Mit rund 200 Gästen war das Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenstetten bei der Amtseinsetzung von Ferdinand Truffner gut gefüllt. Foto: Herold Schwind

Bei der Amtseinsetzung des wiedergewählten Bürgermeisters Ferdinand Truffner sorgten prominente Gäste für Kurzweil.

Rund 200 Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, Freunde und viele Mitbewohner waren in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um ihren Bürgermeister in die zweite Amtszeit zu begleiten.

 

In der Laudatio von Achim Walter und den Interviews war von Truffners Qualitäten die Rede: Er sei ein „Macher“, ein „Anpacker“, ja sogar eine „Maschine“. Als dann sein Vize Achim Walter auch noch sagte „Der ist wie für Empfingen gemacht“, sprach er sicherlich vielen Empfingern aus der Seele.

Truffner ist aber auch ein Organisator, ein Planer und immer für eine Überraschung gut. So hatte er keinen Geringeren als Oliver Ostmann von Antenne 1 als Moderator zu seiner Amtseinführung nach Wiesenstetten geholt. Ostermann erzählte seine Geschichte vom Antenne-1-Fest in Empfingen. Dort war ihm ein verschwitzter Helfer in einem T-Shirt mit dem Aufdruck einer Biermarke aufgefallen. Als er ihn fragte, wer er sei, kam die Antwort: der Bürgermeister. Dies habe die Truffner nachgesagten Helfer- und Macher-Eigenschaften unterstrichen. Truffner selbst sagte: „Ich bin kein normaler Bürgermeister, ich muss da mitanpacken und vorne raus, das bin ich von zuhause gewohnt.“

Oliver Ostermann (rechts) von Antenne 1 sprach mit Landrat Andreas Junt. Foto: Herold Schwind

Wenig später korrigiert Truffner Ostermann zur Belustigung aller, dass auf dem T-Shirt nicht die Biermarke Rothaus stand, sondern „Roadhaus“ (Rathaus). Angesprochen auf Empfingen als seine große Familie, antwortete Truffner spitzbübisch: Ja schon, aber es gebe gute und schlechte Tage, wie in jeder Familie.

Vorfreude auf Jubiläum

Jetzt stehe aber erst mal das 75-jährige Bestehen der Empfinger Narrenzunft mit dem Ringtreffen an, „da wird Empfingen beben“, so Truffner, der sicherlich mittendrin mitbeben wird. Angesprochen auf seine zweite Amtszeit, sagte er ganz nebenbei, dass er darüber zuhause nicht gesprochen habe. „Ich muss noch acht Jahre machen – ich muss mein Haus noch abbezahlen“, so ein augenzwinkernder Truffner.

Außerdem erklärte er, die erste Amtszeit habe er genutzt, um es allen recht zu machen. In der zweiten möchte er selektieren und in der dritten manches heimzahlen. Erst, wenn Sanierungen an den in seiner Amtszeit gebauten Gebäude anständen, müsse er sich Gedanken übers Aufhören machen.

Auch die Kulinarik kam bei der Amtseinsetzung nicht zu kurz – farblich mit Anklängen an Hohenzollern. Foto: Herold Schwind

Stolz ist Truffner, dass Empfingen bis heute schuldenfrei ist, obwohl die Luft dünner werde. Deshalb müsse so manches geschoben oder auch gänzlich gestrichen werden. „Mein größter Wunsch wäre, dass das Finanzproblem auf einen Schlag weg ist.“ Einen weiteren Wunsch schiebt er hinterher: „Ich würde gerne mit Verkehrsminister Winfried Hermann den Spatenstich zur Umfahrung Empfingens machen.“

Nach den Glückwünschen für 2026 bedankte sich Truffner bei seiner Frau Michaela und seinen „zweieinhalb Kindern“. Es war ein lockerer, legerer „Truffi-Abend“, formell nur soweit es nötig war. Mit dem Zuspruch aus der Bevölkerung, den er zweifelsohne hat, wird er sicher die Gemeinde mit dem gestürzten Anker im Wappen um manche Klippe steuern.

Ferdinand Truffner (rechts) hatte mit dem E-Superman-Sweatshirt mal wieder ein ausgefallenes Geschenk an Oliver Ostermann. Foto: Herold Schwind

Truffner ließ natürlich den Antenne-1-Profi nicht mit leeren Händen heimgehen und schenkte Ostermann ein Sweatshirt mit den Aufdruck von Superman, nur dass statt dem S ein E im Emblem stand – für Empfingen.

Interview mit Landrat Junt

Oliver Ostermann
 führte anlässlich der Amtseinsetzung von Ferdinand Truffner ein Interview mit Landrat Andreas Junt. Darin entlockt er Junt, dass es den besten Wurstsalat in der Krone in Wiesenstetten gebe und er mit Ferdinand Truffner schon mehr als die Handynummern ausgetauscht habe. Beeindruckt sei Junt von Wahlkampf Truffners; für ihn sei aber die Wiederwahl absehbar gewesen. Junt bezeichnet Truffner als „eigenwillig, wild aber auch zielorientiert und immer für Überraschungen gut“. Sein Empfi-TV finde er schon ein wenig provokant. „Aber ich schätze Ferdinand Truffner“, und er könnte sich sogar vorstellen, mit Truffner ein Projekt zu planen. Auf den Fachkräftemangel angesprochen erklärte Junt zunächst, wie schön es in der Region sei: „Man kann noch den Metzger fragen, wo sein Schlachtvieh herkommt, das Ehrenamt hat einen hohen Stellenwert und es gibt ganz tolle Menschen. Wie soll es da Fachkräftemangel geben?“