon mit. Und um sich zu erholen und vom Verwaltungsgeschäft mal abzuschalten, widmet sich der Hobby-Imker in der Freizeit seinen Bienenvölkern. Und beim Honigmachen kann er sich dann auch mal erlauben, ins Schleudern zu kommen.
Anmerkung der Redaktion: In einer vorigen Version des Online-Artikels hieß es, Sven Ketterer hätte zu seinem Trainee-Programm in Kehl auch den Bachelor gemacht. Dies ist nicht richtig.