Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

American Football Statt Touchdowns gibt es nun Partypizzen

Von
Hammers-Headcoach Lars Wührmann würde gerne wieder Anweisungen vom Spielfeldrand aus geben, doch die Corona-Pandemie stoppt auch die Schwenninger American Footballer. Foto: Roger Müller

Die American Footballer aus Schwenningen hatten sich sehr auf den Start der neuen Landesliga-Saison gefreut. Die Rückkehr in die Oberliga war das große Ziel. Doch die Pandemie verhindert den Rundenstart der Neckar Hammers. Wir sprachen mit Lars Wührmann. Er ist der Coach des Oberliga-Absteigers, der unter dem Dach der FSV Schwenningen seine Touchdowns legt.

Herr Wührmann, wie ist denn aktuell die Situation im baden-württembergischen Football?

Aktuell können ausschließlich Teams der GFL 1 (German Football League 1, Anm. d. Red.) und GFL 2 unter den Auflagen für den Spitzensport gemeinsam trainieren. Dies bedeutet, dass maximal fünf Personen mit dem entsprechenden Abstand voneinander trainieren können. Nach dem Training müssen alle benutzten Materialien desinfiziert werden. Es dürfen keine Kabinen genutzt, keine Fahrgemeinschaften gebildet werden. Das sind enorme Auflagen bei einer Sportart wie Football. Im Prinzip lassen die Regeln nur Grundlagentraining zu. Alle anderen Teams können nicht trainieren. Der Saisonstart wurde vorerst verschoben. Falls es doch zu einer Saison kommen sollte, dann werden wir rund vier Wochen zur Vorbereitung haben. Da der Erfolg im American Football – speziell in der Offense – oft vom Timing und der Abstimmung lebt, ist dies ein sehr kleines Zeitfenster, um ein entsprechendes Spielniveau zu erreichen. Sollte die Runde beginnen, ist noch offen, in welcher Form diese stattfinden kann. Zuerst geht es natürlich um den Schutz der Zuschauer und auch der Spieler. Der Verband macht sich hierzu momentan entsprechende Gedanken. Spannend wird auch die Anzahl und die Art und Weise der Spieltage sein. Das Zeitfenster für unsere Spieltage wird immer kleiner. Ich sehe eigentlich nur drei mögliche Szenarien, falls es gelingt, Covid-19 einigermaßen in den Griff zu bekommen. Es könnte – wie in den USA – darauf hinauslaufen, dass nur einmal gegen jeden Gegner gespielt wird und es dann Play-off-Spiele gibt. Es könnte aber auch – wie in der U17 – Spieltage in Turnierform geben, an denen jeweils drei Teams teilnehmen und jede Mannschaft zwei Spiele hat. Dies würde bedeuten, dass die Spielzeit verkürzt werden müsste. Die dritte Möglichkeit wäre, dass die Saison in den Herbst verschoben wird, wobei ich diese Variante für die unwahrscheinlichste halte.

Wann fand denn das letzte Training der Neckar Hammers statt?

Unser letztes Training auf dem Platz fand am 11. März, unsere letzte Theorieeinheit am 24. April statt. Diese natürlich virtuell!

Wie halten Sie Kontakt zu den Spielern, haben diese "Hausaufgaben" bekommen?

Wir halten Kontakt über die verschiedenen sozialen Medien und über unsere Kommunikationsplattform auf Spond. Seit dem 13. März hatten wir zudem dreimal in der Woche Theorietraining über Zoom. Hier haben wir die verschiedenen Spielzüge erklärt, Videos aus unserem Training analysiert und das Verständnis für die Offense- und Defense-Systeme vertieft. Dabei nutzen mittlerweile nicht mehr nur die Möglichkeiten von Hudl, einer speziellen Football-Plattform, sondern wir arbeiten auch viel mit Präsentations- und innovativen Online-Programmen wie GoArmy Edge, um den Spielern das entsprechende Know-how zu vermitteln. Wir können also unseren Spielern gute virtuelle Trainingseinheiten anbieten. An dieser Stelle muss ich meinem Trainerstab ein großes Lob aussprechen, da sich alle auf die außergewöhnliche Situation eingelassen haben, wir so gute virtuelle Trainingseinheiten anbieten können. Insbesondere meinem neuen Defense-Koordinator Daniel Fanselow gebührt mein Dank, da er sich sehr intensiv eingearbeitet hat und mich hervorragend unterstützt.

