Ein 48-jähriger Mann muss sich vor dem Amtsgericht Hechingen verantworten. Er soll eine Frau bei einem Probenwochenende eines Musikvereins im Raum Meßstetten im Schlaf vergewaltigt haben.
Mit Vollbart und einem langärmligen Wollhemd ist der 48-jährige Angeklagte am Mittwochmorgen vor Gericht erschienen. Als ein Musikverein sich im Raum Meßstetten zu einem Probenwochenende traf, soll es zu der Tat gekommen sein, so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
Es sei sehr viel Alkohol geflossen an einem Abend des Probenwochenendes im Herbst 2021, führte der Staatsanwalt aus. Gegen 4 Uhr soll sich das spätere Opfer zu Bett begeben haben. Dem 48-Jährigen wird vorgeworfen, dass er kurze Zeit später auf das Zimmer seines Opfers ging und die Frau dort im Schlaf vergewaltigte.
„Ihm wird vorgeworfen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben mit dem Wissen, dass die Frau keinen Willen mehr äußern konnte“, heißt es in der Anklageschrift. Dies war vorerst alles, was öffentlich verhandelt wurde.
Schutz des Opfers
Der Verteidiger stellte einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Diesen wollte der Staatsanwalt zuerst ablehnen, da er hierfür keine Gründe sah und das öffentliche Interesse auf Information höher stellte.
Gleiches forderte aber auch das mutmaßliche Opfer. So kamen die Parteien im Gerichtssaal überein, dass zum einen der Schutz des Opfers höher eingestuft wurde. Auch aus Sorge, dass die Wahrheitsfindung gefährdet werde, wenn höchst intime Schilderungen vor der Öffentlichkeit geschildert werden müssen, wurde diese für den weiteren Verhandlungsverlauf ausgeschlossen.
Prozess wird fortgesetzt
Am Mittwoch, 28. Januar, wird der Prozess am Amtsgericht fortgesetzt. Weitere Zeugen aus dem Umfeld des Musikvereins kommen dann zu Wort. Womöglich werden danach noch weitere Folgetermine nötig sein.