Ralf Sulzmann ist als neuer Aldinger Bürgermeister feierlich ins Amt eingeführt worden. Viele Ehrengäste sind dabei, darunter auch die Trossinger Bürgermeisterin.
Im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ist der neue Aldinger Bürgermeister Ralf Sulzmann am Freitag in sein Amt eingesetzt worden Allerdings war es mehr ein Festakt, denn eine Sitzung.
Mit Ehrengästen, geladenen Vereinsvertretern, unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung und mit einem anschließenden Buffet ging die Vereidigung vonstatten. „Was ist für Sie das A und O, diese Frage beantworte ich künftig mit Aldingen und Oaxa (schwäbisch für Aixheim)“, mit diesen Worten schloss Ralf Sulzmann seine Ansprache, nachdem einige Vorredner Grußworte gesprochen hatten.
Klare Mehrheit
Zuerst war es jedoch Samuel Haller, der stellvertretende Bürgermeister, der den im Februar mit klarer Mehrheit gewählten Gemeindeoberhaupt, den Eid nachsprechen ließ. Haller, gleichzeitig unterlegener Mitbewerber um das Amt, zeichnete sich insgesamt durch menschliche Größe aus. Er demonstrierte, dass ihm an einem fairen, sachlichen und respektvollen Umgang gelegen ist. Landrat Stefan Bär beglückwünschte den frisch gebackenen Schultes zum „schönsten Amt das es gibt, gleich nach dem des Landrates“. Er blickte zurück auf dem Werdegang von Ralf Sulzmann, der im Alter von 18 Jahren bereits Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Seitingen-Oberflacht war.
„Ein Bürgermeister sollte das Gras wachsen hören, schon ehe es sprießt“, so lautete der Ratschlag des Landrates. Womit er meinte, dass ein Gemeindeoberhaupt Gespür für die Bevölkerung haben muss, ohne dabei die großen Themen aus dem Blick zu verlieren. An die Anwesenden gerichtet mahnte Bär, man solle dem Bürgermeister aber auch sein Privatleben zugestehen und also nicht erwarten, dass er rund um die Uhr zur Verfügung stehe.
Die Trossinger Bürgermeisterin Susanne Irion begrüßte ihren bisherigen Hauptamtsleiter nun als Kollegen. Sie sprach als Kreisverbandsvorsitzende des Gemeindetages Baden Württemberg. „Einen wie den Sulzmann zu finden ist gar nicht so leicht, das ist ein richtig Guter“, mit diesen Worten beglückwünschte sie die Aldinger und Aixheimer zu ihrer Wahl, brachte aber auch gleichzeitig ihr Bedauern über den Weggang Sulzmanns aus
Trossingen zum Ausdruck. Karin Korb als Sprecherin der Aldinger Vereine formulierte mit ihrer Ansprache die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde. Andreas Bader sprach für die Aixheimer Vereine. Er habe bereits im Wahlkampf wahrgenommen, dass Ralf Sulzmann die Vereine am Herzen lägen. In Aixheim erhoffe man sich nicht nur einen Verwalter, sondern auch einen Gestalter.
Blick für die Vereine
Pfarrer Ulrich Dewitz, als letzter der Redner, hatte seine Ansprache auf Wortspiele aufgebaut. „Endlich wieder ein Bürgermeister“, sagte er. An Sulzmann gerichtet stellte er die Frage: „Haben Sie das so erwartet?“ Er wartet, so Dewitz. Damit spielte der Geistliche darauf an, dass es von Jugend an erklärter Wunsch Sulzmanns war, Bürgermeister zu werden. Dewitz thematisierte aber auch die Erwartungen der Menschen an das Gemeindeoberhaupt. Er sinnierte öffentlich darüber, ob wohl die Einwohner in dem neuen Schultes einen Erretter sehen könnten. Daher wünschte er ihm, dass es ihm nicht ergehen möge wie dem vor 2000 Jahren, dem die Menschen zuerst Hosianna zuriefen, um dann wenig später „Kreuzigt ihn“ zu schreien. Makaber wohl, doch für das Publikum ein Denkanstoß.
Agieren im Heute
Ralf Sulzmann selbst zitierte in seinem Schlusswort den Dalai Lama mit den Worten „Es gibt nur zwei Tage an denen man nichts tun (ändern) kann. Das ist gestern und morgen“. Das Gestern sei für ihn der Abschied aus Trossingen gewesen. Das Morgen bedeute für ihn, dass ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gehe. An seinen Entscheidungen von „gestern“ wolle er nichts ändern, denn sie hätten ihn hier hin geführt. Doch das Morgen wolle er gleich in Angriff nehmen, denn die großen Projekte stehen bereits an. „Die Zeitspanne in der wir etwas bewirken können ist heute“, so Sulzmann.
Der Festakt war vom Handharmonika Verein Seitingen-Oberflacht, dem Heimatverein Sulzmanns, musikalisch umrahmt worden. Viel beachtet war auch das Mundharmonika solo von Monja Heuler, der Lebensgefährtin von Ralf Sulzmann. Als Fazit ist zu sagen, wenn lange und intensiv gespendeter Applaus der Spiegel der Akzeptanz darstellt, dann hat der neue Aldinger Bürgermeister mit seinem klaren Wahlsieg einen Vertrauensvorschuss erhalten und ist am Freitagabend in der Gemeinde angekommen.