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American Football Eine Sportart boomt: Der Smarteste gewinnt

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Hut, Hut, hut! Foto: Burkhardt

Es gibt nicht viele Sportarten, die in Deutschland derzeit einen ähnlichen Aufschwung erleben wie es der American Football tut. Gründe dafür gibt es viele, nicht zuletzt, weil es immer mehr Mannschaften gibt – so wie die Dornhan Hornets und die Black Forest Foxes.

American Football boomt: Mindestens 1,4 Millionen Menschen in Deutschland haben sich die Nacht vom 3. auf den 4. Februar um die Ohren geschlagen. Vor dem Fernsehen. Alleine, zu zweit oder in großen Gruppen, sogar in richtigen Parties. Während der Super Bowl, die Entscheidung um die Meisterschaft in der besten Football-Liga der Welt, der NFL, in den Vereinigten Staaten dieses Jahr die niedrigste Einschaltquote seit 2008 hatte, scheint das Spiel mit dem braunen Ei immer mehr Reiz auf die Deutschen auszuüben.

Und dieser Eindruck, das bestätigt Tom Aust, Pressesprecher des American Football Verbands Deutschland (AFVD), trügt keinesfalls: "Wir sehen bei unserem Sport kontinuierlich eine Steigerung, vor allem in den Mitgliederzahlen", erklärt Aust. Mittlerweile hat der deutsche Verband mehr als 63.000 Mitglieder in Football und Cheerleading, am Spielbetrieb nehmen gut 450 Mannschaften teil – Tendenz steigend.

Das lässt sich auch im Landesverband Baden-Württemberg beobachten. Erstmals gibt es in der am Samstag beginnenden Saison zwei Staffeln in der Kreisliga. Mit von der Partie sind dann auch die Black Forest Foxes aus Dietersweiler sowie die Dornhaner Hornets. Während die "Füchse" in ihre zweite Spielzeit starten, gehören die Hornets zu den Neulingen – wie übrigens alle anderen Teams der Süd-Staffel auch.

"Unsere Sportart hat einen Vorteil", weiß Tom Aust. "Es ist egal, ob Du klein oder groß, dick oder dünn bist – es gibt für jeden eine Spielposition, um ein wichtiger Teil einer Mannschaft zu sein." Das bestätigt auch Joachim Groß, Team-Captain der Hornets: "Wir haben sowohl den 140 Kilogramm schweren, 1,93 Meter großen Spieler, als auch den kleinen, wendigen 60-Kilo-Mann im Team."

Darin liege ein Reiz des Footballs. Dazu kommt, dass die Sportart komplex ist: "Es ist eine Mischung aus physischer Stärke, Taktik und Agilität, die da gefordert wird", sagt Groß. Allein der Offense hat seine Mannschaft inzwischen 60 Spielzüge auf dem Kasten. Eine beeindruckende Zahl, bedenkt man, dass die Abteilung des TSF Dornhan erst im Juli 2018 gegründet wurde. "Anfangs hatte ich schon auch die Befürchtung, dass wir bis zum Saisonauftakt noch nicht spielfähig sind", gibt er zu. Doch seine Befürchtung hat sich in keinster Weise bewahrheitet: "Inzwischen haben wir 42 Spieler mit Pass, fünf weitere, die bereits regelmäßig mittrainieren, aber noch auf ihre Spielerpässe warten. Und auch sonst ist ständig Zulauf da."

Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den Black Forest Foxes aus Dietersweiler. Immer wieder finden Interessierte den Weg in das Training von Headcoach Patrick Schmieder und seinem Team. "Zuletzt erst am Montag", sagt er. "Die Türe ist offen, bei uns darf jeder mittrainieren. Jetzt ist es vielleicht etwas spät, weil wir schon mit einem Bein in der neuen Saison stehen – aber für die nächste machen wir jeden schon jetzt bereit. Wir denken perspektivisch."

Was die personellen Belange angeht, sieht sich Schmieder, wie er selbst sagt, in einer glücklichen Situation: "Wir haben einen extrem ambitionierten Ausschuss, der uns viele organisatorische und verwaltungsspezifische Aufgaben abnimmt, sodass wir uns tatsächlich auf das Sportliche konzentrieren können. Zudem haben wir mit 61 aktiven Spielern bei den Seniors einen schönen Konkurrenzkampf im Team – das könnte für mich als Coach kaum besser sein, weil sich die Jungs natürlich alle anbieten wollen."

"Füchse" haben ein klares Ziel: aufsteigen

Dementsprechend hoch sind auch die Ambitionen der Füchse. Der Aufstieg sei tatsächlich bereits im vergangenen Jahr, der ersten ganzen Punktrunde des Teams, formuliert worden, erklärt der Headcoach, "allerdings war das nicht die Meinung aller", betont Schmieder. "Deshalb haben wir uns nach der Runde mit allen zusammengesetzt: Spielern, Trainern und Verantwortlichen. Das lief demokratisch. Wir haben eine offene Diskussion geführt und uns zusichern lassen, dass sich die Vorstellungen aller Beteiligten decken. Wir wollen definitiv aufsteigen und haben unsere Hausaufgaben, die wir aus unserer ersten Saison mitgenommen haben, gemacht. Das könnte unser Vorteil werden."

Auch die Hornets gehen mit einer Vorgabe in ihre erste Saison: "Wir wollen im oberen Drittel mitspielen", sagt Kapitän Joachim Groß. "Wenn es für die Play-offs reichen würde, wäre das grandios. Aber so weit wollen wir noch nicht denken."

Der Aufschwung – das wird offensichtlich – macht sich an der Basis bemerkbar. Natürlich ist auch dem deutschen Dachverband daran gelegen, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben und den Trend aufrechtzuerhalten. "Der AFVD ist – zusammen mit der GFL – Anfang des Jahres eine Kooperation mit der Canadian Football League, der wichtigsten Liga nach der NFL, eingegangen, die kurz-, mittel- und langfristig sicherlich reichlich Früchte tragen wird", sagt Tom Aust. Und: "Durch viele hochkarätige Lehrgänge werden neue Trainer geschult, was wiederum den einzelnen Vereinen zu Gute kommt, um sich noch besser aufzustellen und weitere neue Mitglieder in die Vereine zu bringen."

Essentiell wird dabei sein, dass die Begeisterung in die Orte getragen wird – und dafür müssen die Teams sorgen. Wenn die Hornets am Samstag (Kickoff ist 15 Uhr) auf die Newtown Lions treffen, spielen die Foxes zeitgleich zuhause gegen die Bondorfer Bulls. Vielleicht ein unglücklicher Umstand – oder aber eine große Chance für zwei Mannschaften, neue Fans für sich zu gewinnen. Das Rahmenprogramm verspricht jedenfalls ein echtes Familien-Event. "Wer sich mit diesem Sport einmal auseinandersetzt, sieht, wie facettenreich und ehrlich er ist, es macht einfach Spaß", sagt Schmieder.

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