Annette Gündel zeigte unter ihrem Künstlernamen Amira el Amar, dass orientalischer Tanz mehr als Bauchtanz ist.
Begonnen hat der Abend mit tanzenden Schleiern, die durch Schwarzlicht wie Wolken über die Bühne schwebten – gefolgt von Amira el Amars Begrüßungstanz, der mit großem Applaus belohnt wurde. Darüber berichtet die Tänzerin in einer Mitteilung. Basma, die Gasttänzerin aus Frankreich, überzeugte mit einem romantischen Schleiertanz. Eine humorvolle Einlage bot Alsena, die Gasttänzerin aus der Schweiz. Sie stellte sich zunächst als Hausfrau mit Bügelbrett vor, die sich aber dann, animiert durch ihre Musik, zur orientalischen Tänzerin verwandelte. Das Gastensemble aus Waldkirch unter der Tänzerin Lorina bot einen authentisch, ägyptischen Stocktanz, der ebenfalls die Gäste begeisterte, heißt es in der Mitteilung weiter.
Neben Fächerschleier und Bauchtanz zeigten die Tänzerinnen, dass man den orientalischen Tanz durchaus modern in Jeans mit einem Trommelsolo tanzen kann. Amira el Amar selbst überzeugte mit viel Ausdruck und technischem Können. Sie präsentierte einen Seidenstraßentanz, dargestellt als Landmädchen – eine Hommage an ihre zweite Lehrerin und deren damals getanzte Interpretation einer bekannten ägyptischen Tänzerin, die Amira el Amar vom orientalischen Tanz überzeugt hat und ihr den Weg bereitet hat.
Dann kam der erste Schock: Die Musikanlage weigerte sich, den letzten Tanz von Amira el Amar abzuspielen, heißt es weiter. Die Gäste wurden vom darauffolgenden Tanz des Ensembles mit allen Sinnen entschädigt: Ein Pharao, dargestellt von Bertram Bliss, der auch als Moderator durchs Programm führte. Seine Priesterinnen ließen den Atem anhalten vor Überraschung und Verzauberung, heißt es weiter. Die Zuschauer belohnten die Tänzer mit Applaus und gingen nach diesem tänzerischen Höhepunkt in die Pause.
Tänzer müssen auf mobile Musikbox ausweichen
Dann kam laut Mitteilung „der Supergau“: Die Musikanlage des Kippenheimer Bürgerhauses gab vollständig den Geist auf. Es sei nichts anderes übrig geblieben, als die Musik des Bolero über ein Tablet und einer Musikbox abzuspielen. Amira hatte beiden glücklicherweise dabei, die Box war tatsächlich akustisch saalfüllend. Die Vorstellung konnte mit Verzögerung weitergehen, so die Mitteilung. Was den Zuschauern sonst entgangen wäre: Der Bolero von Maurice Ravel, choreographiert von Amira el Amar als die vier Jahreszeiten – ein Sinnesrausch im wahrsten Sinne des Wortes. Mit eindrucksvollen Kostüme interpretierten die Tänzer das Thema. Die Steigerung der Musik wurde pointiert mit den Themen umgesetzt – dabei blieben nur wenige Minuten, um sich umzuziehen. Insgesamt wurde die Vorstellung mit großem Applaus honoriert, so die Mitteilung weiter.