Glauben Sie, dass in diesem Jahr überhaupt noch gespielt wird?

Meine Tochter sagt gerne, geglaubt wird in der Kirche. Ich bin ein sehr realistischer Mensch. Wenn man sich die ganze Situation anschaut, sieht es für eine reguläre Saison nicht gut aus. Was aus meiner Sicht aber durchaus möglich sein könnte, sind unabhängige Turniere im Herbst.

Was würde es für die Hammers bedeuten, wenn die Runde abgesagt wird?

Für die Spieler und Trainer wäre es sehr schade, da wir eine intensive und effiziente Vorbereitung bis zum 11. März hatten und nicht auf dem Platz zeigen konnten, was wir drauf haben. Für unsere Fans wäre dies sicherlich auch bedauerlich. Allerdings ist dies im Vergleich zu den Menschen, welche durch die Maßnahmen zur Coronabekämpfung in existenzielle Nöte geraten sind, eigentlich nicht der Rede wert. Wir als FSV Neckar Hammers sind uns unserer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber sehr bewusst. Nur gemeinsam als gigantisches Team wird es möglich sein, diese Krise zügig und mit so wenigen blauen Flecken wie möglich zu überwinden. Gemeinsam und entschlossen – ohne den persönlichen Vorteil zu suchen – kann dies meiner Meinung nach gelingen. Wie eben auch im Football. Deshalb haben wir auch eine Idee von befreundeten Teams aufgegriffen und die Aktion "Essen für Helden VS" ins Leben gerufen. In Kooperation mit Pizza Point in Schwenningen haben wir es Menschen aus systemrelevanten Jobs ermöglicht, ein kostenloses Essen als kleines Dankeschön zu bekommen. Hierfür haben wir knapp 1800 Euro gesammelt und damit knapp 180 Pizzen sowie 25 Partypizzen für Pflegepersonal, Erzieherinnen aus den Notbetreuungen, Menschen aus der Notrettung, dem Krankenhaus, der Polizei oder der Feuerwehr – aber auch ganzen Teams aus dem Einzelhandel – organisiert.

Footballer sind als kreative Menschen bekannt. Gibt es Ideen, wie die finanziellen Verluste durch die fehlenden Zuschauereinnahmen teilweise kompensiert werden könnten?

Da alle Tätigkeiten bei den FSV Neckar Hammers ehrenamtlich laufen, haben wir zumindest keine Personalkosten, die wir ausgleichen müssen. Die weiteren Kosten werden nur eine kleine Lücke schlagen. Dank der guten Arbeit der Abteilungsvorstandsmitglieder um Kassierer Albrecht Fauser haben wir uns ein finanzielles Polster erwirtschaftet, welches uns jetzt zugute kommt. Wir müssen uns also keinerlei Sorgen machen.

Die FSV Neckar Hammers haben in den vergangenen Jahren immer mehr Fans ins Schwenninger Naturparkstadion angelockt. Wie können die Hammers diese bei Laune halten?

Darüber haben wir uns tatsächlich bisher keine großen Gedanken gemacht, da wir unsere Fans auch so einschätzen, dass sie bereit sind, ihren Teil zum Überwinden der Krise beizutragen.

Ihr Team stieg ja im vergangenen Jahr von der Ober- in die Landesliga ab. Was wäre denn das sportliche Ziel, sollte die Runde doch noch gestartet werden?

Sollte die Saison in irgendeiner Form stattfinden, ist unser Ziel der Oberliga-Wiederaufstieg.  

Die Fragen stellte Gunter Wiedemann

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.