Die Empfinger Pfarrkirche St. Georg – Pfarrer Thomas Fürst redete bei der Versammlung des Baufördervereins Klartext, wie es der katholischen Kirche aktuell geht. (Archivbild) Foto: Florian Ganswind

Bei der Mitgliederversammlung des Kirchlichen Baufördervereins informierte Pfarrer Fürst über die Zukunft des Gemeindehauses und forderte mehr Präsenz der Kirche in sozialen Medien.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Gedanken von Pfarrer Thomas Fürst“ sprach er über die derzeitige Situation der Kirche, die sich in einem Umbruch befinde. In vielen Gemeinden herrsche eine antichristliche Stimmung. Unklar sei, wohin diese Entwicklung führe. Er beobachte, dass nicht nur junge Menschen austreten, sondern auch viele um die 60-Jährigen. Die Prognose der Kirchensteuereinnahmen sei katastrophal. Fürst sagte, er habe zum 1. Januar 2026 ein Armenhaus geerbt: „Wir hängen am Tropf von Freiburg.“

 

Kirche benötigt mehr Sichtbarkeit

Beim Thema Präsenz in sozialen Medien bestehe deutlicher Nachholbedarf. Ohne Sichtbarkeit werde die Kirche nicht wahrgenommen. Fürst steht ab 1. Januar 2026 der neu gebildeten Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Zollern mit rund 35 000 Katholiken vor.

Die Kirchengemeinde St. Georg möchte das Katholische Gemeindehaus an die Gemeinde Empfingen verkaufen. Erfolgt der Verkauf erst 2026, fließt der Erlös an die neue Pfarrei Zollern. Die Pfarrgemeinde St. Georg möchte den Verkaufserlös jedoch selbst behalten. Eine mögliche Lösung wären Investitionen, etwa in Heizung, Photovoltaik oder Projekte zur Nutzung des hinteren Kirchenbereichs, die noch 2025 zweckgebunden festgelegt werden könnten. Bei einem Verkauf würden diese Mittel nicht in den Haushalt der Pfarrei Zollern eingehen. „Die St.-Georg-Kirche muss als historisches Denkmal erhalten bleiben“, sagte Fürst und verwies auf das Engagement des Baufördervereins. Er dankte der Vorstandschaft und besonders Wilfried Brenner für dessen Einsatz.

Wie können mehr Mitglieder gefunden werden?

Brenner erinnerte an die große Werbeaktion im Frühjahr 2023, bei der alle 1550 Haushalte der Gemeinde Empfingen über Aufgaben und Ziele informiert wurden. 14 neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Ende 2024 wurde die Aktion bei 900 katholischen Haushalten fortgesetzt, allerdings ohne neue Mitglieder. Der Vorsitzende bedauerte das geringe Interesse, den Verein über die derzeit 87 Mitglieder hinaus zu unterstützen.

Hans Reich schlug vor, jedes Mitglied solle ein neues werben und kündigte an, bis zur nächsten Versammlung „ein paar Mitglieder zu werben“. Das Kleinod Kirche müsse erhalten bleiben. Auch Veranstaltungen wie Chorkonzerte könnten Einnahmen bringen. Brenner hielt dagegen, dass Organisation und Durchführung unkalkulierbare Risiken berge. Er dankte den Mitgliedern für ihre Treue. Freude bereite ihm, dass Ehepartner verstorbener Mitglieder die Mitgliedschaft häufig weiterführten. Zudem erhalten alle Mitglieder zu runden Geburtstagen ab 70 Jahren eine Glückwunschkarte, die der Vorsitzende persönlich überbringt.

Vorstandswahlen und Vereinsentwicklung

Vorsitzender wollte Amt abgeben
Wilfried Brenner kündigte an, sein Amt gerne abzugeben, da er bereits viele kirchliche Aufgaben übernommen hat. Da sich niemand zur Wahl stellte, blieb er im Amt.

Vorstand bestätigt
Die gesamte Vorstandschaft wurde einstimmig für vier Jahre wiedergewählt: Vorsitzender Wilfried Brenner, Stellvertreter Horst Baiker, Schriftführer Emil Henger, Kassier Manfred Walter sowie die Beiräte Agnes Rebmann und Erhard Schweizer.

Finanzlage
Der Vorsitzende berichtete für den verhinderten Kassier über einen Kassenstand von 6.527,61 Euro.

Dank und Hintergrund
Baiker und Henger überreichten Brenner einen Geschenkkorb für sein großes Engagement. Seit der Gründung 1996 hat der Verein über 84.000 Euro für Projekte an der Kirche St. Georg bereitgestellt; das heutige Vereinsvermögen stammt ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen.