4,3 statt 3,4 Millionen Euro: Die Kosten für den Anschluss des neuen Klinikums an die B 415 steigen, der Baubeginn verschiebt sich in den November.
Die Förderzusage fürs neue Lahrer Klinikum bei Langenwinkel hat im Februar für Aufatmen gesorgt. Nun werden die Planungen immer konkreter. Zum Anschluss an die B 415 gab es am Mittwochabend im Technischen Ausschuss (TA) neue Informationen.
Zur Erinnerung: Der Ende 2023 beschlossene Neubau schlägt insgesamt mit rund 300 Millionen Euro zu Buche. Bauherr – und damit auch Kostenträger – ist der Kreis, 60 Prozent Förderung vom Land sind eingeplant. Die Stadt Lahr wiederum kommt für die Erschließung des Areals auf. Heißt: Grundstückskäufe, Gutachten, Planungen und die Anbindung an bestehende Infrastruktur.
Das betrifft vor allem den Anschluss ans Straßennetz. Im Frühjahr 2025 hatte der Gemeinderat die Anbindung an die B 415 per Ampel beschlossen – für 3,4 Millionen Euro. Die „Billig-Lösung“, wie Kritiker aus Langenwinkel, die sich vor Staus fürchten, die Variante nannten, wird nun aber etwas teurer ausfallen.
Wie Roland Richter, Chef des Tiefbauamts, im TA vorstellte, sind die Kosten im Vergleich zur ersten Studie vergangenes Jahr um 900.000 Euro gestiegen. Hintergrund sind Änderungen, die die Stadt nach Absprache mit dem Regierungspräsidium vornehmen musste. „Wir haben im Vergleich zur Studie 20 Prozent mehr Flächenansatz“, so Richter. Die erforderliche Aufstelllänge- und breite der abbiegenden Autos habe hier die entscheidende Rolle gespielt.
Eine Ablösesumme kommt noch oben drauf
Die 4,3 Millionen Euro werden jedoch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Laut Richter wird noch eine Ablösezahlung ans Regierungspräsidium fällig. Und zwar weil sich durch die erhöhte Fläche die Kosten des Unterhalts durch die Freiburger Behörde erhöhen. „Das wird in der Regel für die nächsten 20 bis 30 Jahre hochgerechnet“, erklärte Richter. Da mussten die anwesenden Stadträte, die bis dahin die Ausführungen oder große Regung zur Kenntnis genommen hatten, schon einmal schlucken.
Bis zum Spatenstich soll alles fertig sein
Die Bauarbeiten sollen anders als zunächst geplant nicht im Sommer, sondern im November beginnen und neun Monate andauern. Also zum geplanten Spatenstich des neuen Klinikums fertig sein. „Wenn alles nach Plan läuft sind wir schon früher fertig“, machte Richter darauf aufmerksam, dass man hier konservativ kalkuliert habe. Projektleiter Frank Edelmann versicherte auf Rückfrage von Klaus Dorner (Freie Wähler), man werde auf jeden Fall die Südseite zuerst fertigstellen, sodass die Zufahrt für Baufahrzeuge bis zum Spatenstich gesichert werde.
Im Sommer 2027 wird dieser Abschnitt der B 415 ein ganz neues Gesicht haben. Geplant sind am Knotenpunkt mit Ampel nämlich fünf Fahrspuren mit begrünter Fahrbahntrennung. Zwei laufen von Lahr aus in Richtung Autobahn, eine dritte ist die Linksabbiegerspur. Zwei weitere Fahrstreifen sind für die Gegenrichtung vorgesehen. Von der A 5 kommend, soll man ohne Ampel rechts Richtung Klinikum abbiegen können. Das Tempo in diesem Bereich der B 415 wird von 100 auf 70 reduziert, erläuterte Richter.
Vom Krankenhaus kommend wird es eine Rechts- und eine Linksabbiegerspur geben. Für Rad- und Fußverkehr wird hier eine Querung eingerichtet.
Wie heißt die Straße?
Jede neue Straße braucht einen Namen. Informationen darüber, wie die Trasse zum neuen Klinikum heißen wird, gab es am Mittwochabend noch nicht. Das Thema steht allerdings auf der Tagesordnung des Langenwinkeler Ortschaftsrats am kommenden Dienstag, 19.30 Uhr im Rathaus des Ortsteils.