Ein letztes Mal geht es für Lukas Saueressig und den HBW in dieser Saison noch einmal um Punkte – am Sonntag bei der SG Flensburg-Handewitt. Foto: Kara

Der HBW jubelt über den Klassenverbleib und kann im Titelrennen noch eine Rolle spielen – Gegner SG Flensburg-Handewitt steht am Sonntag unter Druck

Den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga hat der HBW Balingen-Weilstetten seit dem 30:26-Sieg am Mittwoch gegen Hannover in der Tasche. Am Sonntag steht bei der SG Flensburg-Handewitt (15.30 Uhr, Flens-Arena) das Saisonfinale an.

Als Vladan Lipovina am Mittwoch Sekunden vor Schluss in der Balinger Sparkassen-Arena gegen die TSV Hannover-Burgdorf das 30:26 erzielt hatte, wusste er gar nicht so richtig wohin mit seinen Emotionen. Der Linkshänder schnappte sich seinen Teamkollegen Kristian Beciri und rang den bulligen Kreisläufer mit seiner Umarmung beinahe in die Knie.

Für HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel war dieses eines der Bilder der Erlösung nach einer Schlussphase der Bundesliga-Spielzeit, in der der HBW zwar stets lieferte, der Druck im Tabellenkeller – besonders aufgrund der Ergebnisse der Eulen Ludwigshafen – immer weiter anstieg.

"Es ist einfach beeindruckend, was Jens und das Team bei diesem gewaltigen Druck gegen Hannover aber auch schon in den Wochen zuvor abgeliefert haben", sagt Strobel. Mit einem guten Gefühl sei er am Mittwoch in die Balinger Arena gegangen, habe sich dann mit dem ehemaligen HBW-Spieler Fabian Böhm unterhalten und dann gewusst, "dass es richtig heiß wird. Hannover wollte unbedingt gewinnen."

Tatsächlich schenkten die Hannoveraner, die im gesicherten Mittelfeld der Tabelle stehen, den Gastgebern rein gar nichts. Von Beginn an war klar, dass sie die Punkte mit nach Niedersachsen nehmen wollten. "Deshalb ist der Sieg umso höher einzuschätzen", so Strobel. Zwar legte der HBW kurz nach der Pause durch Kapitän Jona Schoch eine 17:12-Führung hin, aber die Gäste kamen wieder bis auf 23:24 (48.) heran, ehe das Bürkle-Team mit einem 4:1-Lauf auf 28:24 (56.) auf Sieg stellte. Schoch war nach der Partie natürlich begeistert. "Es fühlt sich überragend an, es war eine knallharte Saison. Ich bin richtig stolz auf die Jungs. Ich bin einfach froh, dass wir das Spiel gewonnen haben", sagte Schoch, der mit neun Treffern bester Schütze der Partie war, im Interview mit dem Bezahlsender Sky.

Stolz ist auch genau das, was Geschäftsführer Strobel empfindet. "Ich persönlich bin davon überzeugt, dass mit dem Klassenerhalt der HBW den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erzielt hat. In der Gesamtsituation, in der wir in diesem Jahr waren, ist es beeindruckend, dass wir das so geschafft haben."

Auch Trainer Jens Bürkle nimmt das Wort "Stolz" in den Mund, um das Match gegen seinen früheren Klub Hannover-Burgdorf noch einmal Revue passieren zu lassen: "Alle haben alles rausgehauen, beide Mannschaften wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Wir haben unter Druck mal wieder ein ganz tolles Spiel gespielt und es im Angriff super gelöst – ich bin richtig zufrieden und mega-stolz darauf, wie es in diesem Jahr lief." Noch aber ist die Saison für den HBW nicht vorbei. Am Sonntag müssen die Schwaben noch bei der SG Flensburg-Handewitt ran, die im Fernduell mit Rekordmeister THW Kiel am letzten Spieltag noch um die Meisterschaft rangelt. Für Coach Bürkle ist die Sache eine Frage der Ehre: "Wir wollen in Flensburg um die Punkte kämpfen, allein schon aus Gründen der sportlichen Fairness. Wenn Flensburg eine Top-Leistung abruft, wird es für uns natürlich schwer. Abwehr-Gegenstoß sind bei der SG genauso top, wie die Vielseitigkeit in der Spielanlage und die 1:1-Stärke der Spieler. Ich bin gespannt, wie wir das lösen – ob uns der Klassenerhalt befreit oder limitiert, wird sich zeigen." Zumal er am Sonntag weiterhin auf die Langzeitverletzten Marcel Niemeyer (Fuß-OP), James Junior Scott (Knöchel-OP) und Oddur Grétarsson, der sich Anfang der Woche einer Knie-Operation unterzog, verzichten muss. Fraglich ist zudem, ob Fabian Wiederstein, Björn Zintel und Vladan Lipovina auflaufen können. Alle drei plagen sich mit muskulären Problemen. "Das werden wir in Abstimmung mit unseren Ärzten und den Physiotherapeuten entscheiden", sagt Bürkle.

Für einige Spieler geht die Zeit im HBW-Trikot am Sonntag zu Ende. Die Keeper Mike Jensen (SC Magdeburg) und Vadimir Bozic (ASV Hamm-Westfalen) verlassen den Klub ebenso wie Abwehrrecke Romas Kirveliavicius (UHK Krems/Österreich), René Zobel (HC Elbflorenz), Niklas Diebel (TuS Ferndorf) und Lars Röller (SG Leutershausen).

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