Der neu gewählte US-Präsident Donald Trump hat ein „goldenes Zeitalter“ für Amerika versprochen. Ökonomen bezweifeln seine Ansichten. Foto: dpa/Evan Vucci

Cannon Bailey, Präsident des amerikanischen Unternehmens Racemark, das seinen Deutschland-Sitz in Empfingen hat, sieht Trumps Pläne zum Scheitern verurteilt. Er hofft, dass sich die deutsch-amerikanischen Gemeinsamkeiten durchsetzen werden.

Racemark ist eines der internationalen Unternehmen in Empfingen. Rennfahrer Bob Bailey gründete den Hersteller von maßgefertigten Autoteppichen und Autositzbezügen 1964 in den USA. Das amerikanische Familienunternehmen betreibt seinen deutschen Standort in der Robert-Bosch-Straße. Racemark-Präsident Cannon Bailey spricht mit unserer Redaktion über den Wahlsieg von Donald Trump und die möglichen Auswirkungen von Trumps Wirtschaftspolitik.

 

Was denken Sie über das Ergebnis der Wahl?

Es war eine Überraschung und ein Schock für viele Leute. Die Umfragen und viele politische Experten sagten ein sehr knappes Ergebnis voraus, während es das in der Realität überhaupt nicht war. Meiner Meinung nach zeigt das, wie sich die Politik mit den sozialen Medien jetzt sehr stark verändert.

Ist Trump eine gute Nachricht für Amerikas Wirtschaft?

Ich befürchte, dass es nicht gut sein wird, wenn Trump die Zölle durchsetzt, die er sich vorstellt. Das wird wieder zu einer hohen Inflation führen. Die Finanzmärkte scheinen optimistisch zu sein, dass es mit Trump weniger Regulierung und niedrigere Steuern gibt, daher sehen sie es jetzt positiv. Aber ich fürchte, dass das eine vorübergehende Reaktion ist, weil Ökonomen sich sicher sind, dass Trumps Politik sich sehr negativ auf die Wirtschaft auswirken werde.

Trump verspricht ein „goldenes Zeitalter“ für Amerika, während Unternehmen in Deutschland sich vor höheren Zöllen für ihre Exporte nach Amerika fürchten. Was bedeutet eine solche Situation für Racemark als Unternehmen, das in beiden Ländern präsent ist?

Uns ist klar, dass wir in einer globalen Wirtschaft handeln, also sehe ich kein goldenes Zeitalter für die Vereinigten Staaten oder Deutschland, wenn diese Zölle eingeführt werden. Gleichzeitig haben unsere Kunden immer schon mit Währungs- oder politischen Risiken geplant. Deswegen betreiben wir Standorte auf beiden Kontinenten, um unser Risiko zu diversifizieren.

Racemark betreibt seinen deutschen Standort in der Robert-Bosch-Straße in Empfingen. (Archivfoto) Foto: Daniel Begemann

Der deutschen Automobilindustrie geht es derzeit nicht gut und es könnte mit amerikanischen Einfuhrzöllen noch schlechter werden. Wie betrifft Racemark diese Krise?

Wenn es unseren Kunden gut geht, ist das auch gut für uns. Es ist also ein Risiko, wenn sie finanziell unter Druck stehen. Wir haben uns immer darauf fokussiert, mit den besten Kunden zusammenzuarbeiten, daher denke ich, dass sie die Herausforderungen besser bewältigen werden. Wir haben auch Tesla als einen großen Kunden und sie werden von einer Trump-Regierung profitieren.

Was sind Ihre Hoffnungen für die amerikanisch-deutsche Beziehung?

Ich hoffe, dass das gemeinsame Interesse, das wir an globalem Handel, Sicherheit und politischen Interessen haben, stärker bleiben kann als ein Präsident, der diese Beziehung auf die Probe stellt.

Wie oft besuchen Sie Empfingen und was gefällt Ihnen an der Region?

Ich komme sehr oft, um mit unserem fantastischen Team zu arbeiten und um unsere Kunden zu besuchen. Ich liebe es, mit Porsche und Mercedes zu arbeiten, um tolle Produkte für sie zu kreieren. Wenn ich Zeit habe, fahre ich auch gerne rund um Empfingen Fahrrad. Es ist eine schöne Gegend mit tollen Radwegen. Nächstes Jahr haben wir unser zehnjähriges Jubiläum in Empfingen. Ich schätze mich also sehr glücklich, dass ich die Gegend in dieser Zeit entdecken konnte.